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Iran-Krieg Ein bulgarisches Dorf gegen US-Flugzeuge

Welt

Es ist ein kleiner, überschaubarer Kreis von vielleicht 30 Demonstranten, der vor dem Rathaus von Jambol steht, der Bezirksstadt im Südosten Bulgariens. Der Protest richtet sich gegen die Entscheidung des bulgarischen Parlaments vor zwei Wochen, dem US-Gesuch nachzukommen und US-Tankflugzeugen zu erlauben, vom nahegelegenen Militärflughafen Besmer in Richtung Naher Osten zu fliegen. Das beunruhige sie, sagt Mimi Pawlowa: "Wir wollen diese Flugzeuge nicht in Besmer. Wir wollen nicht an einem fremden Krieg teilnehmen. Wir wollen Frieden, und wir wollen nicht, dass unschuldige Opfer getötet werden, Frauen und Kinder. Dieser Krieg ist nicht unser Krieg." Das sehe sie genauso, erwidert die junge ukrainische Mutter Irina. Sie lebt in der Kleinstadt Besmer, in unmittelbarer Nähe zur Militärflughafen: "Wir wollen ein sicheres Leben für unsere Kinder - wie Sie sehen, haben wir hier viele Kinder." Sie wollten keine amerikanischen Flugzeuge und Tankstellen. "Bitte! Ich flehe Sie wirklich an!" Verunsicherung durch iranische Drohungen Für Unruhe und Ängste unter der Bevölkerung rund um die Stationierung der US-Tankflugzeuge sorgen die wiederholten Warnungen der iranischen Regierung. Bulgarien müsse mit "Konsequenzen" rechnen, sollten von ihrem Staatsgebiet aus US-Militäroperationen gegen Iran ausgehen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi drohte seiner bulgarischen Amtskollegin Welislawa Petrowa-Tschamowa in der vergangenen Woche, es komme einer Begünstigung der amerikanischen Aggression gegen Iran gleich, sollten die US-Tankflugzeuge den Militärflughafen Besmer nutzen. Bei Teilen der lokalen Bevölkerung hätten diese iranischen Drohgebärden ihre Wirkung erzielt, sagt Rosen Rusew, der Bürgermeister von Besmer: "Die Menschen waren vielleicht durch die diplomatische Note von Iran verunsichert. Sie hatte einen gewissermaßen drohenden Charakter." Seines Wissens sei es das erste Mal, dass Bulgarien auf diese Weise bedroht wurde. Bedenken in Sofia vorgetragen Als Bürgermeister habe er nicht den geringsten Einfluss auf die politischen Entscheidungen des Parlaments und der Regierung, sagt Rusew. Dennoch fühle er sich verpflichtet, diese Bedenken der Bevölkerung bei der Regierung in Sofia vorzutragen. Er habe mit Verteidigungsminister Dimitar Stojanow gesprochen. Das Ergebnis: "Es gelang ihm bis zu einem gewissen Grad, die Anspannung, die ich persönlich verspürte, zu lindern", so Rusew. "Indem er darauf hinwies, dass im Mittelmeer Sicherheitskräfte stationiert sind, die unserem Staatsgebiet dienen, und dass auch unsere Nachbarländer wie Griechenland, die Türkei und Rumänien in gewisser Weise zum Schutz unseres Staatsgebiets beitragen." Regierungschef in Verlegenheit Der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew ist seit Mai im Amt. Zuvor war er zehn Jahre lang Staatspräsident und davor wiederum Luftwaffenkommandeur. Seinen großen Wahlerfolg im Frühjahr hatte er unter anderem seinem kritischen Kurs gegenüber der Ukraine zu verdanken. Bulgarien würde sich an Militärhilfen für Kiew nicht beteiligen, so das Versprechen. Dass Radew nun aber dem Gesuch Washingtons stattgegeben hatte, die US-Tankflugzeuge von bulgarischem Boden ins Kriegsgebiet Nahost aufsteigen zu lassen, brachte den Regierungschef in Verlegenheit. Die Vereinigten Staaten seien der wichtigste Sicherheitspartner Bulgariens, erklärte er. Zudem handele es sich beim Einsatz der Tankflugzeuge nicht um Kampfhandlungen.

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