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Iran-Krieg: Jordanien fordert US-Truppenabzug in offenem Brief

Welt

Offener Brief gegen USA Amerikas Truppen werden zum Risiko Von t-online, FIN Aktualisiert am 29.07.2026 - 18:57 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die Angriffe des Iran auf US-Stützpunkte belasten Trumps Beziehungen im Nahen Osten. Nun werden Stimmen laut, die den Rückzug der Amerikaner fordern. Mehr als 100 einflussreiche Jordanier haben den Abzug aller amerikanischen Soldaten aus ihrem Land gefordert. Die Anwesenheit der rund 4.000 US-Soldaten setze Jordanien Risiken für die Sicherheit, die Politik und die Wirtschaft aus, die keinem nationalen Interesse dienten, heißt es in einem offenen Brief von vergangener Woche, über den die "New York Times" berichtet. Zudem wachse die Gefahr, dass das Königreich in einen Krieg hineingezogen werde, an dem es nicht beteiligt sei. Unterzeichnet haben unter anderem der frühere Minister und Abgeordnete Amjad Hazza al-Majali und der pensionierte Militärkommandeur Ali al-Habaschneh, dazu Anwälte, Hochschullehrer, Journalisten und Gewerkschafter. Vorausgegangen waren schwere iranische Angriffe auf jordanischem Boden. Raketen trafen den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti im Osten des Landes, drei amerikanische Soldaten starben, Dutzende weitere wurden verletzt. Seit dem Kriegsbeginn am 28. Februar greift der Iran wiederholt US-Einrichtungen in Jordanien und den Golfstaaten an. Die amerikanische Präsenz, die vielen in der Region jahrzehntelang als Sicherheitsgarantie galt, machen die Unterzeichner nun für die Bedrohung des Landes verantwortlich. Regierung weist Kritik zurück Die Regierung in Amman widerspricht dieser Darstellung. Außenminister Ayman Safadi erklärte beim Aspen Security Forum, es gebe keine amerikanischen Basen in Jordanien; die US-Soldaten seien im Rahmen einer langjährigen Militärkooperation im Land. Grundlage hierfür ist ein Verteidigungsabkommen aus dem Jahr 2021, das den USA Zugang zu zwölf Einrichtungen gewährt, darunter fünf Luftwaffenbasen. Beschlossen wurde es per königlichem Dekret, ohne Beteiligung des Parlaments – genau seine Aufhebung fordern die Unterzeichner des Briefes. Die Angriffe treffen Jordanien auch wirtschaftlich. In der Hauptreisezeit sind zahlreiche Touristen ausgeblieben, obwohl der Tourismus zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes gehört. Beschossen wurden auch der Flughafen und der Hafen von Akaba, der einzige Seezugang des Königreichs. Einen offenen Streit mit Washington kann sich die Regierung dennoch kaum leisten: Im vergangenen Jahr erhielt Jordanien laut der "New York Times" rund 1,65 Milliarden Dollar an amerikanischer Wirtschafts- und Militärhilfe. Auch in Kuwait zielen die jüngsten iranischen Angriffe nach Einschätzung der amerikanischen Denkfabrik Institute for the Study of War darauf ab, den Preis für die Stationierung amerikanischer Truppen zu erhöhen. Teheran greife deshalb nicht nur militärische Einrichtungen an, sondern auch Energieanlagen sowie die Strom- und Wasserversorgung. Der Iran will so den innenpolitischen Druck auf die Regierung erhöhen, damit diese amerikanische Einsätze vom eigenen Staatsgebiet aus einschränkt. Golfstaaten sperrten zeitweise ihre Basen Bereits im Mai hatten Kuwait und Saudi-Arabien zeitweise den Zugang der US-Streitkräfte zu ihren Basen und Lufträumen beschränkt. Die USA mussten daraufhin ihre Operation "Project Freedom" zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus unterbrechen. Erst nach Verhandlungen mit Washington hoben beide Regierungen die Einschränkungen wieder auf. Auch in den USA schwindet der Rückhalt für den Krieg. In der jüngsten Umfrage von Reuters und Ipsos befürworten 33 Prozent der Amerikaner das militärische Vorgehen gegen den Iran, 62 Prozent lehnen es ab. Das ist der niedrigste Wert seit den ersten Kriegstagen; seit dem 28. Februar lag die Zustimmung durchgehend unter 40 Prozent. 69 Prozent der Befragten sagen zudem, US-Präsident Donald Trump habe die Ziele des Einsatzes nicht klar erklärt – darunter vier von zehn Republikanern.

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