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Iran-Krieg: Streit zwischen Trump und Hegseth über Munitionsmangel?

Welt

Weißes Haus dementiert Streit in Camp David? Trump soll Hegseth zur Rede gestellt haben Von t-online, sic Aktualisiert am 06.08.2026 - 09:23 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Berichte über Ärger im Pentagon bringen auch den Vize-Minister Feinberg in Bedrängnis. Offenbar ist Trumps Vertrauen in das Verteidigungsministerium erschüttert. US-Präsident Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth haben offenbar bei einem Treffen in Camp David über den Iran-Krieg gestritten. Laut einem Bericht der "Washington Post" ging es dabei um massive Engpässe bei Munition im Arsenal des US-Militärs. Trump habe am Freitag am Rande einer Kabinettssitzung wissen wollen, warum er offenbar über den Zustand der Waffenbestände getäuscht worden sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Der US-Präsident soll dabei seinen Unmut darüber geäußert haben, dass er geglaubt habe, das Problem sei "bereits geklärt". Besonders betroffen sind laut übereinstimmenden US-Medienberichten Präzisionsraketen und Abfangsysteme für die Luftverteidigung. Hegseth soll sich gegenüber Trump verteidigt und dabei die Schuld bei seinem Stellvertreter Stephen Feinberg gesucht haben. Dem Bericht zufolge machte er Feinberg sowohl für den Munitionsmangel verantwortlich als auch dafür, dass Trump nicht umfassend informiert wurde. Im Video | Trump immitiert Raketenabwehr Player wird geladen Die Engpässe sollen ein Grund dafür sein, dass Trump zuletzt von weiteren großen Angriffen auf den Iran Abstand genommen hat. Der Präsident hatte am Sonntag erklärt, er habe "den größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg" angeordnet und anschließend wieder abgesagt. Hintergrund seien angeblich neue Gespräche über die Straße von Hormus. Trump nimmt offenbar den Vize-Verteidigungsminister ins Visier Das Weiße Haus wies den Bericht zurück. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte auf Anfrage der "Washington Post", dass es sich um "100 Prozent Fake News" handele. "Das ist buchstäblich nie passiert. Und Präsident Trump hat größtes Vertrauen in Minister Hegseth." Später schrieb sie auf der Plattform X, dass "diese unsinnige Geschichte" vielen Medien von jemandem zugespielt worden sei, der den Minister diskreditieren wolle. Auch das Pentagon bestritt die Darstellung. Sprecher Sean Parnell teilte mit, Hegseth habe niemanden über die Munitionslage getäuscht und auch nicht seinen Stellvertreter Feinberg verantwortlich gemacht. Ein Bericht von "NBC News" stützt hingegen die Darstellung eines Konflikts zwischen Trump und Hegseth. Demnach soll der Vize-Verteidigungsminister Feinberg am vergangenen Freitag nach einem wütenden Anruf des US-Präsidenten eine Krisensitzung mit führenden Militärvertretern einberufen haben. Der Anruf habe nach dem mutmaßlichen Streit zwischen Hegseth und Trump stattgefunden. Demnach hat Trump Feinberg in dem Telefonat damit konfrontiert, dass der Munitionsmangel ein limitierender Faktor im Iran-Krieg sei. Außerdem soll er mehrfach nachgefragt haben, wie das Pentagon das Problem lösen wolle. Ebenso soll Trump die Entlassung Feinbergs ins Spiel gebracht haben. Nicht nur USA von Munitionsmangel betroffen Nach Angaben der "Washington Post" haben die USA bereits im ersten Monat der Kämpfe mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper sowie mehr als 1.000 Patriot- und THAAD-Flugabwehrraketen verschossen. Auch mehr als 1.300 taktische ballistische Raketen des Heeres seien in den ersten Wochen eingesetzt worden. Der Bestand an ATACMS-Raketen, die auch von der Ukraine nachgefragt werden, sei demnach weitgehend aufgebraucht. Die Folgen reichen über den Nahen Osten hinaus: Die Ukraine hat zunehmend Probleme, ihre Luftverteidigung gegen russische Angriffe aufrechtzuerhalten, weil westliche Vorräte erschöpft sind und kaum noch Nachschub geliefert wird. Insbesondere mangelt es der Ukraine an den modernsten Patriot-Abfangraketen, die besonders effektiv gegen ballistische Raketen aus Russland sind. Auch die US-Streitkräfte selbst sollen inzwischen genauer abwägen, ob sie Abfangraketen gegen eingehende Bedrohungen zwingend einsetzen müssen. Hegseth, sein Stellvertreter Feinberg und der Vorsitzende des Generalstabs der Vereinigten Streitkräfte, General Dan Caine, haben den Kongress um zusätzliche 67 Milliarden Dollar für militärische Ausgaben gebeten. Das Geld soll helfen, die Kosten des Iran-Kriegs zu decken und die Munitionsbestände wieder aufzufüllen. Eine Einigung im Senat steht jedoch aus. Hegseth gerät stärker unter Druck Der Konflikt mit dem Iran dauert inzwischen mehr als fünf Monate. Bislang wurden dabei 18 US-Soldaten getötet und Hunderte verletzt. Zugleich wächst in arabischen Nachbarstaaten und vielen Weltregionen die Sorge über wirtschaftliche Folgen des Kriegs und die Schließung der Straße von Hormus. Loading... Loading... Loading... Hegseth gilt als einer der stärksten Befürworter militärischer Schritte gegen den Iran. Er habe Trump überzeugt, ein Einsatz könne schnell und vergleichsweise einfach erfolgreich sein, so die "Washington Post". Nun soll der festgefahrene Konflikt das Vertrauen des Präsidenten in seinen Verteidigungsminister belasten. Pentagonsprecher Parnell erklärte dagegen, Hegseth werde im Amt bleiben. "Minister Hegseth wird nirgendwo hingehen", teilte er mit. Der Verteidigungsminister werde weiter an der Seite seines Stellvertreters daran arbeiten, Trumps Agenda umzusetzen.

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