Iran-Krieg: US-Generalstabschef Caine sucht angeblich Ausweg aus Trumps Iran-Krieg
Vivian Melchert Iran: Öffnung der Straße von Hormus hängt von USA ab Eine Einigung mit dem Oman über einen neuen Mechanismus für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bringt aus iranischer Sicht nicht direkt auch eine Öffnung der Meerenge mit sich. Vielmehr müssten die USA auf iranische Forderungen eingehen, sagte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden der Nachrichtenagentur Tasnim. Er erklärte, die USA sollten sich aus Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman heraushalten. Seit Wochen verhandelt der Iran mit dem anderen Anrainerstaat der Meerenge, dem Oman, wie Schiffspassagen in der Straße von Hormus geregelt werden sollen. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit gesagt, an den Verhandlungen beteiligt zu sein. Sollte aus den Gesprächen ein Mechanismus hervorgehen, mit dem der Iran maßgeblich die Schifffahrt in der Meerenge kontrollieren kann, wäre dies nach monatelangen US-Angriffen ein strategischer Sieg für Teheran. Vivian Melchert Iran: Stehen kurz vor Einigung mit Oman über Hormus-Route Der Iran und der Oman stehen nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghdschi vor einer Einigung über eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus. Derzeit werde über eine alternative Route verhandelt, sagte Araghdschi am Samstag. Einer Einigung sei man „sehr nahe“. Technische und rechtliche Fragen müssten noch für eine dauerhafte Lösung geklärt werden. Als Bedingung nannte der Minister eine Entschädigung für die aus Sicht Teherans erfolgten US-Verstöße gegen die Absichtserklärung von Islamabad, mit der der Nahost-Konflikt entschärft werden sollte. Vivian Melchert Ölgesellschaft: Raketenangriff auf Tanker in Straße von Hormus In der strategisch wichtigen Straße von Hormus ist am Samstag ein Schiff der staatlichen Ölgesellschaft von Abu Dhabi (ADNOC) mit einer Rakete angegriffen worden. Verletzt wurde dabei jedoch niemand, wie das Unternehmen über die staatliche Nachrichtenagentur WAM mitteilte. Zu dem angegriffenen Schiff, seiner Ladung, dem Ausmaß des Schadens oder zur Verantwortung für den Angriff wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Lage sei aber unter Kontrolle, hieß es. Der Angriff erfolgte, während der Iran die Wiedereröffnung der Seestraße von der Erfüllung eigener Bedingungen abhängig macht. Die Revolutionsgarden erklärten, eine Freigabe der Meerenge hänge von der Zustimmung der USA zu iranischen Forderungen ab. „Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterliegt den spezifischen Mechanismen und Bedingungen der Islamischen Republik Iran“, zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim den Sprecher der Garden, Hussein Mohebbi. „Sie steht nicht im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman.“ Die iranische Erklärung ist eine Reaktion auf Äußerungen eines US-Regierungsvertreters vom Freitag. Dieser hatte von Fortschritten bei Gesprächen zwischen dem Iran und Oman berichtet, die bald zu einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen könnten. Anna Lena Stahl US-Generalstabschef Caine sucht offenbar Ausweg aus Trumps Iran-Krieg Innerhalb des US-Militärs wachsen offenbar die Zweifel daran, ob sich der Krieg erfolgreich fortführen lässt. Das legt eine Recherche des US-Senders CNN nahe. Unter Berufung auf drei mit den Vorgängen vertraute Personen berichtet CNN, Generalstabschef Dan Caine führe derzeit vertrauliche Gespräche über mögliche Wege aus dem Militäreinsatz. Caine gehe demnach davon aus, dass sich die Kriegsziele von US-Präsident Donald Trump allein mit Lufteinsätzen nicht erreichen ließen. In mehreren Gesprächen mit Kabinettsmitgliedern habe Caine demnach auch die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Krieg angesprochen – unter anderem mit CIA-Direktor John Ratcliffe, Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance. Wie ein solcher Ausstieg konkret aussehen könnte, geht aus dem Bericht nicht hervor. Eine der von CNN befragten Personen bezeichnete die Gespräche mit Blick auf Caine als „seine Art, das Militär zu schützen“. Alisa Swoboda UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Raketenangriffe der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien und auf Handelsschiffe aus dem Königreich verurteilt. Die Attacken bedrohten die Sicherheit in der Region und die Freiheit des Schiffsverkehrs, hieß es in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme der Mitgliedsländer des mächtigsten UN-Gremiums. Die Huthi-Miliz wurde darin aufgefordert, von einer Eskalation abzusehen. Stattdessen sollten bestehende Dialogkanäle genutzt werden. Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi war vor einigen Wochen mit Luftangriffen auf die von der Miliz kontrollierte Hauptstadt Sanaa aufs Neue eskaliert. Jüngst griffen die Huthi auch mehrere saudi-arabische Schiffe an oder zwangen sie zumindest zu Kurswechseln. In der Nacht zu Freitag attackierten die Islamisten auch Ziele direkt in Saudi-Arabien, dabei wurden mindestens elf Menschen verletzt. Bei weiteren Huthi-Angriffen in der jemenitischen Provinz Marib wurden nach Regierungsangaben mindestens zwei Zivilisten getötet. Der Konflikt droht auch eine Friedenslösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran zu erschweren. Zum einen wird der regionale Konflikt auf einen weiteren Schauplatz erweitert. Zum anderen steigt der Druck auf die USA und Saudi-Arabien, die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe militärisch zu vergelten. Alisa Swoboda Spannungen im Iran – Präsident rechtfertigt Gespräche mit den USA Der iranische Präsident Massud Peseschkian verteidigt trotz des Widerstands von Hardlinern Verhandlungen mit den USA. „Wenn wir unsere Rechte im Dialog durchsetzen können, warum sollten wir das dann nicht tun?“, sagt er in einem am Freitag im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Die meisten ranghohen Kommandeure befürworteten Gespräche über ein Abkommen, das die Kämpfe beenden solle, sagt Peseschkian weiter. Dabei verweist er auf das Verhältnis zwischen Washington und Peking: „Der größte Feind Amerikas ist China. Warum bekämpfen die beiden einander nicht?“ China gehe seinen eigenen Weg und werde immer stärker. Analysten zufolge könnten Anzeichen für Spannungen zwischen Peseschkian und anderen Akteuren im Machtapparat – etwa dem obersten geistlichen Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei und den Revolutionsgarden – die diplomatischen Bemühungen erschweren. Lydia Wolter Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan schließen Verteidigungsabkommen Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben ein Verteidigungsabkommen geschlossen. Die Vereinbarung sei bei einem Treffen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und des pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif in Mekka unterzeichnet worden, teilte das pakistanische Außenministerium am Freitag mit. Nach Angaben des Ministeriums soll das Abkommen die gemeinsame Abschreckung gegen mögliche Angriffe stärken. Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten werde demnach als Angriff auf alle drei gewertet. Zudem sei eine engere Zusammenarbeit in allen Bereichen der Verteidigung vorgesehen. Das Abkommen bringt das ölreiche Saudi-Arabien, die Atommacht Pakistan und die Türkei mit ihrer großen Rüstungsindustrie und der zweitgrößten Armee der Nato zusammen. Türkische Medien berichteten, die Vereinbarung dürfte auch gemeinsame Militärübungen, Ausbildung, Technologietransfer und den Austausch von Geheimdienstinformationen umfassen. Lydia Wolter Berichte: Huthi starten weitere Angriffe im Jemen Die Huthi-Miliz hat nach Angaben regierungsnaher Medien erneut Ziele in der jemenitischen Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, sie hätten am Morgen mehrere Explosionen am Stadtrand von Marib gehört. Über einem Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung seien Rauchwolken aufgestiegen. Der regierungsnahe Fernsehsender Saba TV berichtete, die Luftabwehr habe mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen über Marib abgefangen. Zugleich habe die Huthi-Miliz die Stadt mit Raketen und Drohnen beschossen. Opfer habe es nach bisherigen Erkenntnissen nicht gegeben. Die Huthi äußerten sich zunächst nicht zu den Angriffen. Lydia Wolter Schiffsverkehr durch Straße von Hormus deutlich zurückgegangen Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist in dieser Woche deutlich zurückgegangen. Von Montag bis Donnerstag passierten Daten des Analyseunternehmens Kpler zufolge lediglich 33 Schiffe die Meerenge im Persischen Golf. Im selben Zeitraum der Vorwoche waren es noch 50. Am Donnerstag fuhren vier Schiffe durch die Straße von Hormus. Darunter befand sich der Großtanker „Nissos Kea“, der rund zwei Millionen Barrel im Irak geladenes Basrah-Rohöl transportierte. Bei den übrigen Schiffen handelt es sich um zwei Flüssiggas-Tanker und einen kleineren Massengutfrachter. Insgesamt verließen in dieser Woche Kpler zufolge nur sechs Rohöltanker die Straße von Hormus. 21 Schiffe fuhren ein, die meisten davon über die iranische Route. Vor dem Iran-Krieg, der mit den Angriffen der USA und Israels am 28. Februar begann, passierten üblicherweise 130 bis 140 Schiffe in dem Zeitraum die Meerenge, die der Iran im Zuge des Krieges blockiert. Lydia Wolter BDI: Iran-Krieg dämpft Wachstum weltweit Der Iran-Krieg belastet das Wachstum der Weltwirtschaft nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) erheblich. So rechnet der BDI beim globalen Wachstum mit einem Rückgang um knapp einen halben Prozentpunkt auf 3 Prozent. Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz hätten eine noch stärkere Dämpfung verhindert. Ohne den Krieg hätten die Belebung der Nachfrage und der KI-Boom die Weltwirtschaft demnach vermutlich Richtung 3,3 bis 3,4 Prozent Wachstum anziehen lassen (2025: 3,2 Prozent). Für Deutschland rechnet der Industrieverband nach einem guten zweiten Quartal mit einem realen Wachstum von 0,6 Prozent. Sollten der Konflikt und die Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus weiter andauern, sei global mit einem noch deutlicheren Wachstumsrückgang zu rechnen. Die weltweite Inflation wird sich nach Einschätzung des BDI um gut einen Punkt auf über 4,5 Prozent erhöhen. Sarah Sendner Iran-Krieg: Sorge um Schädel-Hirn-Traumata bei US-Soldaten Die langfristigen Folgen von Schädel-Hirn-Traumata (SHT) bei US-Soldaten rücken nach dem Krieg gegen den Iran zunehmend in den Fokus. Fast 700 amerikanische Militärangehörige wurden nach Angaben des US-Militärs bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Stützpunkte im Nahen Osten sowie bei weiteren Gefechten verletzt. Die meisten von ihnen hätten Schädel-Hirn-Traumata erlitten und seien anschließend wieder in den Dienst zurückgekehrt, erklärten Militärvertreter. Pentagon-Sprecher Sean Parnell hatte die große Mehrheit der Verletzungen, die innerhalb von zwei Wochen entstanden waren, im vergangenen Monat als „leichte Gehirnerschütterungen“ bezeichnet. Gehirnerschütterungen gelten als weniger gravierende Schädel-Hirn-Traumata. Viele Betroffene erholen sich innerhalb weniger Wochen. Bei manchen halten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel sowie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme jedoch über Monate oder Jahre an. Diese Symptome werden häufig als „Brain Fog“ bezeichnet. Sarah Sendner Saudi-Arabien: Elf Zivilisten bei Huthi-Angriff verletzt Bei einem Angriff der jemenitischen Huthi-Rebellen auf den Süden Saudi-Arabiens werden nach Angaben der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition elf Zivilisten verletzt. Unter den Verletzten in der Provinz Nadschran sei auch ein vierjähriges Kind, teilt ein Sprecher des Bündnisses mit. Stellungnahmen der Huthis oder der Regierung in Teheran liegen zunächst nicht vor. Sarah Sendner Trump: Straße von Hormus „sozusagen offen“ US-Präsident Donald Trump hat sich weiter zurückhaltend zu einer möglichen Einigung mit dem Iran über die Straße von Hormus geäußert. Zugleich erklärte er, die für den Welthandel wichtige Meerenge sei „im Moment sozusagen offen“. Trump hatte zuvor gesagt, eine Einigung könne noch in dieser Woche bekanntgegeben werden. Der Iran teilte mit, ein Abkommen mit Oman über die Passage befinde sich in der Endphase. Nach iranischen Angaben dürfte die Vereinbarung davon abhängen, dass die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben. Ein US-Regierungsvertreter sagte der AP, mögliche vorübergehende Regelungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus würden keine Genehmigungen oder Mautgebühren vorsehen. Sarah Sendner Trump: Denke, dass der Krieg ziemlich bald endet US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Iran-Krieg „ziemlich bald“ enden könnte. „Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können“, sagte er mit Blick auf den Iran vor Reportern im Oval Office. Auf die Frage, ob eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus erreicht worden sei, sagte Trump, er sei in Verhandlungen eingebunden. „Es könnte bald sein.“ Auffällig war, dass der Präsident anders als an den Vortagen keinen Wochentag für ein mögliches Abkommen mehr nannte. Trump hatte diese Woche Hoffnungen geweckt, dass am Mittwoch oder Donnerstag die für den Öltransport wichtige Meerenge geöffnet werden könnte. Carlotta Moreno Lara US-Beamter: Fahrt durch Straße von Hormus bei einer möglichen Übergangslösung mautfrei Schiffe sollen bei einer möglichen Übergangslösung für die Straße von Hormus die Meerenge nach Darstellung aus dem Weißen Haus gebührenfrei befahren können. „Alle temporären Routen werden ohne jegliche Hindernisse befahrbar sein – das heißt, es sind keine Genehmigungen oder Erlaubnisse erforderlich und es werden keine Mautgebühren oder Gebühren erhoben“, betonte ein ranghoher US-Beamter auf Anfrage. Er verwies darauf, dass die Meerenge eine internationale Wasserstraße sei. Derzeit kontrolliert der Iran weiterhin die Straße von Hormus, die normalerweise eine wichtige Route für den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten ist. Der Iran steht nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit dem Oman über die Schifffahrt durch die Meerenge. Mit Blick auf eine Öffnung der Meerenge soll der Iran übereinstimmenden Berichten zufolge eine Art Rundkurs ins Spiel gebracht haben: Schiffe könnten dabei auf einer nördlichen Route durch die Meerenge in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer südlichen Route entlang der Küste des Omans wieder verlassen. An den Verhandlungen der beiden Golfstaaten sollen die USA nicht beteiligt gewesen sein. Carlotta Moreno Lara Insider: Geplante Maut für Straße von Hormus alarmiert Schifffahrtsbranche Die Pläne des Iran und des Omans für eine faktische Maut in der Straße von Hormus stoßen in der Schifffahrtsbranche auf erhebliche Bedenken. Vier Insidern zufolge wäre eine solche Regelung wegen US-Sanktionen und restriktiver Versicherungsklauseln kaum umsetzbar. Die USA haben die im Mai vom Iran gegründete Behörde für die Wasserstraße mit Strafmaßnahmen belegt. Dies birgt für Reedereien bei Zahlungen die Gefahr von Sanktionsverstößen und könnte zum Einfrieren von Vermögenswerten führen. Erschwert wird die Lage durch eine Ende Juli eingeführte Klausel der Lloyd's Market Association (LMA). Diese sieht vor, dass der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken erlischt, sobald ein Schiff eine Transitgebühr für die Route entrichtet. Carlotta Moreno Lara Israels Justiz klagt Siedler wegen Tötung von Palästinenser an Die israelische Staatsanwaltschaft hat einen jüdischen Siedler wegen der Tötung eines palästinensischen Aktivisten im besetzten Westjordanland angeklagt. Dies ist die erste Anklage gegen einen Siedler wegen des Todes eines Palästinensers seit mehr als sieben Jahren. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung von Owdeh Hathaleen. Der prominente Aktivist hatte an dem 2025 mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilm über den Nahost-Konflikt „No Other Land“ mitgewirkt. Hintergrund der Klage ist ein Vorfall im Juli 2025, bei dem Siedler einen großen Bagger in dem palästinensischen Dorf Umm al-Chair einsetzten und damit eine Auseinandersetzung mit den Bewohnern auslösten. Hathaleen hatte den Moment, in dem er während der Konfrontation angeschossen wurde, selbst gefilmt. Der Angeklagte, gegen den Großbritannien und die EU wegen Gewalt gegen Palästinenser Sanktionen verhängt haben, hatte in der Vergangenheit bestritten, den tödlichen Schuss abgegeben zu haben. Sein Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Carlotta Moreno Lara Warten auf Vereinbarung zu Straße von Hormus Während der Iran nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit dem Oman über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus steht, weist US-Präsident Donald Trump Berichte über Waffenengpässe zurück und droht Menschen, die solche Informationen verbreiten. Iran und Oman hätten sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna Außenamtssprecher Ismail Baghai am Mittwochabend. An den Verhandlungen zwischen den beiden Golfstaaten, die an die Straße von Hormus grenzen, sollen die USA nicht beteiligt gewesen sein. Der iranische Machtapparat betont immer wieder, nicht mit den USA zu verhandeln. Eine gemeinsame Erklärung sei so gut wie fertig, hieß es aus Teheran weiter. Seitens des Omans gab es zunächst keine öffentliche Stellungnahme zu der angeblich bevorstehenden Einigung. Lydia Wolter Israel klagt Siedler wegen Tötung eines Palästinensers an Die israelische Staatsanwaltschaft hat einen Siedler wegen der Tötung eines Palästinensers im vergangenen Jahr im Westjordanland angeklagt. Ihm wird fahrlässige Tötung des bekannten palästinensischen Aktivisten Awdah Hathaleen vorgeworfen, wie aus der am Donnerstag eingereichten Anklageschrift hervorgeht. Weitere Anklagepunkte sind bewaffneter Hausfriedensbruch und vorsätzliche Sachbeschädigung. Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem ist es die erste Anklage gegen einen Israeli wegen der Tötung eines Palästinensers im Westjordanland seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Terrorangriffs unter Führung der Hamas auf Israel. Seitdem seien in dem Gebiet mindestens 1.100 Palästinenser von israelischen Siedlern und Soldaten getötet worden, erklärte die Organisation. Lydia Wolter Iran droht offenbar Golfstaaten für Fall von neuen US-Angriffen mit Vergeltung gegen kritische Infrastruktur Der Iran hat den Golfstaaten für den Fall erneuter Angriffe der USA Insidern zufolge mit massiver Vergeltung gedroht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Personen erfuhr, warnte Teheran diese mit den USA verbündeten Länder, dass jeder neue Angriff der USA auf Irans Staatsgebiet Vergeltungsmaßnahmen gegen die kritische Energieinfrastruktur in der gesamten Region nach sich ziehen würde. Diese Botschaft wurde demnach im Zuge einer Reihe hochrangiger diplomatischer Kontakte übermittelt, nachdem US-Präsident Donald Trump seinerseits am 28. Juli damit gedroht hatte, das Energienetz und die Infrastruktur der Islamischen Republik anzugreifen. Am 2. August erklärte Trump schließlich, er habe der Absage des Angriffs auf den Iran zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass rasch eine Einigung erzielt werden könne. Insider berichten, der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman habe den US-Präsidenten gedrängt, von militärischen Maßnahmen abzusehen. Er solle stattdessen an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine diplomatische Lösung anstreben. US-Präsident Donald Trump mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Oval Office des Weißen Hauses. dpa Lydia Wolter Trump tritt Berichten über Waffenengpässe entgegen und droht US-Präsident Donald Trump tritt Berichten über angeblich schwindende Waffenvorräte im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs entgegen – und droht Menschen, die dies verbreiten, mit langen Haftstrafen. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb er am späten Mittwochabend: „Die USA verfügen über gewaltige Mengen an „Munition“, insbesondere bestimmter Arten“. Über schwindende Waffenvorräte – allen voran bei weitreichenden Raketen vom Typ und Patriot-Abfangraketen, die auch die Ukraine derzeit dringend benötigt – hatten unter anderem der US-Sender CNN und die Zeitung „Washington Post“ berichtet und sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berufen. Mögliche Engpässe könnten den Handlungsspielraum der USA im Krieg mit dem Iran einengen, bei dem Trump der Zeitung zufolge von einem schnellen und relativ leichten Sieg ausgegangen war. Anna Kipnis Massiver Verkehrsrückgang in Straße von Hormus und Bab al-Mandab Der Schiffsverkehr durch die für den Welthandel wichtigen Meerengen von Hormus und Bab al-Mandab ist am Mittwoch drastisch zurückgegangen. Das geht aus Schifffahrtsdaten des Analysehauses Kpler hervor. Demnach passierten nur zwei Schiffe die Straße von Hormus im Persischen Golf, nach acht am Vortag. Bei den Schiffen handelt es sich um einen mit Kohle beladenen Frachter unter der Flagge Panamas, der in die Wasserstraße einfuhr, und ein Frachtschiff unter der Flagge der Marshallinseln, das sie verließ. Durch die Meerenge Bab al-Mandab im Osten des Roten Meeres fuhr den Daten zufolge am Mittwoch nur ein einziges Frachtschiff unter der Flagge der Bahamas, verglichen mit 20 am Vortag. Luftbild der Straße von Bab al-Mandab Reuters Jeanne Vesper Huthi greifen erneut saudischen Tanker an Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben erneut einen saudischen Öltanker im Golf von Aden angegriffen. Das Schiff sei getroffen und zur Umkehr gezwungen worden, teilte der Militärsprecher Jahja Sari auf Telegram mit. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Saudi-Arabien äußerte sich bisher nicht. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) hatte zuvor von einer Explosion in der Nähe eines Tankers vor der Küste des Jemen berichtet. Der Kapitän des Schiffes habe südöstlich der jemenitischen Hafenstadt Aden eine laute Explosion in unmittelbarer Nähe des Tankers gemeldet. Alle Besatzungsmitglieder seien unverletzt und in Sicherheit. Hinweise auf Umweltschäden gebe es bislang nicht. Die zuständigen Behörden untersuchten den Vorfall. Jeanne Vesper Zwei israelische Soldaten und ein Libanese im Südlibanon getötet Im Süden des Libanon sind bei einer Eskalation der Gewalt nach Angaben des israelischen Militärs zwei seiner Soldaten ums Leben gekommen. Auch mindestens ein Libanese sei getötet worden, teilte das israelische Militär am Donnerstag mit. Israelischen Medienberichten zufolge wurden die Soldaten durch die Detonation eines Sprengsatzes getötet und vier weitere verletzt. Das libanesische Gesundheitsministerium erklärte, bei einem israelischen Angriff auf die Stadt Tibnin im Süden seien eine Person getötet und zwölf weitere verletzt worden. Das israelische Militär hatte am Mittwoch mit erneuten Angriffen im Südlibanon begonnen. Als Grund nannte es eine Verletzung der Waffenruhe durch die Hisbollah-Miliz im Libanon, die mit dem Iran verbündet ist.