Iran-Krieg: USA greifen Teheran an
Startseite Politik Iran-Krieg aktuell: USA nehmen Teheran ins Visier – und Hegseth beziffert Kosten von Trumps Eskalation Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Aktuelle Lage im Iran-Krieg im Überblick: Die USA greifen Teheran an. Trump kündigt eine Attacke auf Atomanlage an und der Iran droht mit Vergeltung. Washington/Teheran – In der elften Nacht hintereinander haben die USA den Iran angegriffen. Dieses Mal geriet bei den aktuellen Angriffen im Iran-Krieg auch die Hauptstadt Teheran ins Visier. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht auf Mittwoch dumpfe Detonationen zu hören, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Iranische Staatsmedien bestätigten, dass die Flugabwehr in mehreren Stadtteilen der Stadt aktiviert wurde, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz nach Ende der gut einstündigen Angriffswelle gab das zuständige US-Regionalkommando Centcom das Ende der Attacken bekannt. Laut Centcom zielten die aktuellen Angriffe im Iran-Krieg darauf ab, „die Fähigkeit des Irans, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen“. Zu den Zielen zählten demnach militärische Kommandozentren, Kapazitäten der iranischen Marine, Flugzeughangars, Lagerstätten für Drohnen sowie militärische Logistik-Infrastruktur. Iranische Staatsmedien meldeten Angriffe aus verschiedenen Regionen des Landes, darunter dem Nordwesten und dem Süden. Es gab auch Meldungen aus der Stadt Buschehr, wo sich das einzige aktive iranische Atomkraftwerk befindet. Iran-Krieg aktuell: Eskalation zwischen Trump und Teheran geht weiter Die Straße von Hormus bleibt im aktuellen Iran-Krieg einer der zentralen Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Laut US-Militär hat der Iran in den vergangenen drei Monaten mehr als 30 kommerzielle Schiffe in der Meeresenge angegriffen. Im Gegenzug habe das US-Militär seit Anfang Mai die Durchfahrt von rund 900 Schiffen und den Transport von 450 Millionen Barrel Rohöl ermöglicht, erklärte Centcom. Der Iran hält die für den globalen Ölhandel immens wichtige Meerenge inzwischen wieder de facto geschlossen; die USA haben eine Blockade iranischer Häfen verhängt. Stunden vor den nächtlichen Angriffen im Iran-Krieg hatte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus neue Drohungen ausgesprochen. Konkret nannte er die als „Pickaxe Mountain“ bekannte unterirdische Anlage südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran als Ziel. „Wir werden dieses Gebiet ziemlich bald und sehr hart angreifen“, sagte Trump. Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran dort eine geheime Urananreicherungsanlage errichtet. Trump fügte hinzu, er würde normalerweise keine Angriffsziele bekanntgeben, doch der Iran könne „nichts dagegen tun“. Ob Pickaxe Mountain tatsächlich Ziel der neuen Angriffswelle war, blieb zunächst unklar. Teheran reagierte mit einer scharfen Warnung: Im Falle eines Angriffs auf Pickaxe Mountain würden „sämtliche Interessen Amerikas, seiner Verbündeten und Unterstützer“ in der Region ins Visier genommen, hieß es in einer Erklärung der iranischen Armeeführung zur aktuellen Lage im Iran-Krieg, die über den staatlichen Fernsehsender Irib verbreitet wurde. Gleichzeitig griff der Iran erneut die Golfstaaten Jordanien, Kuwait und Bahrain an, auf deren Territorium sich US-Militärstützpunkte befinden. Kosten von Trumps Iran-Krieg schießen in die Höhe: Hegseth beziffert US-Ausgaben Auch die finanziellen Dimensionen des aktuellen Iran-Kriegs wurden am Dienstag deutlicher. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezifferte bei einer Anhörung im US-Senat die bisherigen Kriegskosten für die Vereinigten Staaten auf 37,5 Milliarden Dollar (etwa 32 bis 33 Milliarden Euro). In die Summe seien neben bisherigen Ausgaben auch erwartete Kosten bis zum Ende des Haushaltsjahres am 30. September eingerechnet. Hegseth warb zudem für einen Nachtragshaushalt von 67 Milliarden Dollar für das Pentagon, um die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu sichern, verbrauchtes Material zu ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffen zu beschleunigen. Trump selbst skizzierte seine Perspektive auf den Iran-Krieg in düsteren Dimensionen: „Wenn wir jetzt rausgehen, würde der Iran 20, 25 Jahre brauchen, um sich wieder aufzubauen“, sagte er. Zugleich machte er deutlich: „Wir sind noch lange nicht fertig. Wir ziehen jetzt noch nicht ab.“ Lage im Iran-Krieg: Araghtschi schildert Ereignisse nach US-Beschuss – Sicherheitslücke? Einen seltenen Einblick in die Anfangstage des aktuellen Iran-Krieges gewährte unterdessen Irans Außenminister Abbas Araghtschi in einem Interview mit dem iranischen Journalisten Javad Mogouyi, das am Sonntag online veröffentlicht wurde und über das der Guardian berichtet. Araghtschi schilderte, wie er am ersten Kriegstag aus den Trümmern eines Führungskomplexes gerettet wurde, nachdem ein US-israelischer Luftangriff das Gebäude getroffen hatte. „Die dritte Explosion war fast neben unserem Gebäude. Der Bereich, in dem sich das Büro von Herrn Hijazi befand, wurde direkt getroffen, und die linke Seite des Gebäudes wurde vollständig zerstört“, sagte er. Araghtschi bestätigte zudem, dass Israel und die USA über präzise Geheimdienstinformationen über den Aufenthaltsort von Chamenei und anderen Spitzenfunktionären verfügt hätten. „Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die wahrscheinlich noch besteht. Das muss behoben werden“, sagte er. Der Außenminister räumte ein, stets daran gezweifelt zu haben, dass die Verhandlungen mit den USA Früchte tragen würden – hielt sie aber dennoch für notwendig: „Niemand würde uns sagen können, dass es unsere Schuld war.“ Mögliche Eskalation durch neue Angriffe im Iran-Krieg Die nächtlichen Ereignisse in Teheran könnten den Beginn einer neuen Eskalationsphase markieren. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben – damals durch die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe. Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem iranische Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Trump erklärte daraufhin sowohl die Anfang April vereinbarte Waffenruhe als auch das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. (Quellen: dpa, AFP, Guardian, Al Jazeera) (fbu)