Iran-Krieg: USA warfen 900-Kilo-Bombe auf ziviles Wohnhaus
Zweijähriger tot USA warfen wohl 900-Kilo-Bombe auf Wohnhaus von Familie Von t-online, tos 02.08.2026 - 10:12 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Mehrere Mitglieder einer Familie sollen bei einem US-Angriff auf die iranische Insel Keschm getötet worden sein. Ein Bericht wirft die Frage auf, welchem militärischen Zweck der Bombenangriff diente. Bei einem US-Luftangriff auf die iranische Insel Keschm sind nach Angaben iranischer Behörden drei Mitglieder einer Familie getötet worden. Eine Analyse der "New York Times", die sich auf Videos, Fotos, Satellitenbilder und Einschätzungen mehrerer Waffenexperten stützt, kommt zu dem Schluss, dass das betroffene Wohnhaus offenbar von einer 900-Kilogramm-Bombe des Typs Mark-84 getroffen wurde – einer der schwersten Bomben im konventionellen US-Arsenal. Nach iranischen Angaben kamen ein Ehepaar sowie ihr zweijähriger Sohn ums Leben. Zwei weitere Kinder der Familie seien aus den Trümmern gerettet worden und befänden sich in stabilem Zustand. Der Angriff ereignete sich dem Bericht der "New York Times" zufolge in einem dicht besiedelten Wohnviertel der Stadt Keschm im Süden des Iran. Die Insel liegt an der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Die "New York Times" fand nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine militärische Einrichtung in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses. Auch Berichte über militärische Opfer lagen demnach nicht vor. US-Militär will Vorwürfe prüfen Nach Angaben iranischer Behörden mussten rund 20 Haushalte ihre Wohnungen verlassen. Zudem seien zwei Lagerhallen außerhalb der Stadt bei derselben Angriffswelle zerstört worden. Das US-Zentralkommando (Centcom) hatte mitgeteilt, in der Nacht Ziele im Süden des Iran angegriffen zu haben. Die Angriffe seien eine Reaktion auf frühere iranische Attacken auf einen von US-Streitkräften genutzten Stützpunkt in Jordanien gewesen. Zu Berichten über zivile Opfer erklärte ein Sprecher, das Militär prüfe die Vorwürfe. Angaben zum konkreten Angriffsziel oder zur eingesetzten Munition machte das US-Militär nicht. "Wir sind uns der Berichte bewusst und prüfen sie", sagte Centcom-Sprecher Tim Hawkins. Zugleich betonte er: "Das US-Militär greift niemals Zivilisten gezielt an." Schwere Anschuldigungen gegen US-Militär Die "New York Times" ließ die Aufnahmen nach eigenen Angaben von mehreren unabhängigen Waffenexperten auswerten. Demnach sprechen Größe des Kraters und gefundene Trümmerteile dafür, dass eine Mark-84-Bombe mit einem GPS-gesteuerten JDAM-Leitsystem eingesetzt wurde. Auch der französische Munitionsberater Frédéric Gras kam dem Bericht zufolge zu diesem Ergebnis. Der Völkerrechtsexperte Tom Dannenbaum von der Stanford University sagte der Zeitung, Angreifer müssten den erwarteten militärischen Nutzen gegen mögliche Schäden für die Zivilbevölkerung abwägen. Der Einsatz einer 900-Kilogramm-Bombe in einem dicht besiedelten Gebiet sei "nur schwer" mit dieser Verpflichtung vereinbar.