Iran-Krieg: Wadephul sieht „Europa im Fadenkreuz Irans“
Julius Stockheim
Zahl der Angriffe in Straße von Hormus nimmt offenbar zu
In der Straße von Hormus ist es nach Angaben der britischen Seehandelsaufsicht (UKMTO) in den vergangenen Wochen zu besonders vielen Angriffe auf Schiffe gekommen. Im Oktober habe man bereits zur Monatsmitte so viele Attacken registriert wie seit März zu Beginn des Irankrieges nicht mehr, teilte die Behörde am Freitag mit.
Allerdings falle es zunehmend schwer, die tatsächliche Zahl der Angriffe präzise zu erfassen, da die meisten Schiffe inzwischen darauf verzichteten, diese zu melden. Dennoch meldete die UKMTO für die Woche bis Freitag zehn Angriffe in der Meerenge. Ein Schiff sank.
Julius Stockheim
Katar sagt Unterstützung für Wiederaufbau im Libanon zu
Katar will den Libanon beim Wiederaufbau seiner Wirtschaft, seines maroden Stromnetzes und der vom Krieg zerstörten Infrastruktur im Süden des Landes unterstützen. Wichtig sei Katar auch die Förderung des libanesischen Militärs als „nationale Institution, die die Sicherheit, Einheit und Stabilität des Landes wahrt“, sagte der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Freitag nach einem Treffen mit seinem libanesischen Amtskollegen Nawaf Salam in Beirut.
Zur Verbesserung des Stromnetzes hat QatarEnergy dem Regierungschef zufolge eine Vereinbarung mit dem französischen Konzern TotalEnergies getroffen habe, um gemeinsam ein Solarkraftwerk im Libanon zu bauen. „Die katarische Seite wird das Projekt finanzieren, umsetzen und in Betrieb nehmen, ohne dass dem libanesischen Staat dabei Kosten entstehen“, sagte Salam.
Auch der Konflikt Israels mit der libanesischen Hisbollah und die Folgen für die Menschen im Südlibanon waren Themen von Gesprächen des katarischen Ministerpräsidenten in Beirut. Al Thani sagte, Israel solle sich aus dem Libanon zurückziehen und seine Angriffe in dem Land einstellen.
Libanons Premierminister Nawaf Salam (rechts) und Qatar's Außenminister Sheikh Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani in Beirut. Lebanese Government Press Office / AFP
Patricia Hoffhaus
Wadephul: „Europa ist im Fadenkreuz Irans“
Bundesaußenminister Johann Wadephul warnt neben der Bedrohung durch Russland auch vor hybriden Angriffen des Iran in Europa. „Europa ist im Fadenkreuz Irans“, sagt Wadephul bei einer Pressekonferenz mit dem portugiesischen Außenminister Paulo Rangel in Berlin. Der Minister verweist darauf, dass Großbritannien einen versuchten Anschlag auf einen militärischen Stützpunkt in Fairfield dem Iran zugeschrieben habe. „Wir nehmen die feindseligen Aktivitäten Irans nicht hin, die sich gegen Jüdinnen und Juden hier in Deutschland und unsere offene Gesellschaft insgesamt richten“, sagt Wadephul.
Patricia Hoffhaus
Verletzte bei Angriff israelischer Siedler im Westjordanland
Israelische Siedler haben Augenzeugen zufolge im Westjordanland Palästinenser angegriffen. Unter den mindestens zwei Verletzten in dem Dorf Abu Falah sei auch eine Fotojournalistin der „Washington Post“, teilen palästinensische Sanitäter mit. Zu dem Angriff kam es während der Olivenernte. Etwa 80 schwarz gekleidete und maskierte Siedler hätten Olivenbäume in Brand gesetzt und Steine geworfen, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Palästinenser hätten sich mit Steinwürfen verteidigt. Während der Zusammenstöße seien mindestens zwei Jeeps des israelischen Militärs durch das Gebiet gerast. Die Soldaten hätten Tränengas in Richtung der Palästinenser abgefeuert. Zudem seien Schüsse aus scharfen Waffen zu hören gewesen. Das israelische Militär nahm zu dem Vorfall zunächst nicht Stellung. Auch die „Washington Post“ äußerte sich vorerst nicht zu dem Vorfall.
Miriam Braun
UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien
Der UN-Sicherheitsrat hat die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Ziele in Saudi-Arabien scharf verurteilt. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung bezeichnete das Gremium Angriffe auf zivile Flughäfen und andere Einrichtungen als rücksichtslos.
In dem Text bekundete der Rat seine Solidarität mit Saudi-Arabien. Zudem bekräftigte er das dem Königreich nach dem Völkerrecht zustehende Recht auf Selbstverteidigung. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen geben nur selten einstimmige Erklärungen zu globalen Konflikten ab.
Patricia Hoffhaus
USA: Iran traf Containerschiff in der Straße von Hormus
Irans Revolutionsgarden haben nach Angaben des US-Militärs ein Containerschiff in der Straße von Hormus mit einem Geschoss getroffen. Die „GFS PRIDE“ sei dort aber – anders als vom Iran dargestellt – am Mittwoch nicht auf eine Seemine gefahren, betonte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X. Durch die Bestätigung des Angriffs ließ es aber auch erkennen, dass die Durchfahrt durch die für den weltweiten Ölhandel zentrale Meerenge für Handelsschiffe aktuell mit Risiken verbunden ist.
Die Hafenbehörde in Singapur hatte bereits am Mittwoch gemeldet, dass die „GFS PRIDE“ und ein weiteres in Singapur registriertes Schiff von unbekannten Geschossen getroffen worden seien, während sie die Meerenge passierten. Die „GFS PRIDE“ sei dabei beschädigt worden, habe Feuer gefangen und sei inzwischen gesunken, hieß es. Die 21 Besatzungsmitglieder seien rechtzeitig evakuiert worden.
Patricia Hoffhaus
Angriff in Aden im Jemen – Regierungsmitglieder unverletzt
Im Jemen ist der Sitz der international anerkannten Regierung in der südlichen Hafenstadt Aden mit Raketen angegriffen worden. Die Gegend um den Al-Maaschik-Palast sei unter Beschuss geraten, sagten Augenzeugen und Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Über das Ausmaß der Schäden oder mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben. Es war auch unklar, ob das Palastgebäude selbst getroffen wurde.
Der von der Huthi-Miliz kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah berichtete, ein „Militär-Hauptquartier, das von saudischen Offizieren geführt wird“, sei angegriffen worden. Vermutet wurde eine Attacke der Huthi, die den Angriff zunächst aber nicht für sich beanspruchten. Auch saudische Medien berichteten, dass die Huthi-Miliz den Palast angegriffen habe. Die hohen Vertreter der jemenitischen Regierung seien bei dem Angriff nicht verletzt worden, hieß es weiter.
Patricia Hoffhaus
20 Huthi-Angriffe am Flughafen Riad im Laufe von zwei Wochen
Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach saudischen Angaben den internationalen Flughafen von Riad in den vergangenen zwei Wochen 20-mal angegriffen. Das sagte Turki al-Maliki, Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses zum Kampf gegen die Huthi. Dabei seien insgesamt 17 Menschen getötet und mehr als 330 verletzt worden. Auch die indische Botschaft in Riad hatte ein Todesopfer in diesem Zeitraum gemeldet, weshalb teils von 18 Toten am Flughafen Riad die Rede war. Zudem seien zwei Menschen bei einem Huthi-Angriff auf den Flughafen Abha im Süden des Landes getötet und 28 weitere verletzt worden, teilte al-Maliki mit.
Patricia Hoffhaus
IEA will Ölreserven schneller freigeben
Mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise will die Internationale Energieagentur (IEA) Ölnotreserven wie von Deutschland und den übrigen G7-Staaten gefordert beschleunigt freigeben. Angesichts der angespannten Lage auf den Dieselmärkten solle der Freigabe von Diesel dabei Vorrang eingeräumt werden, teilte die IEA nach einer Verwaltungsratssitzung in Paris mit. Konkret geht es darum, die im März als Reaktion auf den Iran-Krieg beschlossene Freigabe von Ölreserven zu beschleunigen und so bald wie möglich abzuschließen.
Die IEA hatte die Freigabe einer Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl aus strategischen Ölreserven beschlossen. Davon seien bislang aber erst rund 330 Millionen Barrel tatsächlich geflossen, teilte die IEA mit. Dabei hätten einige Länder allerdings schon größere Mengen freigegeben, als sie ursprünglich zugesagt hatten. Die Freigabe der noch ausstehenden, im März zugesagten Bestände werde nun rund 100 Millionen Barrel auf den Markt bringen, darunter 20 Millionen Barrel Diesel.
Lukas Bay
EU und Golfstaaten verschieben Gipfeltreffen in Riad
Die Europäische Union hat das für den 24. Oktober geplante Gipfeltreffen mit den Golfstaaten in Saudi-Arabien verschoben. Einen Grund dafür nannte die EU nicht, sie erklärte lediglich, dass ein neuer Termin zu gegebener Zeit bekanntgegeben werde. Hintergrund der Entscheidung dürften allerdings zunehmende Sicherheitsbedenken wegen der Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Saudi-Arabien sein.
Trotz der Absage betonte die EU die große strategische Bedeutung der Beziehungen zu der Region. Sie bleibe entschlossen, die Partnerschaft weiter zu vertiefen, hieß es.
Lukas Bay
Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten
Israels Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot hat versprochen, die Herrschaft der islamistischen Hamas im Gazastreifen binnen 18 Monaten zu beenden, sollte er Ministerpräsident werden. Der wichtigste Rivale des amtierenden Regierungschefs Benjamin Netanjahu warf diesem vor, auch drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober die Kriegsziele nicht erreicht zu haben.
Die Bedrohungen an allen Kriegsfronten dauerten an, sagte Eisenkot vor Journalisten an der Grenze zum Gazastreifen. Der 66-jährige Vorsitzende der Partei Jaschar (hebräisch für „geradeaus“), die in der politischen Mitte angesiedelt ist, erinnerte an seinen Sohn und zwei seiner Neffen, die im Gaza-Krieg gefallen waren.
„Innerhalb von 18 Monaten nach meinem Amtsantritt als Ministerpräsident wird die Hamas nicht mehr über den Gazastreifen herrschen“, sagte Eisenkot nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“. Man werde den militärischen Arm der Hamas zerschlagen.
Lukas Bay
US-Militär erwägt Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen Iran
Das US-Militär hat einem Medienbericht zufolge für den Fall neuer Kämpfe im Iran-Krieg Angriffspläne gegen Energie- und Atomanlagen der Islamischen Republik vorbereitet, die auch den Einsatz seiner schwersten konventionellen Bombe vorsehen. Dies berichtet der Sender CNN unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute US-Vertreter.
Sollte US-Präsident Donald Trump entsprechende Angriffe anordnen, könnte demnach die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb – auch bekannt als „Mutter aller Bomben“ – abgeworfen werden. Der Einsatz der größten nichtatomaren Waffe im US-Arsenal würde eine erhebliche Eskalation des Konflikts bedeuten. Den Insidern zufolge gibt es in Militärkreisen jedoch Zweifel, ob sich die strategischen Ziele mit der Bombe tatsächlich erreichen lassen.
Der etwa zehn Tonnen schwere Sprengsatz wurde im Jahr 2003 erstmals getestet. Erstmals eingesetzt haben die US-Streitkräfte die Bombe im April 2017 im Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS in Afghanistan. Ziel war damals ein Tunnelsystem der Extremisten.
Miriam Braun
Trump macht Scherze über ausgeschaltete iranische Führungsspitze
US-Präsident Donald Trump hat im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg offenbar scherzhaft angedeutet, zu viele Mitglieder der iranischen Führung getötet zu haben. Bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Arizona fragte er das Publikum spöttisch, ob jemand von den Anwesenden gerne die Führung der Islamischen Republik übernehmen wolle. Bei den gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffen zu Beginn des Krieges waren Irans Oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, und große Teile der iranischen Führungsspitze getötet worden.
„Also bin ich wahrscheinlich ein bisschen zu weit gegangen. Das tut mir leid, denn ich weiß nicht mehr, mit wem zum Teufel wir es überhaupt noch zu tun haben. Aber das wird sehr bald ein Ende haben“, sagte Trump.
Miriam Braun
Iranischer Parlamentspräsident über USA: „Sie brechen ihre Versprechen“
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat seine Landsleute dazu aufgerufen, den USA gegenüber misstrauisch zu bleiben. Hauptanliegen Teherans sei es, einen weiteren US-Angriff zu verhindern, sagte Ghalibaf am Mittwoch in einer im iranischen Fernsehen übertragenen Rede. Selbst ein unterzeichnetes Abkommen mit Washington biete jedoch keine Garantie dafür. Auch während laufender Verhandlungen müsse der Iran auf einen Krieg vorbereitet sein.
„Sie brechen ihre Versprechen“, sagte Ghalibaf über die USA. Daher müssten die Iraner mutig gegen den „tyrannischen Feind“ kämpfen. „Erst dann werden wir eine nachhaltige Abschreckung erreicht haben“, sagte er. „Amerika muss bestraft werden. Amerika muss sein Verhalten ändern. Es muss begreifen, dass es sich mit dem iranischen Volk arrangieren muss.“
Sabrina Frangos
US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört. Vergangene Woche hätten US-Streitkräfte das Schiff angegriffen, da es im Golf von Oman auf einer Aufklärungsmission gewesen sei und Schiffe der US-Marine ins Visier genommen habe, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Besatzung des Schiffs sei vor dem Angriff in Sicherheit gebracht worden.
Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitestgehend ungestört. Nach Kriegsbeginn brachte der Iran den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen fast zum Erliegen. Auch das US-Militär attackierte wiederholt zivile iranische Schiffe.
Vivian Melchert
UN-Blauhelmchef warnt vor Folgen von Abzug aus dem Libanon
Der Leiter der Abteilung für Friedenssicherungseinsätze der Vereinten Nationen, Jean-Pierre Lacroix, hat vor den Folgen eines Abzugs von UN-Blauhelmen aus dem Libanon gewarnt. Die Soldaten der dort seit mehr als 48 Jahren aktiven Friedensmission Unifil würden unter anderem dazu beitragen, unbeabsichtigte Eskalationen zwischen libanesischen und israelischen Soldaten zu verhindern, sagte Lacroix der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch in Beirut.
Wenn das Unifil-Mandat mit Jahresende ausläuft - so wie vom UN-Sicherheitsrat beschlossen -, wäre im Südlibanon nur noch die seit Jahrzehnten bestehende Beobachtermission UNTSO stationiert, sagte Lacroix. Aber die Frage sei, ob diese ohne militärischen Schutz der Unifil-Blauhelme agieren könne.
Der Libanon bekräftige seine Forderung nach einer Verlängerung des Unifil-Mandats. Der libanesische Präsident Joseph Aoun sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit Lacroix, ein Abzug der Friedenstruppe „würde ein Vakuum schaffen, das negative Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Region hätte“.
Vivian Melchert
Netanjahu will keinen neuen Angriff auf Iran vor Wahl am 27. Oktober
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt einen erneuten Angriff auf den Iran vor der Parlamentswahl im eigenen Land am 27. Oktober ab. Zugleich warnte er am Mittwoch im israelischen Armeerundfunk jedoch die Führung in Teheran und ihre Verbündeten vor Angriffen auf Israel. „Das ist für uns nicht günstig, das ist nicht gut“, sagte Netanjahu in dem Interview auf die Frage nach einem möglichen Präventivschlag. Damit wies er auch Vorwürfe politischer Gegner zurück, er suche vor der Wahl eine militärische Konfrontation. Netanjahu wiederholte seine Warnung an den Iran, Israel werde im Falle eines Angriffs mit aller Härte reagieren.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz warnte zudem die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz vor einem Angriff. Die Hisbollah werde „einen schweren Schlag erleiden und weitere Gebiete im Südlibanon verlieren“, sagte Katz. Er äußerte sich von der von Israel besetzten sogenannten Sicherheitszone im Südlibanon aus. Diese Gebiete würden Teil der permanenten israelischen Sicherheitszone werden. Die israelischen Streitkräfte seien auf einen entsprechenden Einsatz vorbereitet. Katz fügte hinzu, eine Million Schiiten würden vertrieben, und die Hochburg der Hisbollah in Beirut würde nicht verschont. Israel war in diesem Jahr nach Raketenangriffen der Hisbollah in den Südlibanon einmarschiert. Hunderttausende Menschen wurden durch die Kämpfe bereits vertrieben.
Julius Stockheim
EU kritisiert Wahlaufschub in den Palästinensergebieten
Die EU übt scharfe Kritik an der Verschiebung der Wahlen in den Palästinensergebieten. Die Entscheidung der Palästinensischen Autonomiebehörde, die ursprünglich für den 28. November vorgesehenen Parlamentswahlen sowie die für Anfang 2027 geplante Präsidentschaftswahl auf September 2027 zu verschieben, sei äußerst bedauerlich, heißt es in einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas im Auftrag der 27 Mitgliedstaaten veröffentlichten Erklärung. Demokratische und transparente Wahlen im gesamten besetzten palästinensischen Gebiet seien seit Langem überfällig.
Die Palästinenser müssten die Möglichkeit haben, ihre politische Führung und ihre Vertreter in den Institutionen zu wählen. Die Palästinensische Autonomiebehörde wird seit mehr als 20 Jahren von Präsident Mahmud Abbas geführt; seine reguläre vierjährige Amtszeit endete bereits 2009. Als Gründe für die Absage der Wahlen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen wurden militärische Einschränkungen durch Israel, der Ausbau jüdischer Siedlungen, Angriffe bewaffneter Siedler sowie die fehlende Bewegungsfreiheit genannt.
Timm Seckel
Russland nimmt Dieselexporte wieder auf
Russland hat nach einer Vereinbarung mit den USA seine Dieselausfuhren wieder aufgenommen. Daten des Anbieters LSEG vom Mittwoch zufolge wurde im Ostsee-Hafen Primorsk ein Tanker mit rund 40.000 Tonnen schwefelarmem Diesel beladen. Das Schiff wurde demnach am Dienstag beladen und befindet sich auf dem Weg nach Marokko.
US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche erklärt, Russland habe zugestimmt, die Weltmärkte mit Diesel zu versorgen. Das soll die Kraftstoffpreise senken. Seine Regierung setzte daraufhin die US-Sanktionen gegen russischen Treibstoff vorübergehend aus, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt worden waren. Trump und seine Republikaner stehen vor den Zwischenwahlen zum Kongress Anfang November wegen der hohen Spritpreise unter Druck, die sich im Zuge des von den USA begonnenen Krieges gegen den Iran massiv verteuert haben.
Der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak sagte, es liefen Verhandlungen zwischen Russland und den USA, um einen Vertrag über die Diesellieferungen fertigzustellen. Es werde ein Mechanismus gesucht, der die Lieferungen trotz der westlichen Sanktionen gegen russische Unternehmen ermögliche.
Julius Stockheim
Iran hält US-Angriff vor Kongresswahlen für möglich
Der Iran hält trotz gegenteiliger Aussagen von US-Präsident Donald Trump neue Angriffe noch vor den Kongresswahlen für möglich. Dies sei eine „durchaus realistische Möglichkeit, da die Trump-Regierung vor den Midterms einen Erfolg vorweisen muss“, sagte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Mohebi, im Interview der Zeitung „Tehran Times“.
Die Islamische Republik sei auf ein solches Szenario vorbereitet, sagte er weiter. Zuletzt war die Sorge vor einer erneuten Eskalation im Irankrieg gestiegen. Trump dementierte vergangenen Donnerstag, den Iran vor den Kongresswahlen Anfang November angreifen zu wollen. Die US-Regierung führe „konstruktive Gespräche“ mit Teheran, hieß es.
Julius Stockheim
Containerschiff sinkt offenbar nach Minentreffer vor Straße von Hormus
Ein Containerschiff ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden in den Gewässern südlich der Straße von Hormus auf eine Seemine gelaufen und gesunken. Das Schiff sei in Brand geraten, teilt die Marine der Garden mit. Der Frachter mit rund 2500 Containern an Bord habe versucht, eine nicht genehmigte und gefährliche Route zu befahren, heißt es in der von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung weiter. Zugleich rufen die Revolutionsgarden Schiffe und Fischer in der Region zur Vorsicht auf.
Julius Stockheim
Huthi-Miliz meldet zwei Tote in jemenitischer Provinz Hudaida
Bei einem Luftangriff im Jemen sollen in der Provinz Hudaida zwei Menschen getötet worden sein. Das Gesundheitsministerium der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz teilte am Mittwoch mit, der Angriff im Gebiet des Hafenterminals Ras Issa habe sich am Dienstag ereignet. Es machte Saudi-Arabien verantwortlich. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition griff am Dienstag auch eine Ölanlage in der Hauptstadt Sanaa an. Am Mittwoch waren in Saudi-Arabiens Hauptstadt Explosionen zu hören, wie Einwohner Riads der Nachrichtenagentur AP berichteten.
Julius Stockheim
Frau bei israelischem Angriff in Gaza getötet
Bei einem israelischen Angriff auf eine Wohnung in der größten Stadt des Gazastreifens soll eine Frau getötet worden sein. Das teilte das Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza am Mittwoch mit. Das israelische Militär erklärte, der Angriff habe einem Mitglied der militant-islamistischen Hamas gegolten. Das Ergebnis werde aber noch geprüft. Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen eine Waffenruhe, die die schwersten Gefechte beendet hat.
Israel greift jedoch weiterhin beinahe täglich Ziele in dem Palästinensergebiet an. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden seit Beginn der Waffenruhe fast 1.500 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet. Das Ministerium unterscheidet in seiner Statistik nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten. UN-Organisationen und unabhängige Experten halten die Zahlen grundsätzlich für belastbar.
Sarah Sendner
Angriff auf saudischen Ölkonzern Aramco löst Brand aus
Bei einem Angriff auf das Gelände des saudischen Ölkonzerns Aramco ist in einem Verwaltungsgebäude ein Feuer ausgebrochen. Verletzte wurden nicht gemeldet, teilte das saudische Energieministerium mit. Zuvor hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition vor anfliegenden Raketen gewarnt, die auf die Ostprovinz gerichtet gewesen seien. Die Region zählt zu den wichtigsten Erdölfördergebieten des Landes, Aramco zu den größten Ölproduzenten der Welt.
Die Vorfälle ereigneten sich am Dienstagabend, als die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und die saudisch geführte Koalition gegenseitig Angriffe meldeten. Unklar ist noch, ob ein direkter Treffer oder Trümmer abgefangener Geschosse den Brand ausgelöst haben. Auch das Ausmaß des Schadens ist derzeit nicht bekannt.