Iran nimmt sechs Schiffe ins Visier
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Iran-Krieg aktuell: Gegenseitige Angriffe auf Schiffe – Öltanker versenkt
Von: Konstantin Ochsenreiter
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In der Straße von Hormus dauern die Kämpfe an: Nach US-Angriffen auf drei Tanker droht Iran nun weiteren Schiffen. Auch abseits der Meerenge geraten Ziele in den Fokus.
Washington, D.C. – Die Kämpfe in der Straße von Hormus halten an: Mit dem Angriff der US-Armee auf drei Öltanker, erklärten die iranischen Revolutionsgarden, wiederum mehrere US‑Schiffe ins Visier zu nehmen. Die iranischen Streitkräfte würden derzeit auf sechs Schiffe, auch abseits der Straße von Hormus, zielen, erklärten die Revolutionsgarden am Samstagabend. Sie warnten andere Schiffe vor dem Versuch, die Meerenge auf nicht genehmigten Routen zu durchqueren.
Dem US-Militär zufolge stellten die Angriffe auf die drei Öltanker eine Vergeltung für „mehrere“ Attacken der Iraner auf amerikanische Kriegsschiffe in der Region dar. Die Revolutionsgarden feuerten demnach mit ballistischen Raketen auf einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer. Die Schiffe hätten jedoch ausweichen können, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Die Angriffe wurden auch von iranischen Medien bestätigt. Das Einräumen der Angriffe durch Centcom zeige die Offensivkraft der Revolutionsgarden und das Scheitern der amerikanischen Aggressoren, berichtete etwa die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.
Hormus-Konflikt eskaliert: US-Armee versenkt Öl-Tanker
Bereits am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Eines der angegriffenen Schiffe sei die „M/T Kylo“ gewesen. Mit „Präzision und Professionalität“ hätte die US-Armee den iranischen Öltanker im Golf von Oman versenkt, erklärte Centcom in der Nacht auf Sonntag (6. September) via X. Die „M/T Kylo“ sei bei dem Angriff an „mehreren entscheidenden Stellen“ getroffen worden, um sie unbrauchbar zu machen. Zuvor sei die Besatzung dazu angewiesen worden, den Tanker zu verlassen, hieß es gemäß Centcom. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Gemäß Centcom sei der Tanker auch nicht mit Öl beladen gewesen. Ein vom Regionalkommando veröffentlichtes Video zeigte Feuer und Flammen über dem Schiff mit Schlagseite. Alle drei Schiffe seien „Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks, das die Revolutionsgarden und ihre regionalen Stellvertreter finanziert“.
Angriffe auf Tanker vor Kharg: Washington erhöht den Druck
Einer der beiden anderen vom US-Militär angegriffenen Tanker befand sich laut US-Militär vor der für den iranischen Ölexport bedeutenden Insel Kharg im Persischen Golf, das dritte Schiff demnach im Golf vom Oman. Die beiden Tanker seien durch den Beschuss dauerhaft unbrauchbar geworden, hieß es.
Kharg ist der wichtigste Umschlagplatz für iranische Rohölexporte. Berichten zufolge werden dort mehr als 90 Prozent der iranischen Exporte abgewickelt. Diese stellen für die Regierung in Teheran im Normalfall die wichtigste Einnahmequelle dar. Aktuell kann der Iran wegen einer US-Seeblockade kaum Öl exportieren. Der Iran wiederum blockiert mit Angriffen und Drohungen weitestgehend den Transit von Schiffen durch die Straße von Hormus. Die Meerenge ist von großer Bedeutung für den Export von Öl, Flüssiggas und Dünger aus den Staaten des Persischen Golfs.
Straße von Hormus unter Spannung: Iran droht mit „härteren Angriffen“
Nach den Angriffen vom Samstag hatte Centcom-Kommandeur Brad Cooper die Revolutionsgarden mit deutlichen Worten gewarnt: „Wenn ihr auf zwei unserer Schiffe schießt, werden wir euch noch höhere wirtschaftliche Kosten auferlegen – indem wir drei eurer Schiffe ausschalten.“ Die US-Streitkräfte seien bereit, die zahlenmäßig begrenzte und ungeschützte Ölflotte des Irans zu zerstören.
Zuvor hatte das iranische Außenministerium die US-Regierung unter Donald Trump wegen der US-Angriffe auf die Öltanker scharf kritisiert und diese als „illegale und aggressive Handlungen“ bezeichnet. Zudem drohte der Iran mit „härteren Angriffen“, sollten die Kampfhandlungen der USA weiter andauern.
Trump-Minister droht: „Wir werden das Regime ersticken“
Die Meerenge von Hormus hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitgehend. Laut US-Medienberichten eskortiert das US-Militär jedoch immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der omanischen Küste durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Vor dem Krieg war die Meerenge für die Schifffahrt offen.