Iran: Sicherheitspolitiker warnen vor iranischen Anschlägen in Deutschland
Politiker von Union, SPD und Grünen haben angesichts eines Racheaufrufs gegen westliche Politiker in einer iranischen Tageszeitung vor Anschlägen in Deutschland gewarnt. Die auflagenstarke Tageszeitung Hamshahri hatte eine Grafik mit Vergeltungsaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Zeitung betitelte den Beitrag mit der Zeile: »Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen.« Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter sagte dem Handelsblatt mit Blick auf die Liste: »Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet.« Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, sprach von einer hohen Gefährdungslage. Die aktuellen Vorgänge verstärkten diese Bewertung. Die aktuelle Lage sei geeignet, »extremistische Milieus zu emotionalisieren und Einzeltäter zu mobilisieren«. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz, sagte: »Eine solche Listung durch eine iranische Zeitung geschieht mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht ohne Billigung oder gar im direkten Auftrag des Mullah-Regimes.« Eine unmittelbar neue Gefährdung für den »extrem gut geschützten Kanzler« sieht von Notz durch die Liste allerdings nicht. Auch Trump, Netanjahu und Macron sollen für den Tod Ali Chameneis »bezahlen« Auf der von der iranischen Tageszeitung veröffentlichten Liste der westlichen Politiker, die für den Tod des geistlichen Führers Ali Chamenei »bezahlen« sollen, waren neben Merz auch US-Präsident Donald Trump, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und der scheidende britische Premierminister Keir Starmer zu sehen.