Iran: USA untergraben israelischen Anschlag auf Araghtschi und Ghalibaf
Im Visier Israels Trump untergräbt Anschlagspläne gegen Irans Top-Verhandler Von t-online 03.07.2026 - 13:49 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Trump setzt im Krieg gegen den Iran auf Verhandlungen, Netanjahu auf einen Regimewechsel. Nun enthüllen Recherchen, wie die US-Regierung einen Anschlag auf Irans Chef-Unterhändler verhinderte. Vor den offiziellen Trauerfeiern für den getöteten Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei am Samstag in Teheran formulierte die iranische Staatsspitze eine eindringliche Mahnung und warnte vor möglichen Attentatsplänen aus dem Ausland. "Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird", hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die iranische Medien verbreiteten. Berichte der Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" belegen nun, wie aktuell die Furcht vor Attentatsplänen aus dem Ausland ist. Demnach konnte die US-Administration von Präsident Donald Trump die israelische Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nur mit Mühe davon abbringen, die iranischen Chef-Unterhändler bei den Friedensgesprächen zu töten. Den Recherchen zufolge hatte die israelische Seite vor, Irans Außenminister Abbas Araghtschi und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf auszuschalten. "Wenn man diese Leute tötet, tötet man die Pragmatiker", zitierte die "Washington Post" einen US-Diplomaten. Die USA und Israel verfolgten mit dem Krieg gegen den Iran unterschiedliche Ziele. Israel setzte auf einen Regimewechsel in Teheran und ein Ausschalten der iranischen Führung. US-Warnungen über Mittelsmänner Laut einem Bericht des arabischen Senders "Al-Mayadeen" waren die israelischen Planungen dabei sehr konkret. So wurde die iranische Delegation auf dem Flug in die pakistanische Hauptstadt Islamabad, wo die Verhandlungen mit den USA geplant waren, von israelischen Kampfjets bedroht. Über Mittelsmänner ließen die USA dem Iran wohl eine Warnung zukommen. Danach sei die Flugroute geändert worden. Auf dem Rückweg musste Ghalibafs Flieger nach Sicherheitswarnungen gar eine Zwischenlandung einlegen. "Die Tötung hochrangiger iranischer Führungskräfte war von Kriegsbeginn an Teil der israelischen Strategie", so die "Washington Post". Demnach war Netanjahus Regierung spätestens seit März alarmiert über US-Pläne, einen Ausgleich mit Iran über Verhandlungen zu führen. Seither warnte die US-Administration Netanjahu davor, die Top-Verhandler auszuschalten. Die israelische Seite lehnte einen Kommentar ab. Der ehemalige US-Diplomat Aaron David Miller gab sich offener. Er sagte der "Washington Post" über die eindringliche Warnung der US-Regierung: "Dies verdeutlicht die unterschiedlichen Kriegsziele der USA und Israels sowie die feste Entschlossenheit des israelischen Premierministers, jegliche Verhandlung zu untergraben, die die USA möglicherweise zum Abschluss bringen könnten." Bereits unmittelbar nach Beginn des Krieges im Februar war Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde schwer verwundet. Iran-Fachleute warnen jedoch vor der neuen Führungsriege, die auf die alten Machthaber in Teheran folgen könnte.