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Iran vor dem nächsten Krieg: Teheran fährt wohl Drohnenproduktion hoch

Welt

Produktion neuer Drohnen

Der Iran bereitet sich auf den nächsten Krieg vor

Von t-online, tos

24.10.2026 - 14:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Vereinigten Staaten drohen dem Iran mit neuen Angriffen. Teheran soll darauf allerdings vorbereitet sein, wie neue Bilder nahelegen.

Das iranische Staatsfernsehen hat am Donnerstag Aufnahmen ausgestrahlt, die eine unterirdische Drohnenfabrik zeigen sollen. Zu sehen ist Armeechef Amir Hatami bei einem Rundgang durch die Anlage. Der Iran habe seine Produktionszentren ausgebaut und verfüge heute über "sehr gute Reserven", sagte er. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte nicht unabhängig überprüfen, wann und wo die Bilder entstanden sind.

Wie viele Drohnen der Iran derzeit herstellen kann, ist unklar. Vor dem Krieg gegen die USA und Israel in diesem Jahr schätzten Analysten die Produktionskapazität auf etwa 10.000 Drohnen im Monat.

Bauteile kommen aus Fernost

Nach einer Analyse der US-Denkfabrik CSIS vom Juni ist Teheran beim Wiederaufbau auf Importe angewiesen, vor allem bei Elektronik und Motoren. Teile für Kolbenmotoren kommen demnach vor allem aus China und Hongkong. Das "Wall Street Journal" wertete iranische Zolldaten aus: Chinesische Firmen schickten im ersten Halbjahr 2026 rund 1.300 Lieferungen mit zivil wie militärisch nutzbaren Gütern an das iranische Verteidigungsministerium, darunter GPS-Geräte, Elektromotoren und Teile für Flugzeugtriebwerke.

Zwei Tage nach der Einigung auf eine Waffenruhe am 17. Juni trafen demnach mehr als ein Dutzend weitere Sendungen mit Drohnenteilen im Wert von über sechs Millionen Dollar ein.

Ist der Iran auf einen neuen Krieg vorbereitet?

Wie schnell Teheran vorankommt, ist umstritten. Wie der Sender CNN im Mai unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtete, nahm das Land schon während der Waffenruhe ab Anfang April Teile seiner Drohnenproduktion wieder auf. "Die Iraner haben alle Zeitpläne übertroffen, die die Geheimdienste für den Wiederaufbau hatten", zitierte CNN einen US-Beamten.

Manche Schätzungen gingen davon aus, dass Iran seine Fähigkeit zu Drohnenangriffen binnen sechs Monaten vollständig wiederherstellen könne. Hinzu kommt Hilfe aus Russland: Moskau schicke dem Iran verbesserte Shahed-Drohnen mit besserer Navigation, berichtete die Associated Press im Frühjahr unter Berufung auf US- und europäische Beamte.

Andere Fachleute sind zurückhaltender. Der frühere CIA-Analyst Jim Lamson schreibt im Fachportal "War on the Rocks", iranische Erfolgsmeldungen spiegelten eher die Montage aus fertigen Bauteilen wider als einen Wiederaufbau der Industrie. Das sei nur eine kurzfristige Lösung. Für die Wiederherstellung der Lieferketten veranschlagt er mindestens zwei bis drei Jahre, stuft diese Schätzung aber selbst als unsicher ein.

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