DAX -0,73 % 26.246,99 Pkt 11:53:03 MDAX -1,02 % 32.131,75 Pkt 11:53:08 Euro Stoxx 50 -0,56 % 6.493,94 Pkt 11:53:00 Dow Jones -0,71 % 53.459,78 Pkt 22:42:57 S&P 500 -0,69 % 7.745,06 Pkt 22:42:27 Nasdaq -0,59 % 26.644,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,72 % 4.449,80 USD 11:58:01 Silber -1,41 % 65,19 USD 11:58:01 Brent -0,12 % 90,76 USD 11:58:06 WTI -0,64 % 83,96 USD 11:58:00 Bitcoin -0,63 % 64.099,63 USD 12:08:00 EUR/USD +0,06 % 1,15810 USD 12:07:58 EUR/GBP +0,15 % 0,85570 GBP 12:08:08 EUR/CHF -0,06 % 0,93990 CHF 12:08:08 EUR/JPY +0,27 % 184,783 JPY 12:08:08

IRENA-Bericht: Erneuerbare schlagen fossile Kraftwerke bei Kosten

Wirtschaft

Kai Imhoff Über 90 Prozent der 2025 gebauten Großanlagen für erneuerbare Energie waren günstiger als jede neue fossile Alternative. Gaskraftwerke werden weltweit immer teurer, dafür sinken die Kosten für Wind und Solar weiter. Länder, die bisher auf den Import von fossilen Brennstoffen angewiesen waren, sparen dadurch Hunderte Milliarden Dollar. Weiterlesen nach der Anzeige Das zeigt der neue Kostenbericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), den die Organisation zuletzt veröffentlichte. Die Zahlen haben geopolitische Sprengkraft: Allein 2025 vermieden erneuerbare Anlagen weltweit geschätzte 480 Milliarden US-Dollar an fossilen Brennstoffkosten, die den Förderländern entsprechend nicht zuflossen. Die Datengrundlage ist breit. IRENA wertet für den Bericht "Renewable Power Generation Costs in 2025" Auktionsergebnisse, Stromabnahmeverträge und Tarife realer Großprojekte weltweit aus. Die zentrale Kennzahl ist der LCOE (Levelized Cost of Electricity), also die über die gesamte Lebensdauer diskontierten Vollkosten pro Megawattstunde. Im Ergebnis blieb Solar-PV 2025 bei 44 US-Dollar pro MWh stabil, Onshore-Wind sank um 4 Prozent auf 33 US-Dollar/MWh, Offshore-Wind um 3 Prozent auf 78 US-Dollar/MWh. Gaskraftwerke unter Druck Auf der Gegenseite wird Strom aus fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas spürbar teurer. Hinzu kommt ein weltweiter Mangel an Gasturbinen – befeuert durch den Boom stromhungriger Rechenzentren und neue Backup-Kapazitäten –, der die Lieferzeiten auf bis zu vier Jahre verlängert hat. In den USA verdoppelten sich die Investitionskosten für neue Kombikraftwerke nahezu. In Märkten mit hoher LNG-Importabhängigkeit wie Deutschland, Italien und Japan kletterte der LCOE neuer Gaskraftwerke auf fast 100 US-Dollar/MWh. Weiterlesen nach der Anzeige Neben teuren Turbinen treiben CO2-Preise, steigende Netzentgelte und höhere Finanzierungskosten die Vollkosten nach oben. IRENA-Generaldirektor Francesco La Camera ordnete die Entwicklung ein: "Für Länder, die nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind, stärkt jedes zusätzliche Megawatt aus erneuerbaren Energien den wirtschaftlichen Schutz vor Schwankungen der Brennstoffpreise". Der Ausbau sei eine "strategische Investition in Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit". Hormus-Krise als Stresstest Wie belastbar dieser Puffer ist, zeigte sich Anfang 2026: Die Sperrung der Straße von Hormus ließ Gaspreise in Europa und Asien nach oben schießen. Europas Solarflotte federte den Preisschock spürbar ab; allein durch das Merit-Order-Prinzip sparten PV-Anlagen laut Branchenverband SolarPower Europe täglich über 100 Millionen Euro an Gasimporten. In Südostasien vermied der bestehende Bestand erneuerbarer Kraftwerke in Indonesien, Thailand und den Philippinen fossile Ausgaben von 5,7 Milliarden US-Dollar. Würde man der Rechnung Krisenpreis zugrundelegen, dann wären es 6,5 Milliarden. Die Einsparungen verteilen sich erwartbar ungleich: China steht mit 177 Milliarden US-Dollar für rund die Hälfte, gefolgt von den USA mit 35 Milliarden, Brasilien mit 32 Milliarden sowie Deutschland und Indien mit je 18 Milliarden US-Dollar. Seit 2010 sind die Kosten für Solar-PV um 89 Prozent gefallen, für Onshore-Wind um 71 Prozent. Allerdings warnt IRENA: Die Investitionen in Clean-Tech-Fertigung haben sich von 70 Milliarden US-Dollar pro Quartal 2023 auf 35 Milliarden halbiert. Zölle und steigende Rohstoffpreise dürften kurzfristig Aufwärtsdruck erzeugen.

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