Irreguläre Migration: Spanien hebt großen Schleuserring aus - fast 80 Festnahmen
Die spanische Polizei hat nach eigenen Angaben einen der größten Schleuserringe im Mittelmeerraum zerschlagen. Die Organisation soll mehr als 2000 Migranten ins Land gebracht haben, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die Ermittler der Guardia Civil bezeichneten das Netzwerk als eine der "komplexesten, aktivsten und gefährlichsten" kriminellen Organisationen, die bisher in der Region aufgedeckt worden seien. Im Zuge der Operation seien 77 Menschen in Spanien und eine Person in Algerien festgenommen worden. Zudem seien 18 Schnellboote beschlagnahmt worden. Demnach nutzte das Netzwerk Schnellboote, um synthetische Drogen von Spanien nach Algerien zu transportieren. Auf dem Rückweg schmuggelte es Migranten an die Südostküste Spaniens und auf die Insel Ibiza. Mit mindestens 64 Fahrten habe die Bande einen Gewinn von 24 Millionen Euro erzielt. Pro Migrant verlangte sie bis zu 12.000 Euro. An den Ermittlungen waren auch Europol sowie die Polizei in Frankreich, Portugal und Polen beteiligt. Die Überfahrten seien extrem gefährlich gewesen, teilte die spanische Polizei weiter mit. Die Migranten seien in überfüllten Booten bei hoher Geschwindigkeit und oft bei schwerem Wetter, ohne Licht und in den meisten Fällen ohne Schwimmwesten unterwegs gewesen. Teilweise seien die Insassen festgebunden worden, damit sie während der Überfahrt nicht über Bord gingen. In der vergangenen Woche waren rund 72.000 Menschen in die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta eingedrungen (mehr hier ). 80 Menschen kamen dabei ums Leben. Fast alle Flüchtlinge verließen die Exklave kurz danach wieder. Etwa 2000 Migrantinnen und Migranten befinden sich aber noch in Ceuta, die meisten von ihnen Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen (mehr hier ).