Israel: Benjamin Netanyahu attackiert Delegierte bei Uno-Vollversammlung
Netanyahu reagierte mit scharfen Worten auf den Protest. »Wenn es noch weitere moralische Feiglinge gibt, die diesen Saal noch nicht verlassen haben, dann tun Sie das bitte jetzt«, sagte er. Auch vor dem Uno-Gebäude wurde gegen den israelischen Politiker protestiert.
Israel verteidige viele der Länder, deren Vertreter den Saal verlassen hätten, sagte Netanyahu. Mit Blick auf die militärischen Auseinandersetzungen seines Landes betonte er: »Wir werden gewinnen, wir haben keine andere Wahl.«
Netanyahu steht international vor allem wegen des Vorgehens Israels im Gazastreifen in der Kritik. Der Internationale Strafgerichtshof hat wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einen Haftbefehl gegen Netanyahu erlassen. Zugleich hat der Gazakrieg Israels internationale Beziehungen schwer belastet. Mehrere Staaten haben Palästina inzwischen als Staat anerkannt – Deutschland ist nicht darunter.
In seiner Rede griff Netanyahu New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani scharf an. Er bezeichnete Mamdani als »antisemitischen Bürgermeister von New York« und warf ihm vor, Israel wiederholt fälschlicherweise eines Völkermords zu bezichtigen. Außerdem unterstellte er dem Bürgermeister, versucht zu haben, seinen Besuch in New York zu verhindern und ihn zum Schweigen zu bringen. »Nun, Sie können mich nicht zum Schweigen bringen. Sie können die Wahrheit nicht zum Schweigen bringen«, sagte Netanyahu.
Zudem verteidigte Netanyahu in seiner Rede den Krieg gegen Iran. »Die Zerstörung der iranischen Atomanlagen war schwierig, es war ein sehr schwieriges Unterfangen, doch für mich war es eine der leichtesten Entscheidungen, die ich als Ministerpräsident je treffen musste – denn hätten wir es nicht getan, wären wir alle tot«, sagte er.
Israelische Medien hatten vor Netanyahu Rede berichtet, diese werde sich auch an das heimische Publikum richten. In Israel wird am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt. Laut Umfragen könnte es für Netanyahu Lager schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern.
Ein Bericht bringt Benjamin Netanyahu vor der Wahl in Israel in Bedrängnis. Die Emirate sollen vor dem 7. Oktober 2023 den Premier vor einem Angriff der Hamas gewarnt haben. Warum die Recherchen für die Opposition ein Geschenk sind, lesen Sie hier .