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Israels Militärchef durchkreuzt vor der Wahl Netanjahus Angriffspläne

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„Verrat an der Nation“: Israels Militärchef durchkreuzt Netanjahus Angriffspläne

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Netanjahu soll vor Israels Wahl auf einen neuen Luftangriff gegen Iran gedrängt haben. Sein Militärchef widersprach – ein Rivale spricht von Verrat.

Benjamin Netanjahu soll vor den entscheidenden Wahlen in Israel am Dienstag auf einen erneuten Luftangriff gegen Iran gedrängt haben. Dieser hätte die Wahl in Israel verzögern können, bei der ihm möglicherweise der Machtverlust droht. Der israelische Ministerpräsident stieß dabei offenbar auf Widerstand von Generalleutnant Ejal Zamir, dem israelischen Militärchef. Dieser war der Ansicht, ein offener Angriff oder eine andere Aktion könnte Teheran zu Vergeltungsmaßnahmen veranlassen, wie drei israelische Verteidigungsbeamte der New York Times sagten.

Nach fast zwei Jahrzehnten im Amt steht der am längsten amtierende Ministerpräsident des Landes vor einer der größten politischen Herausforderungen seiner Laufbahn. Am Dienstag finden die ersten landesweiten Wahlen seit den Angriffen vom 7. Oktober 2023 statt. Netanjahu, der in den Umfragen zurückliegt, hat den Ausgang der Abstimmung mit dem Überleben Israels verknüpft.

Generalleutnant Zamir war zwar nicht grundsätzlich gegen einen Angriff auf Iran, lehnte den Berichten zufolge jedoch ab, dass dieser zeitlich mit den Wahlen zusammenfallen sollte. Es bestehe keine unmittelbare Notwendigkeit, den Konflikt wieder aufzunehmen, habe er nach Angaben der Beamten erklärt. Er und Generalmajor Omer Tischler, der Kommandeur der israelischen Luftwaffe, verwiesen dabei offenbar auf „politische Empfindlichkeiten“, wie die New York Times berichtete.

Erneuter Krieg hätte die Wahl verzögern können

Netanjahu hat sich öffentlich nicht dazu geäußert, warum er auf erneute Angriffe gegen Iran drängte. Eine Rückkehr zum Krieg hätte die Wahl jedoch verzögern können. Israelischen Medienberichten zufolge plant er, Generalleutnant Zamir zu entlassen, sollte er den Auftrag zur Bildung der nächsten Regierung erhalten. In seinem letzten Interview vor der Wahl deutete der israelische Ministerpräsident an, dass seiner Partei eine Niederlage drohen könnte. Gegenüber Channel 14 sagte er: „Wir haben den Sieg nicht in der Tasche, aber es ist auch keine verlorene Sache.“

Netanjahu wurde von seinen Gegnern dafür kritisiert, dass er die Wähler vor einer möglichen Vernichtung des Landes warnte, sollte seine Amtszeit als Ministerpräsident enden. „Wir haben noch zwei Jahre mit Trump, um die Arbeit in Iran zu Ende zu bringen, und niemand weiß, was danach kommt – ob Kamala Harris oder irgendeine andere mittelmäßige Figur“, schrieb er am Wochenende in den sozialen Medien. Dazu veröffentlichte er ein KI-generiertes Bild einer Atompilzwolke über Tel Aviv.

Avigdor Liberman, einer seiner Rivalen, hat die israelische Generalstaatsanwältin aufgefordert, wegen möglichen Landesverrats gegen Netanjahu zu ermitteln, weil dieser versuche, das Land vor der Abstimmung in einen Konflikt zu ziehen. In einer offiziellen Beschwerde schrieb Liberman: „Der Versuch, Israel am Vorabend von Wahlen in einen Krieg hineinzuziehen und dabei auch israelische Soldaten zu opfern, nur aus Angst, die Wahlen zu verlieren, ist Verrat an der Nation.“

„Der Mann ist völlig außer Kontrolle“

„Der Mann ist völlig außer Kontrolle“, sagte Liberman einem israelischen Radiosender. Er fügte hinzu, das Verhältnis zwischen der militärischen und der politischen Führung sei „noch nie so angespannt“ gewesen wie jetzt. Israel Katz, der israelische Verteidigungsminister, widersprach Libermans Behauptung, es gebe Reibungen zwischen den Institutionen.

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