Israels Siedler im Westjordanland: Tote nach Überfall israelischer Siedler auf ein palästinensisches Dorf
Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Siedlern und palästinensischen Anwohnern haben israelische Einsatzkräfte im Westjordanland palästinensischen Angaben zufolge in der Nacht zwei Palästinenser getötet. Israelische Siedler waren nach übereinstimmender Darstellung zuvor in das palästinensische Dorf in der Nähe von Ramallah eingedrungen. Es soll Streit um Vieh gegeben haben. Die israelische Armee will den Vorfall untersuchen. Der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge hatten die israelischen Siedler den Ort angegriffen und dabei drei Palästinenser schwer verletzt. Anwohner sollen sich den Siedlern entgegengestellt haben. Zwei von ihnen seien dann durch Schüsse hinzugerufener israelischer Einsatzkräfte getöteten worden sein. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium in Ramallah zufolge handelt es sich bei den Toten um zwei Männer im Alter von 53 und 26 Jahren. Israels Armee zufolge hatten Palästinenser Steine und Betonklötze auf Soldaten und Polizisten geworfen, dabei seien zwei Einsatzkräfte verletzt worden. Die Einsatzkräfte hätten mit Schüssen reagiert, um Zusammenstöße zu verhindern, dabei hätten sie Menschen getroffen. Die Abgaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Kritik an Siedlergewalt Israel hatte das Westjordanland und Ostjerusalem im Sechstagekrieg 1967 erobert. Dort leben aktuell rund 700.000 israelische Siedler inmitten von drei Millionen Palästinensern. Die Lage dort hat sich seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem knapp 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Oftmals gewalttätige Siedler werden von der israelischen Armee kaum belangt, während gegen Palästinenser hart vorgegangen wird. Auch im Gazastreifen will die rechtsradikale Bewegung neue Siedlungen bauen, welche die Regierung bisher ablehnt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte die andauernde Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland »völlig inakzeptabel«, auch westliche Verbündete Israels fordern seit Längerem Konsequenzen.