Ist die Häufung in Bremen nur ein Ausreißer?
Zusammengefasst
2025 wurde in Bremen laut Zahlen der Innenbehörde 31-mal scharf geschossen; die Daten wurden von der CDU-Fraktion angefordert.
Die Polizei richtete nach einer Häufung im Frühjahr die Sonderkommission "Fokus" ein und setzt Kontrollmaßnahmen gegen illegalen Waffenbesitz um.
Im Vergleich zu Berlin, Hamburg, Hannover und Leipzig lag Bremen bei Bedrohungen mit Schusswaffen über Hamburg, Leipzig und Berlin, beim scharfen Schuss unter Berlin und Hannover.
Unser Artikel wurde mit KI für Sie zusammengefasst. → Mehr Infos
Mehr anzeigen Weniger anzeigen
Verschiedene Vorfälle mit Schusswaffen haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Befürchtung genährt, dass die Gewaltkriminalität in Bremen eine neue Stufe erreichen könnte. Es gab mehrere Schießereien, vor allem in der Neustadt und im Bereich Woltmershausen, aber auch andere Stadtteile waren betroffen. Die Häufung der Taten ist auffällig – aber sie spiegelt keinen Trend wider, der sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet hätte. Das ist die Botschaft einer aktuellen Senatsantwort auf eine CDU-Anfrage zum Komplex Waffenkriminalität. In dem Papier wird die Situation in Bremen auch mit der Lage in anderen Großstädten verglichen.
Wie oft werden Schusswaffen eingesetzt?
Die polizeiliche Statistik unterscheidet zwischen Fällen, in denen die Täter mit Pistolen oder Revolvern drohten, und solchen, in denen scharf geschossen wurde. In den vergangenen Jahren bewegte sich die Zahl der Vorfälle, in denen mit Schusswaffen Druck ausgeübt wurde, in der Stadt Bremen meist zwischen 50 und 60. Große Ausreißer nach oben oder unten gab es in dieser Kategorie nicht. Tatsächlich abgedrückt haben Straftäter im vergangenen Jahr 31-mal, mithin seltener als in den beiden vorangegangenen Jahren. Ein zwischenzeitlicher Höchststand war 2022 mit 43 Fällen erreicht. Die ermittelten Täter waren in der Regel männlich und durchschnittlich Anfang 30. Was man eher nicht vermuten würde: In allen statistisch erfassten Jahren seit 2019 war weniger als die Hälfte der Täter zuvor bereits polizeibekannt.
Wie reagiert die Polizei auf die jüngsten Vorfälle?
Nach der Häufung von Schusswaffeneinsätzen durch Kriminelle im Frühjahr richtete die Polizei die Sonderkommission "Fokus" ein. Außerdem existiert eine sogenannte Besondere Aufbauorganisation (BAO), die mit gezielten Kontrollmaßnahmen gegen illegalen Waffenbesitz vorgeht. Zu den Fällen aus dem Frühjahr lässt sich sagen: Zwischen drei Schusswaffeneinsätzen konnte die Kripo einen Zusammenhang herstellen und zwei Tatverdächtige ermitteln. Nach den Schüssen im Bereich Buntentorsteinweg/Osterstraße kam es zu einer Festnahme.
Wie gelangen die Täter an Schusswaffen?
"Die Beschaffung erfolgt einzelfallabhängig insbesondere über persönliche Kontakte innerhalb krimineller Milieus oder Täterstrukturen sowie über nationale und grenzüberschreitende Beschaffungswege", heißt es in der Antwort der Innenbehörde auf die CDU-Anfrage. Im Rahmen von Ermittlungsverfahren stellte die Polizei unerlaubte Waffeneinfuhren aus dem Ausland (teils über das Internet angebahnt) sowie Diebstähle und Umbauten erlaubnisfreier Waffen fest. Die Herstellung von Schusswaffen mit 3-D-Druckern spielt nach Darstellung der Innenbehörde noch keine größere Rolle.
Wo steht Bremen im Großstadtvergleich?
Um das Ausmaß der Schusswaffenkriminalität für Bremen einzuordnen, nennt die Innenbehörde sowohl Daten aus den Stadtstaaten Berlin und Hamburg als auch aus Städten mit einer ähnlichen Einwohnerzahl wie Bremen, nämlich Hannover und Leipzig. In jeweiliger Relation zur Größe der Kommunen lag Bremen 2025 demnach bei Bedrohungen mit Schusswaffen über Hamburg, Leipzig und Berlin, was die Häufigkeit der Fälle angeht. Nur in Hannover zogen Kriminelle häufiger eine Pistole. Scharf geschossen wurde in Bremen seltener als in Berlin und Hannover, aber häufiger als in Hamburg und Leipzig.
Zur Startseite