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Italien: Giorgia Meloni Eltern verpflichten Italienisch zu lernen

Welt

Integration in Italien

Meloni will bestimmte Eltern zum Italienischlernen verpflichten

Von t-online, ast

22.09.2026 - 10:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Italiens Regierung plant neue Vorgaben für Schüler ausländischer Herkunft und deren Familien. Neben einer Sprachpflicht für bestimmte Eltern sollen auch Burka und Nikab aus Schulen verbannt werden.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will die Regeln für die Integration ausländischer Schüler verschärfen. Eltern von Kindern mit erheblichen Problemen bei der schulischen Integration sollen künftig verpflichtet werden können, Italienisch zu lernen. Das kündigte Meloni am Sonntag bei der Veranstaltung Fenix der Jugendorganisation ihrer Partei Fratelli d'Italia in Rom an.

Das Vorhaben ist Teil eines größeren Pakets für Schulen. Geplant sind außerdem eine gesetzliche Obergrenze für ausländische Schüler pro Klasse sowie ein Verbot von Burka und Nikab in Bildungseinrichtungen. Wie hoch die Obergrenze ausfallen und wie die Sprachpflicht für Eltern konkret umgesetzt werden soll, ist bislang offen.

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Meloni will Anteil ausländischer Schüler begrenzen

Meloni begründete den geplanten Eingriff mit Schwierigkeiten beim Spracherwerb. Ein Kind, das noch kein Italienisch verstehe, könne die Sprache mithilfe von Mitschülern und Lehrpersonen vergleichsweise schnell lernen. Wenn jedoch viele Schüler in einer Klasse die Unterrichtssprache nicht beherrschten, sei die Integration gefährdet.

Die Ministerpräsidentin erklärte zudem: Italienische Kinder dürften sich in ihren Klassen nicht an den Rand gedrängt fühlen, weil sie dort zur Minderheit geworden seien. Wer in Italien seine Zukunft aufbauen wolle, müsse die Sprache lernen, die Kultur kennen und die Regeln respektieren, sagte Meloni.

Neu ist eine Begrenzung des Anteils ausländischer Schüler allerdings nicht vollständig. Bereits seit 2010 sieht eine Richtlinie des italienischen Bildungsministeriums grundsätzlich vor, dass Schüler ohne italienische Staatsbürgerschaft höchstens 30 Prozent einer Klasse ausmachen sollen. Die Vorgabe lässt jedoch Ausnahmen zu. So kann die Quote höher liegen, wenn die betroffenen Schüler die italienische Sprache ausreichend beherrschen. Eine Schule darf die Aufnahme eines Kindes zudem nicht allein deshalb verweigern, weil die Quote überschritten wird. Meloni will nun eine Höchstgrenze gesetzlich verankern. Welcher Anteil künftig gelten soll und welche Ausnahmen vorgesehen sind, sagte sie bei ihrem Auftritt nicht.

Auch Burka und Nikab betroffen

Zu dem ebenfalls geplanten Verbot von Burka und Nikab an Schulen sagt Meloni: "Zur Schule geht man mit unverhülltem Gesicht". Die Gleichstellung von Männern und Frauen sei weder auf Italiens Straßen noch an seinen Schulen verhandelbar.

Burka und Nikab verhüllen das Gesicht ganz oder bis auf die Augen. Das Kopftuch Hijab, bei dem das Gesicht sichtbar bleibt, nannte Meloni bei ihrer Ankündigung des Verbots nicht. In den ersten Agenturmeldungen war teilweise irrtümlich von Hijab die Rede. Videoaufnahmen des Auftritts bestätigen, dass Meloni ausdrücklich von Burka und Nikab gesprochen hat.

Wann die neuen Regeln tatsächlich beschlossen werden, ist noch unklar. Nach Angaben aus Regierungskreisen arbeitet die Regierung daran, das Schulvorhaben bereits beim für Donnerstag geplanten Ministerrat zu behandeln. Zuletzt war sowohl ein Regierungsentwurf für ein Gesetz als auch ein Dekret im Gespräch.

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