DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,24 % 64.468,74 USD 12:30:52 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Italien: Justizpalast in Bozen eingestürzt - Südtirol entgeht einer Katastrophe

Welt

Bozen ist am Donnerstag offenbar nur knapp einer Katastrophe entgangen. In der Landeshauptstadt Südtirols ist am Morgen ein Teil des Justizpalastes eingestürzt. Bilder der Feuerwehr zeigen ein großes Loch, das in der Decke des Gebäudes klafft. Trümmerteile liegen auf dem Treppenaufgang verstreut. Wo noch bis vor Kurzem in den Verhandlungssälen Recht gesprochen wurde, kann man nun auf die Dolomiten schauen. Der mittlere Gebäudeteil ist den Angaben zufolge in sich zusammengestürzt. Es sei ausgeschlossen, dass eine Explosion zu dem Schaden geführt habe. Schwerverletzte oder Tote gibt es nicht. Gerichtspräsidentin Francesca Bortolotti sagte der Nachrichtenagentur Ansa: „Zum Zeitpunkt des Einsturzes befanden sich nur drei Personen im Justizpalast – drei Reinigungskräfte.“ Eine Person sei leicht verletzt worden. Tiroler Medien berichten, herabfallende Trümmer hätten eine Reinigungskraft am Arm verletzt. Sie war nach dem Einsturz kurz vermisst worden, konnte aber telefonisch erreicht und sicher aus dem Gebäude geführt werden. Bozen: „Es hätte eine Tragödie sein können“ Mitarbeiter des Gerichts waren zum Unglückszeitpunkt noch nicht zugegen. Bortolotti sprach von einem „Wunder“ und fügte hinzu: „Es hätte eine Tragödie sein können.“ Der Einsturz ist der Gerichtspräsidentin zufolge auf Renovierungsarbeiten an einem tragenden Pfeiler des Gebäudes zurückzuführen. Die genauen Ermittlungen zur statischen Ursache laufen. Die Zeitung „Alto Adige“ berichtet, dass derzeit Techniker vor Ort sind. Sie prüfen, ob weitere Einsturzgefahr bestehen, heißt es. Dabei kommt auch eine Drohne zum Einsatz, um „technische Erkenntnisse über die Lage und das Einsturzgeschehen zu gewinnen”, so die Berufsfeuerwehr Bozen. Suchhunde sind vor Ort, der Bereich rund um den Justizpalast ist abgesperrt. Auch interessant Justizpalast ist Überbleibsel des faschistischen Regimes Der Einsturz trifft unterdessen nicht einfach ein Gerichtsgebäude. Für viele Menschen in Tirol hat der Justizpalast besondere Bedeutung. Das von der faschistischen Diktatur errichtete Bauwerk samt der davorliegenden Piazza Tribunale war ein Schlüsselprojekt der Italianisierung Südtirols. Auch interessant Nach der Annexion des mehrheitlich deutschsprachigen Gebiets durch Italien nach dem Ersten Weltkrieg versuchte der Faschismus ab den 1920er- und 1930er-Jahren, Bozen gezielt zu einer italienischen Großstadt umzugestalten. Der Gerichtsplatz wurde als neues, monumentales Verwaltungszentrum im rationalistischen Baustil errichtet, um die Macht des italienischen Staates zu demonstrieren. Das Gerichtsgebäude selbst, entworfen vom Architekten Paolo Rossi de Paoli, trägt an der Stirnfassade eine weithin sichtbare, lateinische Inschrift, die übersetzt bedeutet: „Für das italienische Reich, mit Tugend, Gerechtigkeit, Hierarchie, mit Krallen und Zähnen“. Den faschistischen Wahlspruch empfinden viele Südtiroler – insbesondere der deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerungsteil – als Affront. Kritiker fordern seit Jahrzehnten die Entfernung oder zumindest eine historische Kontextualisierung der Inschrift.

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