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Italien meldet 15 Tote und 300 Infizierte

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West-Nil-Virus in Italien auf dem Vormarsch: 15 Tote, 300 infiziert

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West-Nil-Fieber breitet sich in Italien aus: 15 Tote, über 300 Infektionen – Behörden verstärken Mückenbekämpfung in Sardinien, Kampanien und Umbrien.

Neapel – Eine 72-jährige Frau ist in Qualiano nahe Neapel nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus gestorben. Sie hatte sich mehrere Tage in kritischem Zustand befunden. In der Stadt wurden zudem drei weitere Infektionen bestätigt, so Quotidiano Libero.

Nach dem jüngsten offiziellen Bericht des italienischen Gesundheitsinstituts ISS waren landesweit bis zum 19. August 312 bestätigte Infektionen und 13 Todesfälle registriert worden. Seither wurden zwei weitere Todesfälle bekannt: Ein 85-jähriger Mann starb in Pavia, die 72-Jährige in Qualiano. Damit steigt die Zahl der gemeldeten Todesfälle laut RAI auf 15.

Bürgermeister Raffaele de Leonardis gab den Tod der Frau am Montagnachmittag bekannt und sprach der Familie sein Beileid aus. Die Stadtverwaltung stehe in ständigem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden. „Seit etwa zehn Tagen haben wir keine Mitteilung über weitere Ansteckungen. Wir bitten die Bürger, die bereits verbreiteten Präventionshinweise zu befolgen“, sagte de Leonardis laut Quotidiano Libero.

24 Fälle auf Sardinien

In der Provinz Oristano auf Sardinien wurden bislang 24 Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen registriert. Zehn Betroffene werden laut ANSA im Krankenhaus San Martino stationär behandelt. Die drei jüngsten Fälle betreffen einen Mann in seinen Dreißigern, der ins Krankenhaus aufgenommen wurde, sowie zwei weitere Patienten über 50 beziehungsweise über 60 Jahre. Sie stehen in der Notaufnahme des San Martino unter Beobachtung.

Die Gesundheitsbehörde ASL 5 Oristano hat epidemiologische Untersuchungen und weitere Schutzmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören gezielte Maßnahmen zur Mückenbekämpfung in den Wohngebieten der Infizierten. „Die Zahl der Ansteckungen ist in diesen Wochen bei Weitem höher als im gleichen Zeitraum der Vorjahre“, sagte die Generaldirektorin der ASL 5, Grazia Cattina, laut ANSA. Besonders bei Senioren und Kindern müsse auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen geachtet werden.

Weiterer Fall in Umbrien

Auch in Castiglione del Lago in Umbrien wurde eine Infektion festgestellt. Der Fall wurde bei der Untersuchung eines Blutspenders entdeckt. Der Betroffene zeigt keine Symptome und ist nach Angaben der Behörden bei guter Gesundheit, berichtet Quotidiano Libero.

Die Behörden prüfen nun, ob das Virus in der Region lokal zirkuliert. Dazu werden epidemiologische Untersuchungen durchgeführt, Mückenfallen aufgestellt und Proben im Istituto Zooprofilattico Sperimentale dell'Umbria e delle Marche in Perugia analysiert. Ergebnisse der Mückentests werden innerhalb von 48 Stunden erwartet. Zudem ist eine mindestens drei Tage dauernde intensive Mückenbekämpfung in einem Umkreis von 200 Metern um den Wohnort des Infizierten vorgesehen.

Übertragung durch Mücken

Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich durch Culex-Mücken übertragen. Vögel können das Virus in sich tragen. Mücken nehmen es auf, wenn sie infizierte Vögel stechen, und können es anschließend durch einen Stich auf Menschen übertragen. Menschen gelten dagegen als sogenannte Endwirte, da die Virusmenge in ihrem Blut normalerweise nicht ausreicht, um eine stechende Mücke zu infizieren, berichtet Quotidiano Libero.

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet demnach nicht statt. Die aktuellen Maßnahmen der Behörden sollen deshalb vor allem feststellen, wo das Virus lokal zirkuliert, und die Zahl der übertragenden Mücken reduzieren. (Redaktion)

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