Italien statt BVB: Nick Woltemade nach Wechsel in der Kritik
Nach einem durchwachsenen ersten Jahr in der Premier League bei Newcastle United nimmt Nick Woltemade einen neuen Anlauf. Den Stürmer zieht es für ein Jahr auf Leihbasis in die italienische Serie A zu Juventus Turin. Dass es den Nationalstürmer ausgerechnet dorthin zog, verstehen zwei Ex-Profis nicht. Didi Hamann hätte den 24-Jährigen lieber bei Borussia Dortmund gesehen.
Für Nick Woltemade verlief der Start in die neue Spielzeit nach einer durchwachsenen Debütsaison in Newcastle erneut wechselhaft. Zwar kam er auch unter dem neuen Teammanager Matthias Jaissle nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Beim Sieg in der Premier League gegen Tottenham Hotspur gelang ihm aber nach Einwechslung immerhin die Vorlage zum 2:0-Endstand.
Dennoch entschloss sich der Ex-Stuttgarter dazu, die Magpies am Deadline Day zu verlassen und anderswo Spielpraxis zu sammeln. Dass sich der Mittelstürmer für eine Leihe entschied, lobt Thomas Helmer. "Er muss spielen, finde ich, wenn er in der Nationalmannschaft Akzente setzen will. Er ist technisch ein sehr guter Stürmer", sagte der Ex-Profi am Montagabend bei "45 – Die Fußball-Halbzeit auf Sport1".
Die Wahl des neuen Arbeitgebers sorgt beim Europameister von 1990 aber für große Skepsis. "Ich hätte mir einen Verein ausgesucht, wo ich auf jeden Fall meine Einsatzzeiten bekomme. Ob er das bei Juventus Turin bekommt, das weiß ich nicht", übt der gebürtige Herforder leise Kritik an der Woltemade-Entscheidung und verweist auf den Druck, der bei Juve herrscht: "Es ist natürlich wieder ein großer Name. Das muss man schon sagen."
Auch Hamann bei Woltemade-Wechsel skeptisch
Ähnlich sieht es auch "Sky"-Experte Dietmar Hamann, der mit dem Woltemade-Wechsel in die Serie A ebenfalls nicht glücklich ist. "Die Mannschaft bei Juventus ist qualitativ ganz gut, sie spielen aber keine Champions League. Ob das jetzt der Wechsel ist, bei dem er sich durchsetzen will? Dieser Wechsel gefällt mir nicht wirklich", fand der Ex-Profi am Montagabend deutliche Worte.
"Ich wäre in Newcastle geblieben oder, wenn es die Option gegeben hätte, zum BVB zu gehen und nach Deutschland zurückzukehren", legte Hamann nach, der sich über den Italien-Wechsel wundert: "Mich hat es überrascht, weil ich dachte, dass mit Dortmund noch etwas im Busch wäre. Ich glaube, dass er nach Dortmund gepasst hätte, dass sie ihn auch hätten brauchen können. In Italien spielt die Musik seit Jahren eigentlich in Mailand."
Im Schlussspurt der Sommer-Transferperiode war Woltemade mit einer Leihe zum BVB in Verbindung gebracht worden. Für die Westfalen war das Gesamtpaket aber nicht zu stemmen.