Italienische F-35B erstmals mit GPU-9/A-Kanonenpod gesichtet: 25-Millimeter-Geschütz könnte auch gegen Drohnen eingesetzt werden
Eine italienische F-35B Lightning II ist erstmals mit einem externen 25-Millimeter-Kanonenpod fotografiert worden. Das berichtet „The Aviationist“ unter Berufung auf eine Aufnahme des Luftfahrtfotografen Diego Mor.
Damit gibt es erstmals einen öffentlichen Bildbeleg für den Einsatz des GPU-9/A bei einem F-35-Betreiber außerhalb der USA. Decimomannu liegt in der Nähe mehrerer Übungsplätze für Luft- und Waffentraining. Ob die italienische Maschine dort tatsächlich mit der Kanone geschossen hat, ist jedoch nicht bekannt.
Kanone sitzt unter dem Rumpf
Die F-35B hat im Gegensatz zur F-35A keine eingebaute Kanone. Deshalb wird das Geschütz bei der F-35B in einem Behälter unter dem Flugzeug mitgeführt. Die Kanone kann bis zu 3300 Schuss pro Minute abfeuern.
In den Behälter passen 220 Patronen. Damit trägt die F-35B weniger Munition als einige ältere Flugzeuge, die sie ersetzt. Ein AV-8B Harrier kann 300 Patronen mitführen, eine F/A-18 Hornet 412.
Der externe Behälter hat allerdings einen Nachteil: Er macht laut dem Bericht das Flugzeug für Radar etwas leichter erkennbar und erhöht den Luftwiderstand. Damit kann die F-35B ihre Tarnkappeneigenschaften nicht vollständig ausspielen, wenn sie den Kanonenbehälter mitführt.
Italien setzt auf 40 F-35B
Bereits 2024 war bekannt geworden, dass 25-Millimeter-Munition für den GPU-9/A Teil eines mehrjährigen italienischen Beschaffungsprogramms für die F-35B ist.
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Italien plant insgesamt 40 F-35B. 20 Flugzeuge sind für die Luftwaffe vorgesehen, weitere 20 für die Marine. Die Marine ersetzt mit ihnen ihre alternden AV-8B+-Harrier.
Auch gegen Drohnen denkbar
Neben Einsätzen gegen Bodenziele könnte der Kanonenpod auch zur Abwehr unbemannter Fluggeräte eingesetzt werden. Ein Geschütz wäre bei bestimmten Drohnen eine mögliche Alternative zum Einsatz teurer Luft-Luft-Raketen.
Die italienischen F-35B können derzeit unter anderem die AIM-120 AMRAAM einsetzen. Künftig soll die italienische Luftwaffe auch die AIM-9X Sidewinder erhalten. Ob Italien den Kanonenpod tatsächlich für die Drohnenabwehr nutzen will, ist bislang nicht bekannt.
Frühere Probleme mit dem System
Auch der Kanonenpod war in der Vergangenheit von Zwischenfällen betroffen. 2021 wurde eine US-amerikanische F-35B nach einem Vorfall mit einer 25-Millimeter-Patrone beschädigt. Im selben Jahr musste eine weitere F-35B wegen nicht näher genannter Probleme auf dem japanischen Luftwaffenstützpunkt Kadena landen.