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Italienische Köche am Gardasee verzweifeln an Urlaubern

Nation

Der Gardasee lockt mit Sonne, Dolce Vita und gutem Essen. Doch offenbar wissen nicht alle Urlauber, wie man die italienische Küche genießen sollte. Dabei gibt es laut italienischen Wirten einige Regeln und klare No-Gos, die längst nicht allen Touristen bekannt sind.

Gastronomen rund um den bei Urlaubern beliebten Gardasee berichten daher immer wieder von kuriosen Bestellungen. Ein Klassiker: Pizza mit Cappuccino. Für viele Deutsche mag diese Kombination zunächst unverständlich wirken – schließlich spricht nichts gegen einen Cappuccino oder Latte Macchiato zu einer Pizza. In Italien gilt Kaffee mit Milch allerdings vor allem als Frühstücksgetränk.

Bis wann Urlauber überall problemlos einen Cappuccino bestellen können und wie italienisches Servicepersonal auf die teilweise kuriosen Touri-Anfragen reagiert, erfahren Sie im Video oben.

Besonders skurril: Nudeln mit anderen Nudelsorten zu kombinieren oder aus Eis und Pommes ein Dessert zu kreieren. So im Restaurant „Piccolo Hotel“ in Garda geschehen. Dort bestellten Gäste Gnocchi gemischt mit anderen Nudelsorten – darunter auch Spaghetti, wie Wirt Filippo Dorella gegenüber „Südtirol News“ erzählte. Für Verwunderung sorgte auch eine spezielle Eis-Kombination. Das Vanilleeis habe das Restaurant extra separat serviert, doch die Gäste hätten daraus kurzerhand ihre eigene Kreation gemacht: Vanilleeis auf Pommes – samt Ketchup.

Diese Änderungen an den Gerichten bringen die italienischen Köche zum Schäumen

Auch Fleisch auf der Pasta ist für viele Urlauber kein ungewöhnlicher Wunsch – für italienisches Küchenpersonal komme dies allerdings fast einer Beleidigung gleich. Einzige Ausnahme offenbar: Wenn das Fleisch bereits Bestandteil der Soße ist – wie etwa bei den auch international beliebten Spaghetti Bolognese.

Doch es gibt noch weitere kulinarische Fettnäpfchen, in die Urlauber in Italien besser nicht treten sollten.

Käse auf Fisch- oder Meeresfrüchte-Pasta? Lieber lassen. Parmesan gehört zwar für viele zu einem Teller Pasta – zu Fischgerichten gilt er in Italien allerdings als No-Go. Auch im Restaurant nach einem Ketchup-Tütchen für die Spaghetti zu fragen, erntet gemäß einiger Aufnahmen in den sozialen Netzwerken eher entsetzte als begeisterte Blicke.

„Existiert nicht in Italien“: Gäste sollten besser aus der Karte statt aus Google-Bilder wählen

Und dann wäre da noch das Handy: Wer dem Kellner ein Google-Bild seines Wunschgerichts präsentiert, statt einfach aus der Karte zu bestellen, dürfte ebenfalls für Verwunderung sorgen. Ein amerikanischer Tourist bekam darauf laut einem TikTok-Video eine besonders deutliche Antwort: „Dieses Gericht existiert in Italien nicht.“ Viel klarer kann man es wohl kaum sagen.

Bei der „Osteria al Vicolo“ in Garda habe man sich inzwischen an vieles gewöhnt. Doch manchmal sage der Betreiber auch „Nein“, wie er gegenüber der Zeitung schilderte. Als Anhänger der italienischen Küche seien manche Wünsche für ihn schlicht nicht umsetzbar. Dazu gehöre etwa Sahne in der Carbonara. Auch wenn sie in Deutschland für viele dazugehört – ebenso wie Speck statt Guanciale –, könne ein solcher Wunsch einem Italiener fast das Herz brechen. Der Gastronom betont: Er stelle sich gern auf seine Gäste ein. Diese müssten jedoch die italienische Küchenkultur, die Speisekarte und die Qualität der Zutaten respektieren.

Wer also am Gardasee oder generell beim nächsten Italien-Urlaub kulinarisch nicht anecken will, kann am Nachmittag statt Cappuccino einfach zu Tee oder Espresso greifen. Und für alle, die beim Essen ohnehin etwas wählerischer sind, hält die italienische Küche zum Glück noch jede Menge andere Möglichkeiten bereit.

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