Jackson Irvine wechselt nach Japan
Es lag in der Luft. Am Dienstag war von Jackson Irvine auf dem Trainingsplatz nichts zu sehen. „Individuelles Programm“, hieß es von Vereinsseite auf MOPO-Nachfrage. Während der noch angeschlagene Landsmann Connor Metcalfe auf dem Rasen ein paar Runden drehte, ließ sich der Kapitän trotz Traumwetters nicht draußen blicken, auch nicht ganz kurz. Jetzt ist klar: Das hatte einen Grund. Die heißeste Personalie des FC St. Pauli ist nach MOPO-Informationen entschieden! Irvine wird nie wieder eine Trainingseinheit mit den Kiezkickern absolvieren. Nach fünf Jahren, von denen die meisten eine innige Liebesbeziehung waren, die zuletzt immer schwieriger wurde, steht die Trennung bevor. Jackson Irvine wechselt nach Japan Anzeige Irvine wird den Kiezklub nach MOPO-Informationen mit sofortiger Wirkung in Richtung Japan (Cerezo Osaka) verlassen. Trotz laufenden Vertrags. Die offizielle Meldung steht noch aus, dürfte aber zeitnah erfolgen. Viele Fans dürften das bedauern und trauern, viele andere wiederum dürften aufatmen, denn die Personalie Irvine war kompliziert geworden, konfliktreich, hatte durchaus auch spalterischen Charakter innerhalb des Vereins und des Anhangs, was in erster Linie mit seiner Haltung im Israel-Gaza-Konflikt, aber auch mit seinen ganz eigenen PR-Aktivitäten zu tun hatte. Ein Politikum. Anzeige Irvine wurde bei St. Pauli zum Politikum Jetzt die endgültige Wende. Nach dem Abstieg hatte der 33-Jährige noch im TV-Interview erklärt, auch in der Zweiten Liga an Bord bleiben zu wollen, sich dann nicht weiteren Fragen gestellt und war dann zum australischen Nationalteam gereist und hatte die WM bestritten, bei der der Mittelfeldmann vier Einsätze verzeichnete. In der Zwischenzeit hatte St. Pauli mit Marcel Rapp einen neuen Trainer mit neuen Vorstellungen präsentiert. Anzeige Nach der WM reiste Irvine mit Ehefrau Jemilla nach Japan, auch nach Osaka. Was nach Urlaub aussah, war zugleich Zukunftsplanung. Irvine wird in die japanische Liga wechseln. Zudem werden beide in Kürze Eltern. Rapp muss neuen Kapitän bestimmen Einen Hinweis darauf, dass etwas in Bewegung ist bei der Irvine, hatte es durch die bis zuletzt offene Kapitäns-Frage gegeben, die Rapp sehr lange aufgeschoben hatte. Mit gutem Grund: Erst den Wechsel von Irvine abzuwarten, macht es allen Seiten leichter. Nun ist die Binde vakant. Der Coach muss sie dem langjährigen Leader nicht wegnehmen. Ein weiteres Indiz: Bei der offiziellen Saisoneröffnung und Generalprobe am vergangenen Samstag gegen den spanischen Erstligisten Deportivo A Coruña stand Irvine nicht im Kader, was auch nicht überraschte, soll allerdings auch nicht im Stadion gewesen sein. Als Kapitän wäre das eigentlich eine Selbstverständlichkeit gewesen und auch auf seinen Social-Media-Kanälen, auf denen er so aktiv ist, waren keine Bilder der Partie zu sehen. Mit seinem Abschied endet eine Ära. 153 Spiele hat Irvine im Trikot des FC St. Pauli in der Bundesliga und der Zweiten Liga bestritten, hat 15 Tore erzielt und 21 Treffer vorbereitet. Auf und neben dem Platz war er die meiste Zeit seiner fünf braun-weißen Jahre eine Führungsfigur und auch ein Aushängeschild.