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Jahrgangsbeste an der Alten Landesschule: Eine studiert Physik, die andere Steuerwesen

Wissenschaft

Startseite Lokales Frankenberg Korbach Jahrgangsbeste an der Alten Landesschule: Eine studiert Physik, die andere Steuerwesen Von: Astrid Rau Uns auf Google folgen Joline Fingerhut und Marie Brützel haben als Beste ihr Abitur an der Alten Landesschule gemacht. Joline zieht es im Herbst nach Göttingen, Marie nach Mannheim. Korbach – Das Abi haben Joline Fingerhut aus Goldhausen und Marie Brützel aus Goddelsheim gerockt – und das als Jahrgangsbeste an der Alten Landesschule. Zwar genießen sie jetzt das tolle Gefühl, ein großes Ziel erreicht zu haben, aber sie erinnern sich auch gern an die nun hinter ihnen liegende Schulzeit. Im Gespräch wirken die beiden wie Entdeckerinnen, die sich jahrelang akribisch auf eine große Forschungsreise vorbereiteten. Nur ihre Ziele unterscheiden sich: Marie Brützel zieht es nach Mannheim. Dort beginnt sie ein duales Studium des Steuer- und Prüfungswesens und gleichzeitig eine Ausbildung in einer Steuerkanzlei. Joline Fingerhut erfüllt sich ab Herbst einen langjährigen Traum: Sie studiert Physik in Göttingen. Den Grundstein für ihre ehrgeizigen Pläne legten beide in den vergangenen Jahren. Gelernt hätten sie schon immer gern – erst in letzter Zeit aber entdeckten sie, dass sie sich selbst am besten motivieren. Marie Brützel wählte Politikwissenschaften (PoWi) und Englisch als Leistungskurse, Joline Fingerhut Mathematik und Musik. Die Oberstufe sei die schönste Zeit der ganzen Schullaufbahn gewesen, „weil da die Klassenstrukturen aufgebrochen wurden und man im Jahrgang neue Freunde gefunden hat“, erinnert sich Joline Fingerhut. „Und“, ergänzt Marie Brützel, „man hatte auch das Gefühl, dass man von den Lehrern ernster genommen wurde.“ Sie schätzt vor allem ihren PoWi-Lehrer für „die gute Unterrichtsvorbereitung und die interessanten Lehrausflüge, zum Beispiel an die Börse nach Frankfurt“. Joline Fingerhut und ihr Kurs wiederum fühlten sich von ihrem Musiklehrer respektiert, „weil er uns auf Augenhöhe begegnet ist. Das Lernen hat sich bei ihm gar nicht wie Unterricht angefühlt.“ Gerade in der Prüfungszeit halfen den jungen Frauen auch ihre Familien. „Wenn ich zu sehr im Lernen war, haben meine Eltern mir zwischendurch geholfen, den Kopf wieder frei zu bekommen“, berichtet Joline Fingerhut. „Meine Mutter hat mich schon immer ermutigt und mir Rückhalt gegeben. Sie sagt immer: ‚Mach‘s so gut, wie‘s geht!‘“, erzählt Marie Brützel. Künftigen Abiturientinnen und Abiturienten raten sie, sich konkrete Ziele zu setzen und darauf hinzuarbeiten, „dann macht auch das Lernen mehr Spaß“, wie Marie Brützel selbst erfahren hat. Joline Fingerhut rät: „Immer dranbleiben und im Unterricht mitmachen. Dann braucht man hinterher nicht mehr so viel zu tun und muss nicht kurz vor der Prüfung Bulimie-Lernen machen.“ Und: „Disziplin ist wichtiger als Motivation“, unterstreicht Marie Brützel. Schüler „tun sich mit KI keinen Gefallen“ Künstliche Intelligenz hätten sie „nicht viel benutzt“, zumal deren Antworten „nicht immer richtig“ seien. Die Schule lasse den Schülern beim Thema KI ohnehin zu viel Freiraum, finden die beiden Top-Abiturientinnen: „Damit tun sich die Schüler langfristig keinen Gefallen, wenn sie schon bei kleinen Problemen oder auch bei Hausaufgaben gleich ChatGPT fragen. Die haben sich dann gar nicht aktiv damit auseinandergesetzt.“ Zum Lernen empfehlen Marie Brützel und Joline Fingerhut die erprobte Methode des Active Recall. Gegen Leistungstiefs helfe es, „Hobbys und Freunde nie ganz auf Eis zu legen“, raten sie. Zum Auftanken machte Joline Fingerhut Musik mit ihrer Band, Marie Brützel ging joggen. Ihr wichtigster Tipp: „Sich ab und zu mal einen ganzen Tag freinehmen vom Lernen und was ganz anderes machen.“ Aktuell nutzen beide ihre Zeit zum Erholen – bevor es mit Vollgas ins Studium und in die Welt geht.

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