Jährige in Jugendzentrum vergewaltigt – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Audioplayer wird geladen Anzeige In einem Jugendzentrum im niedersächsischen Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) soll ein 14 Jahre altes Mädchen von drei Jungen (damals 15, 16 und 18 Jahre alt) vergewaltigt worden sein. Doch die Staatsanwaltschaft Stade stellte das Verfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen mehrere Jugendliche ein. Den Beschuldigten könne eine strafbare Handlung mit der für die Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit nicht nachgewiesen werden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Dagegen habe die Anwältin des Mädchens Beschwerde eingelegt. Über diese müsse nun die Generalstaatsanwaltschaft Celle entscheiden. Anzeige Bei den Tatverdächtigen handelt es sich laut „Bild“ um einen Syrer (15), einen Iraner (18) und einen niederländischen Staatsangehörigen (16). Der 15-Jährige soll später per WhatsApp gegenüber dem Opfer auf den Koran geschworen haben, dass er die Tat bereue. Lesen Sie auch Weltplus ArtikelKriminalität von Migranten Hintergrund der Einstellung ist laut Staatsanwaltschaft, dass in diesem Fall keine belastbaren Hinweise aus den Beweismitteln dafür bestehen, dass das Mädchen ihren entgegenstehenden Willen geäußert hat beziehungsweise dieser für die Beschuldigten erkennbar gewesen ist, so die Sprecherin weiter. Voraussetzung für eine Strafbarkeit wegen sexueller Nötigung/Vergewaltigung ist jedoch unter anderem, dass der Widerwille des Opfers für einen objektiven Dritten erkennbar gewesen wäre. Anzeige Dies sei dann der Fall, wenn er entweder ausdrücklich oder konkludent zum Ausdruck gebracht werde. Ein mögliches Beispiel für ein derartiges sogenanntes konkludentes Handeln wäre etwa ein Weinen oder Abwehren, führte sie aus. Zudem hätten nach den objektiven Umständen weder eine Bedrohungslage noch eine Zwangslage vorgelegen, weswegen auch die Straftat des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen nicht verwirklicht worden sei, hieß es weiter. Lesen Sie auch Die Familie des Opfers will das nicht hinnehmen. „Sie sollen eine Strafe kriegen für das, was sie mir angetan haben“, sagte das Mädchen zu „Bild“. Sie spricht von einer Gruppenvergewaltigung. Sie habe unter Schock gestanden und nicht geschrien oder geweint, sagte sie. Sie habe innerlich zugemacht, angewidert geschaut, sich nicht aktiv beteiligt, „Ich hatte einfach nur Angst, Angst, Angst“, heißt es in dem Bericht. Mutter sah Video auf Handy der Tochter Öffentlich wurde der Fall im März 2026. Als Beweis der Tat gab es auch ein Video, das einer der Tatverdächtigen erstellte und das anschließend in der Schule des Opfers die Runde machte. Das gegen ihn laufende Verfahren wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Schriften wurde an die Staatsanwaltschaft Hannover abgegeben. Dort sitzt die Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltdarstellender, pornografischer oder sonst jugendgefährdender Inhalte. Die Mutter des Mädchens hatte den Fall öffentlich gemacht, nachdem sie die Videos auf dem Handy der Tochter gesehen hatte und die Familie nach eigener Aussage keine Hilfe in der Gemeinde bekommen habe. Das Gnarrenburger Jugendzentrum wird von der evangelischen Kirche und der Gemeinde betrieben, ein Diakon soll an dem Tag im Haus gewesen sein. In einer Stellungnahme des Jugendzentrums in Gnarrenburg hieß es, die Vorwürfe stammten aus der Mitte des vergangenen Jahres. Sofort nach Bekanntwerden seien die vorgesehenen Meldeketten ausgelöst und die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft am selben Tag aufgenommen worden. Mit den Eltern sei am Folgetag ein Gespräch geführt worden. Das Team des Jugendzentrums habe korrekt gehandelt und bis zu der Anzeige keine Kenntnis von einer Gewalttat gehabt. jm/sebe/dpa