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Jähriger gewinnt Preis für alternative Theorie zu Dunkler Energie

Wirtschaft

Der 26. September 2026 markiert einen besonderen Tag im Leben des 14-jährigen Kanadiers Liam Desre. Mit einem breiten Lächeln betritt er die Bühne in Kiel, um den mit 5000 Euro dotierten Preis des »European Union Contest for Young Scientists« entgegenzunehmen. Geehrt wurde er für die Untersuchung eines kosmologischen Modells, das die beschleunigte Ausdehnung unseres Universums erklärt – ganz ohne Zuhilfenahme einer mysteriösen Dunklen Energie.

»Ich habe mir angesehen, was er eingereicht hat«, schreibt die Physikerin Sabine Hossenfelder in ihrem Blog, »und das Beängstigende daran ist, dass seine Arbeit alle Kriterien für eine typische Einreichung in ein Fachjournal in diesem Themengebiet vollständig erfüllen würde.«

Die Forschung von Desre dreht sich um eine der wichtigsten offenen Fragen der Kosmologie. In den 1990er-Jahren stellten Fachleute fest, dass sich unser Universum immer schneller ausdehnt. Um diese beschleunigte Expansion zu erklären, braucht man eine Energiequelle, die der Schwerkraft entgegenwirkt – Physiker tauften diese »Dunkle Energie«. Allerdings ist bis heute völlig unklar, was der Ursprung der seltsamen Energieform sein könnte.

Entropie als Lösung

Deswegen hat sich Desre einer möglichen Erklärung zugewandt, die Fachleute in den vergangenen Jahren erarbeitet haben: Wenn an der Grenze des sichtbaren Universums flüchtige Teilchen-Antiteilchen-Paare entstehen (diese gibt es nicht nur dort, sondern überall im Raum), dann könnte es vorkommen, dass eines der Teilchen – oder Antiteilchen – hinter dem Horizont verschwindet. Dadurch geht Information innerhalb des sichtbaren Universums verloren, was wiederum Entropie erzeugt. Diese könnte die nötige Energie liefern, um das Universum beschleunigt auseinanderzutreiben, argumentieren einige Experten.

Der 14-Jährige hat eine solche Version des kosmologischen Standardmodells genutzt, um sie anhand vorliegender Beobachtungsdaten zu prüfen. Wie er feststellte, lässt sich die Theorie mit den verfügbaren Informationen in Einklang bringen. Zudem konnte er zeigen, dass in dieser Version der Kosmologie ein schwerwiegender Widerspruch verschwindet: die Diskrepanz in der Bestimmung der sogenannten Hubble-Konstanten.

Das ist ein durchaus beeindruckendes Ergebnis, löst aber nicht die bestehenden Probleme der Kosmologie. »Wäre dies eine gewöhnliche wissenschaftliche Arbeit, würde ich gar nicht darüber sprechen«, schreibt Hossenfelder in ihrem Blog. »Letztendlich handelt es sich um ein Modell mit mehr freien Parametern, um die Daten anzupassen, und das war’s dann auch schon.« Die Dunkle Energie wird so schnell wohl nicht aus der Astrophysik verbannt.

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