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Jähriger am Bahnhof Zoo getötet – Polizei fahndet nach Täter

Nation

Ein Mann ist während eines Streits zwischen bislang Unbekannten in Berlin erschossen worden. Rettungssanitäter versuchten, den 30-Jährigen noch am Tatort in Charlottenburg wiederzubeleben – vergeblich. Er starb in der Nacht zu Montag am Hardenbergplatz. Nach Angaben der Polizei wird nach dem mutmaßlichen Täter gefahndet; womöglich handelt es sich auch um mehrere Verdächtige. Wie viele Schüsse während der Auseinandersetzung auf dem Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten unmittelbar vor Mitternacht abgefeuert wurden, teilte die Polizei vorerst nicht mit. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts übernommen. Die Leiche des Opfers soll am Montag obduziert werden. Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes ermittelt. Nach offiziell unbestätigten Informationen des Tagesspiegels soll der erschossene 30-Jährige zur polizeibekannten Großfamilie C. gehören. Zahlreiche Männer aus dieser üblicherweise als „Clan“ bezeichneten Familie sind in den vergangenen Jahren wegen Eigentums- und Gewaltdelikten aufgefallen. Der Bahnhof Zoologischer Garten ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für Busse und Bahnen. In seinem Umfeld befinden sich der belebte Kurfürstendamm, zahlreiche gastronomische Einrichtungen, Theater und Gotteshäuser. In Berlin ist die Zahl der Vorfälle mit Schusswaffen zuletzt gestiegen. Erst am frühen Sonntag schossen Unbekannte auf die Scheibe einer Gaststätte in Neukölln. In Kreuzberg feuerte am Freitag ein Unbekannter auf einen 22-Jährigen, der den Angriff schwer verletzt überlebte. „Streitigkeiten, die früher mit Fäusten ausgetragen wurden, werden heute vielleicht eher mit Schusswaffen ausgetragen“, hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik im Februar gesagt. Wie berichtet, führen Ermittler die meisten Schüsse in diesem und im vergangenen Jahr auf junge Erpresser aus der Türkei zurück, wenngleich auch hiesige Clans bewaffnete Fehden austragen. Die türkischstämmigen Netzwerke – insbesondere die „Daltons“ und deren aktivste Abspaltung, die „Ezgins“ – sollen demnach von Gewerbetreibenden mit türkischen Wurzeln Schutzgeld fordern. Zudem soll es Streit mit anderen Drogen- und Waffenhändlern geben. Wegen der Schussserie richtete das Landeskriminalamt vergangenes Jahr die Sondertruppe „BAO Ferrum“ ein. Bis Mitte Juli 2026 verzeichnete die Truppe 263 Freiheitsentziehungen und 61 Haftbefehle. Sie stellte 56 scharfe Schusswaffen, 21 Schreckschuss- und Gaspistolen sowie Munition und Fahrzeuge sicher und leitete 514 Ermittlungsverfahren ein.

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