Jan-Lennard Struff kämpft sich erstmals ins Wimbledon-Viertelfinale!
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London – Dieses Match war fast schon verloren! Im Duell der Aufschlagriesen ist Jan-Lennard Struff (36) ins Viertelfinale von Wimbledon eingezogen. Zum ersten Mal in seiner Karriere zieht der Warsteiner ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. Gegen Hubert Hurkacz (29) steht es 3:6, 6:7, 7:6, 7:5, 4:2, als der Pole verletzt aufgibt. Schon nach dem dritten Satz hatte er eine medizinische Auszeit genommen, lag auf dem Rasen und ließ sich offenbar am unteren Rücken behandeln.
Auch wenn man so nicht gewinnen will, ist es das beste Turnier von Struff, das er wohl je spielte. Und das im hohen Tennisalter von 36 Jahren. Mehr noch: Bei seinen letzten 16 Turnieren war neunmal in der ersten Runde Schluss, sechsmal in der zweiten und einmal in der Qualifikation. Nun die Wiederauferstehung und der größte Erfolg seit seinem bislang einzigen Turniersieg bei den BMW Open 2024 in München.
Struff: „Es ist unglaublich, ich verliere den zweiten Satz echt bitter, komme zurück und merke, dass er nicht mehr so die Geschwindigkeit im Aufschlag hatte. An dieser Stelle: Alles Gute, Hubi! Hoffentlich ist er nicht zu schwer verletzt und erholt sich schnell. Ein super Typ, einer der freundlichsten auf der Tour.“
Zeitig läuft Struff, der als Nummer 74 der Welt 22 Plätze besser dasteht als der lange Zeit verletzte Hurkacz, einem Break hinterher. Das kann er nicht mehr aufholen und verliert den ersten Satz 3:6. Danach ist er aber im Spiel. Der zweite Durchgang entwickelt sich auf Court 2 zu einem wahren Krimi. Im Tiebreak ist dann aber Schluss mit lustig. Hurkacz’ gewaltige Kracher sorgen für die 2:0-Satzführung.
Hurkacz schwer angeschlagen
Die Partie ist an Spannung kaum zu überbieten. Was beide durch ihre bekannte Aufschlagstärke versprechen, halten sie auch. Struff entscheidet den dritten Durchgang im Tiebreak für sich. Am Ende hat Hurkacz 34 Asse geschlagen, Struff 24. In der 2. Runde hatte er mit 45 Assen in einer Begegnung einen deutschen Rekord aufgestellt, führt sogar die Rangliste der Asse in Wimbledon 2026 an.
Nachdem er aus der Verletzungspause zurück ist, wird auch der vierte Satz spannend, ehe Hurkacz immer mehr ausgehebelt wird, aber trotzdem weiterspielt und 5:7 verliert. Er versucht es auch dann weiter und nimmt Struff sofort den Aufschlag ab. Doch selbst servieren fällt schwer. Sogar von unten bringt Hurkacz den Ball ins Spiel. Struff nutzt die Schwäche und holt sich das Break sofort zurück. Immer wieder lässt sich Hurkacz nun behandeln, diesmal rechts am Bauch. Beim 2:4 gibt er auf.
Struff spielt bestes Turnier seiner Karriere
Bei den French Open und den US Open stand Struff schon im Achtelfinale. Das Viertelfinale hatte er bei einem Grand-Slam-Turnier noch nie erreicht. Bis jetzt, weil der „riesige Teddybär“, wie French-Open-Sieger Alexander Zverev (29) ihn nennt, sich den größten Erfolg seiner Karriere erkämpft, auch wenn er von Hurkacz’ Verletzung profitiert.
Im Viertelfinale wartet am Dienstag nun der Weltranglistenerste Jannik Sinner (24). Gegen den verlor Struff alle bisherigen drei Partien. „Immer wenn man denkt, Struffi hört auf mit Tennis, spielt er irgendeinen Grand Slam, mit dem er sich die Top 100 fürs nächste Jahr sichert“, sagte Zverev über ihn. Vergangenes Jahr waren es die US Open, nun Wimbledon. Aber es ist ja auch nicht verboten, in New York zwei Jahre in Folge gut zu spielen. Aber erst mal ist Viertelfinale in Wimbledon.
Er selbst meint: „Es ist unglaublich. Ich war viermal im Achtelfinale und bin glücklich, dass ich nun ins Viertelfinale kam. Das ist geil.“ Plan für den Abend? „Ich werde jetzt wie immer ein bisschen Fußball schauen und was essen, sofern man noch bestellen kann.“ Kann man, da kann er ganz beruhigt sein.