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Jänschwalde: Polizei meldet Detonation an Umspannwerk in Brandenburg

Allgemein

An einem Umspannwerk im brandenburgischen Turnow-Preilack, in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde, hat es mindestens eine Detonation gegeben. Das bestätigte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Brandenburg der ZEIT. Es seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien. Die Gesamtzahl stehe noch nicht fest. Entschärfer seien vor Ort und es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung. Raketen seien nach jetzigem Kenntnisstand nicht abgeschossen worden, sagte die Sprecherin – und widersprach damit einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ).

Der Bürgermeister von Turnow-Preilack, René Sonke, sagte der ZEIT, dass es bei dem Umspannwerk – das zwischen Preilack und der Gemeinde Tauer liegt – bisher noch nie zu Zwischenfällen gekommen sei.

Der Netzbetreiber 50Hertz teilte der ZEIT mit, die »versuchte Sachbeschädigung« sei nach bisherigen Erkenntnissen durch selbst gebaute Flugkörper erfolgt, »die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln«. Vor Ort seien weitere, noch nicht gestartete Flugkörper gefunden worden. Es habe eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung gegeben. Mittlerweile seien alle Leitungen wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung sei derzeit nicht beeinträchtigt.

Kraftwerkbetreiber meldet technischen Ausfall in Block B

Der Kraftwerkbetreiber Leag sprach von einem »Anschlag«, der auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack verübt worden sei. In der Folge sei es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk gekommen, sagte ein Pressesprecher der ZEIT. Ein möglicher Zusammenhang werde geprüft. Man stimme sich mit 50 Hertz ab und arbeite an der Wiederinbetriebnahme von Block B.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich erleichtert, dass niemand bei dem Vorfall zu Schaden gekommen sei. »Dennoch nehmen wir die Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur sehr ernst. Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen«, sagte Woidke.

Wer die Spreng- und Brandvorrichtungen angebracht hat und welches Motiv der oder die Täter hatten, ist bisher nicht bekannt. Ebenso unklar ist, ob es Zusammenhänge zu Anschlägen auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins und an der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin gibt.

In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Nach Angaben des Betreibers Leag wurde das Kraftwerk in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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