Japans Gesundheitsministerium warnt vor langem Sitzen bei Kindern
Kinder in Japan verbringen durch die Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Geräten immer mehr Zeit im Sitzen. Ein Forschungsteam des japanischen Gesundheitsministeriums warnt davor, dass langes Sitzen die körperliche Fitness und die psychische Gesundheit beeinträchtigen kann. Die Forscher empfehlen Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern Regeln für digitale Geräte festzulegen und die tägliche Bildschirmzeit auf höchstens zwei Stunden zu begrenzen.
Die Forscher raten außerdem dazu, längeres Sitzen regelmäßig zu unterbrechen. Kinder sollten auch in der Schule und in privaten Nachhilfeeinrichtungen ihre Pausen nicht ausschließlich im Sitzen verbringen. Bestimmte Lernaufgaben lassen sich im Stehen erledigen. Bereits 2023 veröffentlichte das japanische Gesundheitsministerium Empfehlungen, nach denen sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten bewegen sollten.
Japanische Schüler verbringen viel Zeit vor Bildschirmen
Die japanische Sportbehörde untersucht jedes Jahr die körperliche Fitness und die Bewegungsgewohnheiten von Schülern. An der landesweiten Erhebung nehmen Kinder der fünften Grundschulklasse und Jugendliche der zweiten Mittelschulklasse teil. Neben verschiedenen Fitnesstests werden auch die sportlichen Aktivitäten und die Bildschirmzeiten außerhalb des Unterrichts erfasst.
Die Untersuchung von 2024 zeigte, dass der Anteil der Schüler, die an Schultagen mindestens drei Stunden vor Bildschirmen verbringen, in allen vier untersuchten Gruppen gestiegen war. Das betraf Jungen und Mädchen beider Schulstufen. Zur erfassten Bildschirmzeit gehören unter anderem Fernsehen, Smartphones und Videospiele. Die Untersuchung von 2025 bestätigte, dass viele Schüler einen großen Teil ihrer Freizeit vor Bildschirmen verbringen.
Bei den körperlichen Fitnesstests verbesserten sich die Ergebnisse 2025 gegenüber dem Vorjahr. Mit Ausnahme der Jungen an Mittelschulen erreichten die untersuchten Gruppen allerdings noch nicht wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie. Der Anteil der Schüler, die sich außerhalb des Sportunterrichts mindestens 420 Minuten pro Woche körperlich betätigten, ging zurück. Zugleich stieg der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die dafür weniger als 60 Minuten pro Woche aufwendeten.
Gesundheitsministerium empfiehlt täglich mindestens eine Stunde Bewegung
Das japanische Gesundheitsministerium hatte 2023 Empfehlungen zur körperlichen Aktivität veröffentlicht. Darin verweist es auf die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation, nach denen sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten mit mittlerer bis hoher Intensität bewegen sollten. An mindestens drei Tagen pro Woche sollten sportliche Aktivitäten hinzukommen, die Muskeln und Knochen stärken.
Das Ministerium empfiehlt, lange Sitzzeiten zu vermeiden und die Nutzung von Smartphones, Fernsehern und Videospielen zu begrenzen. Kinder, die sich bislang nur wenig bewegen, sollen zunächst versuchen, mehr körperliche Aktivitäten in ihren Alltag einzubauen.
In den Empfehlungen nennt das Ministerium mehrere gesundheitliche Probleme, die mit langen Sitzzeiten verbunden sind. Dazu gehören eine schlechtere körperliche Fitness, ein höheres Risiko für Übergewicht, kürzere Schlafzeiten und Probleme im Sozialverhalten. Zwischen langen Bildschirmzeiten und einer schlechteren psychischen Gesundheit besteht nach Angaben des Ministeriums ebenfalls ein Zusammenhang.
Forscher empfehlen regelmäßige Pausen vom Sitzen
Das Forschungsteam des Gesundheitsministeriums empfiehlt, längeres Sitzen auch beim Lernen regelmäßig zu unterbrechen. Aufgaben wie das laute Vorlesen oder das Auswendiglernen englischer Vokabeln können Kinder beispielsweise im Stehen erledigen. In den Pausen an Schulen und privaten Nachhilfeeinrichtungen sollten sie aufstehen, statt die gesamte Zeit auf ihrem Stuhl zu verbringen.
Schon einfache Bewegungen können helfen, längere Sitzphasen zu unterbrechen. Die Forscher empfehlen, regelmäßig vom Stuhl aufzustehen und sich zu strecken. Wer sitzen bleibt, kann die Füße wiederholt anheben und senken. Eine weitere Möglichkeit sind höhenverstellbare Schreibtische, an denen Kinder sowohl im Sitzen als auch im Stehen lernen können.