DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,02 % 64.298,69 USD 09:25:24 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Japans neuer Nachtzug Luna Azul kämpft mit fehlender Innenraumfarbe

Wirtschaft

Die in Japan herrschenden Engpässe bei Farben auf Erdölbasis gefährden den geplanten Start des neuen Nachtzugs „Luna Azul“, mit dem JR East ab Frühjahr 2027 Tokyo und Aomori verbinden will. Wegen fehlender Produkte infolge des Krieges im Nahen Osten kann die Bahngesellschaft bislang keinen genauen Termin für die erste Fahrt nennen. JR East kündigte den Zug im Juni 2025 an und baut dafür einen zehnteiligen Zug der Baureihe E657 um, der bisher als Hitachi-Express auf der Joban-Linie eingesetzt wird. Der Zug soll rund 120 Reisenden Platz bieten und je nach Jahreszeit auf zwei verschiedenen Strecken verkehren. Nachtzug verbindet Tokyo mit Aomori Zwischen Frühjahr und Herbst soll der Luna Azul zwei Hin- und Rückfahrten pro Woche zwischen Shinagawa in Tokyo und Aomori im Norden der japanischen Hauptinsel Honshu anbieten. Die Hinfahrt beginnt gegen 21 Uhr und führt über die Joetsu- und Uetsu-Linie entlang der Küste des Japanischen Meeres. Der Zug soll Aomori am folgenden Morgen gegen 9.30 Uhr erreichen. In der Gegenrichtung fährt der Luna Azul gegen 16 Uhr in Aomori ab und erreicht Shinagawa am nächsten Morgen gegen 7 Uhr. Damit benötigt der Zug für die Hinfahrt etwa zwölfeinhalb Stunden und für die Rückfahrt rund 15 Stunden. Im Winter setzt JR East den Zug tagsüber zwischen Shinagawa und Naganohara-Kusatsuguchi in der Präfektur Gunma ein. Auf dieser Strecke sind sechs Hin- und Rückfahrten pro Woche geplant. Der Zielbahnhof dient als Zugang zum Kurort Kusatsu Onsen, einem der bekanntesten Thermalbadeorte Japans. Private Abteile ersetzen Schlafwagen Alle Plätze im Luna Azul befinden sich in privaten Abteilen und müssen vor der Fahrt reserviert werden. Die Abteile gehören zur Green-Car-Klasse, die in japanischen Zügen der ersten Klasse entspricht, und bieten Raum für eine bis vier Personen. In den Wagen 1 und 10 richtet JR East größere Premium-Abteile ein. Klassische Schlafwagen mit Betten sind nach den bisher veröffentlichten Plänen nicht vorgesehen. Der Zug ist ein Nacht-Express mit abgeschlossenen Sitzabteilen und kein Schlafwagenzug nach europäischem Verständnis. Der Preis für einen Platz im Green-Car-Abteil soll etwas über 24.180 Yen (ca. 140 Euro) liegen. So viel kostet während der regulären Saison ein Green-Car-Platz im Tohoku-Shinkansen zwischen Tokyo und Shin-Aomori. Einen genauen Fahrpreis hat JR East noch nicht genannt. Blaue Lackierung soll an die japanischen Nachtzüge erinnern Der spanische Name „Luna Azul“ bedeutet „blauer Mond“. Auch die Außenlackierung greift diese Farbe auf und erinnert an die früheren „Blue Trains“, die japanische Großstädte über Nacht miteinander verbanden. Einer der letzten dieser blauen Nachtzüge war der „Hokutosei“ zwischen Ueno und Sapporo. Er beendete im März 2015 seinen regulären Betrieb. Nach mehreren Sonderfahrten stellte JR East die Verbindung im August 2015 vollständig ein. Mit dem „Sunrise Seto“ und dem „Sunrise Izumo“ verkehren in Japan derzeit nur noch zwei miteinander gekoppelte reguläre Nachtzüge mit Schlafabteilen. Sie fahren gemeinsam von Tokyo nach Okayama und werden dort geteilt. Ein Zugteil fährt nach Takamatsu auf der Insel Shikoku, der andere nach Izumo an der Küste des Japanischen Meeres. Der Luna Azul würde das kleine Nachtzugangebot um eine Verbindung in den Norden Honshus ergänzen. Regierung reagiert auf Engpässe bei Farben Der Mangel betrifft nicht die blaue Außenlackierung, sondern Farbe für den Innenraum. Viele Farben und Lösungsmittel enthalten Bestandteile, die aus Erdöl hergestellt werden. Der japanische Farbenhersteller Kansai Paint begrenzte im April 2026 die Auslieferung von Verdünnungsmitteln und erhöhte seine Preise. Das Unternehmen begründete die Maßnahmen mit Problemen bei der Beschaffung von Rohstoffen und Störungen im internationalen Transport infolge des Krieges im Nahen Osten. Die japanische Regierung führte am 23. Juni ein Direktverkaufssystem für Farben und Verdünnungsmittel ein. Hersteller können betroffene Unternehmen darüber unmittelbar beliefern, wenn die benötigten Produkte nicht über die üblichen Handelswege verfügbar sind. Nach Angaben der Regierung betreffen die Lieferprobleme auch Schmierstoffe, Klebstoffe und Verpackungsmaterialien. JR East prüft derzeit Ersatzprodukte und andere Lösungen, um den Luna Azul dennoch im Frühjahr 2027 in Betrieb zu nehmen. Ob das Unternehmen den geplanten Zeitraum einhalten kann, hängt von der rechtzeitigen Lieferung einer geeigneten Innenraumfarbe ab.

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