Jason Arday: Cambridge-Kanzler spricht von "rassistischer Hetzjagd" auf Jason Arday
Nach dem Tod des nach Plagiatsvorwürfen zurückgetretenen Cambridge-Professors Jason Arday hat der Kanzler der Universität von einer »rassistischen Hetzjagd« gegen den 41-Jährigen in den vergangenen Wochen gesprochen. Lord Chris Smith of Finsbury sagte der BBC, Plagiatsvorwürfe gegen jeden Wissenschaftler müssten gründlich untersucht werden. »Gleichzeitig muss man sich weigern, sich an einer rassistischen Hetzjagd gegen einen bestimmten Wissenschaftler zu beteiligen.« 2023 war Arday mit nur 37 Jahren an die Eliteuniversität Cambridge berufen worden – als jüngster Schwarzer Professor der Einrichtung überhaupt. Seine Ernennung wurde als progressiver Meilenstein gefeiert. In den vergangenen Wochen wurden jedoch Plagiatsvorwürfe gegen Arday und Zweifel an seiner Lebensgeschichte laut. »Was ich nicht bin, ist ein Lügner« In einem Interview mit der Times räumte Arday zwar Fehler ein, führte die Defizite in seinen akademischen Arbeiten jedoch auf seinen Autismus und seine Lernschwäche zurück. Es habe ihm damals an Unterstützung gefehlt. »Was ich nicht bin, ist ein Lügner«, hatte er der Zeitung gesagt. Vielmehr seien die Vorwürfe gegen ihn rassistisch motiviert. Am 5. August trat er nach großer öffentlicher Kritik schließlich von seinem Posten zurück. Neun Tage später wurde er in Battersea im Süden Londons tot aufgefunden. Ardays Familie sprach nach seinem Tod von einer »Mobbingkampagne« gegen ihn. Die ersten Vorwürfe gegen Arday erhob der US-Forscher Nathan Cofnas, der die Universität Cambridge 2024 nach Rassismusvorwürfen verlassen musste. Insbesondere rechtsgerichtete Zeitungen und Kommentatoren griffen sie auf und stilisierten Arday zum »Aushängeschild« für Programme in den Bereichen Gleichstellung, Vielfalt und Inklusion (DEI). Solche DEI-Programme dienen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump und den Anhängern seiner rechtsgerichteten Maga-Bewegung häufig als Begründung, gegen Bildungseinrichtungen und Unternehmen vorzugehen, die sie als zu links betrachten. Im Fall Arday lautet der Vorwurf, Menschen würden nicht wegen ihrer fachlichen Eignung eingestellt, sondern allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer diskriminierten Minderheit. Dadurch würden etwa weiße Menschen benachteiligt. Kritiker sehen darin hingegen einen Vorwand, um Rassismus und andere Formen der Diskriminierung zu rechtfertigen.