Jeden Tag Kirschen essen: Diese Auswirkungen hat es
Kirschen sind einfach lecker und dürfen im Sommer nicht fehlen! Dabei enthalten die roten Früchte auch noch jede Menge Vitamine und Nährstoffe, vor allem aber nur wenige Kalorien. Grund genug, jeden Tag Kirschen zu essen? Expert*innen haben sich mit den Auswirkungen auf den Körper genauer auseinandergesetzt. Wie gesund sind Kirschen wirklich?
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Der Unterschied zwischen Sauerkirschen und Süßkirschen
Zunächst einmal ist Kirsche nicht gleich Kirsche – das beliebte Steinobst wird in Süß- und Sauerkirschen unterteilt.
Süßkirschen kannst du im Juni und Juli direkt vom Baum pflücken und pur genießen. Wer keinen Kirschbaum im Garten hat, greift am besten auf regionale Kirschen, z. B. vom Wochenmarkt oder aus dem Supermarkt, zurück.
Sauerkirschen sind zu sauer, um sie pur zu essen. Sie sind von Juli bis August bereit zur Ernte und werden meistens zu Saft, Marmelade oder Konserven verarbeitet.
Dass Kirschen so gesund sind, liegt vor allem an den Vitaminen und Nährstoffen. Zwischen Süß- und Sauerkirschen gibt es dabei kaum einen Unterschied.
Diese Nährstoffe enthalten Kirschen
100 Gramm Süßkirschen enthalten ca. 65 Kalorien, Sauerkirschen mit 55 Kalorien etwas weniger. Kirschen enthalten darüber hinaus kaum Fett und Eiweiß, da sie zu einem großen Teil aus Wasser und zu 10 bis 13 Prozent aus Kohlenhydraten bestehen. Hinzu kommen pro 100 Gramm Kirschen 13 bis 15 Gramm Kirschen. Darüber hinaus enthält das Steinobst auf 100 Gramm:
214 Milligramm Kalium
15 bis 20 Calcium
8 bis 11 Milligramm Magnesium
1,285 Milligramm Eisen
400 Mikrogramm Beta-Carotin (Vitamin A)
74,7 Mikrogramm Folsäure
12 Milligramm Vitamin C
sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane
Jeden Tag Kirschen essen: Diese Auswirkungen hat es
Wer regelmäßig oder jeden Tag Kirschen isst, kann von verschiedenen Vorteilen profitieren, muss aber auch einige Risiken einkalkulieren.
Das sind die Vorteile
Entzündungen hemmen: Anthocyane haben eine starke antioxidative und somit entzündungshemmende Wirkung. Studien haben herausgefunden, dass der regelmäßige Verzehr von Sauerkirschen das Risiko für entzündliche Krankheiten senken kann. In den Studien wurden jedoch Konzentrate oder Säfte aus Kirschen untersucht und nicht der Effekt von frischen Kirschen. Eine Meta-Analyse verzeichnete aber auch geringere Entzündungsmarker nach dem Verzehr von frischen Kirschen.
Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt: Dafür sorgen die Flavonoide und Phenolsäuren, welche ebenfalls antioxidativ und entzündungshemmend wirken.
Schnellere Regeneration: Trainingsbedingter Muskelkater und Kraftverlust können sich nach dem Verzehr von Kirschen schneller reduzieren.
Hautbild verbessern: Anthocyane haben einen weiteren Vorteil: Sie beugen einer vorzeitigen Hautalterung, Hautunreinheiten und Cellulite vor.
Kirschen bei Kopfschmerzen: Laut einer Studie der University of Michigan sollen 20 Kirschen der Wirksamkeit einer Tablette Aspirin 500 entsprechen.
Kirschen zum Einschlafen: Kirschen enthalten Melatonin, ein Schlafhormon, das Müdigkeit verursacht. Die von Kirschen ausgeschüttete Menge ist gering, dennoch können die roten Früchte dazu beitragen, die Melatonin-Menge im Körper zu erhöhen und eine angenehme Müdigkeit zu bewirken.
In den meisten Studien konnten zunächst nur hochkonzentrierte Mengen zu einem messbaren Effekt führen. Unbestritten ist, dass eine ausgewogene Ernährung mit Antioxidantien, wie z. B. sekundären Pflanzenfarbstoffen, den Körper vor oxidativem Stress schützt. Antioxidantien reduzieren wiederum das Risiko für chronische Krankheiten und stärken das Immunsystem.
Das sind die Nachteile
Kirschen aus dem Supermarkt könnten möglicherweise mit Pestiziden oder Kunstdünger belastet sein. Zu viele Kirschen verursachen möglicherweise Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme. Vor allem solltest du aber – wie so oft – auf ein gesundes Maß achten.
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Die Dosis macht nämlich auch hier das Gift. Ein paar frische Kirschen am Tag wirken sich durchaus positiv aus, zu viele Kirschen treiben den Blutzucker unnötig nach oben. Besondere Vorsicht gilt bei verarbeiteten Sauerkirschen, denen viel Zucker zugesetzt wird. Wer an einer Fructoseintoleranz leidet, sollte beim Verzehr von Kirschen ebenfalls vorsichtig sein.
Kirschen aus dem Glas
Verarbeitete Sauerkirschen enthalten zwar noch viele Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Beim Einkochen wird den Früchten allerdings auch viel Zucker zugesetzt, um die Haltbarkeit zu verlängern. Berücksichtige beim Verzehr daher unbedingt den erhöhten Zucker- und Kaloriengehalt.
Wenn du Kirschen auch außerhalb der Saison genießen möchtest, kannst du sie ganz einfach einfrieren. Du musst keinen Zucker hinzufügen und die gesunden Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Verwende die gefrorenen Kirschen schließlich als Topping für Müsli oder Joghurt und in Smoothies.
Wie viele Kirschen pro Tag sind gesund?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Da Obst sehr viel Zucker enthält, greifst du lieber vermehrt zu Gemüse. Eine Portion entspricht dabei einer Handvoll Obst oder Gemüse. Umgerechnet entspricht eine Handvoll frischer Kirschen circa 120 bis 150 Gramm, das sind je nach Größe 10 bis 15 Kirschen. Daran kannst du dich gut orientieren, wenn du jeden Tag Kirschen essen möchtest.
Wichtig: Kirschen reifen nach der Ernte nicht mehr nach und lassen sich nicht so gut lagern. Du solltest sie innerhalb von zwei bis drei Tagen verzehren und am besten mit Stiel im Kühlschrank lagern.