Jemen-Krieg: Huthi rücken auf Mokka vor - das droht dem Roten Meer
Kontrolle über Rotes Meer
Jemen-Krieg eskaliert: Mokka könnte alles verändern
Von dpa, mak, jha
Aktualisiert am 10.09.2026 - 11:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Neben der Straße von Hormus gilt die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Im Jemen wird um die Kontrolle einer wichtigen Anrainerstadt gekämpft.
Im Jemen nehmen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Huthi-Miliz um strategisch wichtige Gebiete am Roten Meer zu. Die Huthi-Miliz rückt dabei nach Angaben von Augenzeugen und Militärkreisen weiter in Richtung der Hafenstadt Mokka an der Westküste vor. Regierungstruppen und ihre Verbündeten haben sich nach Angaben aus Kreisen des Militärs aus dem Gebiet bei Hais nördlich von Mokka zurückgezogen.
Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe. Im Zuge des Iran-Kriegs ist aber auch der Konflikt im Jemen erneut aufgeflammt.
Tarik Saleh, Anführer der Nationalen Widerstandskräfte, rief alle regierungstreuen Kräfte dazu auf, sich "neu zu formieren". Es seien Anweisungen ergangen, in Abstimmung mit der von Saudi-Arabien angeführten Koalition zur Unterstützung der Regierung ein "alternatives Kommandozentrum an einem sicheren Ort zur Neuformierung der Truppen" einzurichten.
Strategisch wichtige Stadt Mokka
Mokka liegt unmittelbar nördlich der Straße von Bab al-Mandab, zu Deutsch: "Tor der Tränen". Sie ist neben der Straße von Hormus eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten, unter anderem für Rohöl und Flüssiggas.
Noch vor wenigen Jahren passierten jährlich mehr als 20.000 Schiffe die Meerenge Bab al-Mandab, im Schnitt rund 55 bis 60 pro Tag. Durch sie liefen ein Viertel des weltweiten Containerverkehrs und ein Drittel der europäischen Importe – vom Aluminium über Autoteile bis zu Waschmaschinen.
Doch zu Beginn des Gaza-Kriegs blockierte die Miliz das "Tor der Tränen" schon einmal und beschoss ab 2023 mehr als hundert Schiffe. Die großen Reedereien wichen auf die Route um das Kap der Guten Hoffnung im Süden Afrikas aus – und viele halten bis heute an dem Umweg fest. Allerdings ist die Meerenge immer noch strategisch wichtig.
Und mit einer Übernahme könnten die vom Iran unterstützten Huthi den Schiffsverkehr im Roten Meer noch gezielter als bisher schon angreifen und blockieren. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs wird die Meerenge als alternative Handelsroute genutzt, um Ausfälle durch die Straße von Hormus zu kompensieren.
Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass viele Bewohner die Stadt Mokka aus Furcht vor einer weiteren Eskalation verließen. Die Huthi waren zuletzt in Richtung Mokka vorgerückt und kontrollieren in der Gegend bereits wichtige Verkehrsknotenpunkte.
Bürgerkrieg neu entflammt
Die aktuellen Kämpfe sind die schwersten Gefechte seit Jahren. Die Miliz hatte nach saudisch angeführten Angriffen im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet.
Seitdem griffen die Huthi mehrere Schiffe an, zwangen weitere Schiffe in der Region zu Kursänderungen und griffen auch den Süden des Nachbarlands Saudi-Arabien wieder mit Raketen und Drohnen an. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition fliegt seitdem immer wieder Luftangriffe gegen Stellungen der Huthi-Jemen.