Jemen: Saudi-Koalition bombardiert Huthi-Ziele nach Angriff auf Schiff
Ziel seien »legitime militärische Ziele« der Huthis in der jemenitischen Provinz Hudaida gewesen, die mit der Bedrohung des Schiffsverkehrs im Roten Meer in Verbindung stünden, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X. Die inzwischen abgeschlossene Militäraktion sei verhältnismäßig gewesen und habe die Einsatzziele erreicht. Der Hafen von Hudaida sei nicht angegriffen worden. Huthi-nahe Medien hatten zuvor Luftangriffe in der Hafenstadt Hudaida gemeldet. In den Berichten hieß es, Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida sowie die Insel Kamaran seien getroffen worden. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen. Angriff auf Schiff im Roten Meer Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens. Über dem Gebiet seien Flammen und dichte Rauchwolken aufgestiegen. Ein Huthi-naher TV-Sender bezeichnete die Angriffe als »saudi-arabische Aggression«. Zuvor war es im Roten Meer erneut zu einem Angriff auf ein unter saudi-arabischer Flagge fahrendes Schiff gekommen. Dabei sei der Rumpf der »NCC Masa« leicht beschädigt worden, berichtete die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde. In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker »Encelia« angegriffen worden, woraufhin an Bord ein Feuer ausbrach. Die schiitischen Huthis reklamierten zwei Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich. Der Konflikt zwischen den Huthis und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Miliz kündigte am Montag eine »Blockade« für saudi-arabische Schiffe an – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz im Jemen seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein »Verbot der Schifffahrt«, hieß es. Zu dem aktuellen Angriff äußerten sich die Huthis zunächst nicht. Trump hatte bereits am Donnerstag mit Vergeltung gedroht Die Miliz kontrolliert im Jemen vorwiegend den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. US-Präsident Donald Trump hatte den Huthis und ihrem Verbündeten Iran bereits am Donnerstag mit Vergeltung gedroht, sollten erneut Schiffe von der Miliz angegriffen werden. »Sollten sie dies erneut tun, werden die USA Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthis als Stellvertreter Irans agieren«, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte »schwere militärische Strafen gegen Iran und natürlich auch gegen die Huthis selbst« an. Die Huthis hatten das arme Land auf der Arabischen Halbinsel 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung, während die Huthis Hilfe Irans bekommen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gibt es allerdings weiterhin.