Jens Härtel legt Traineramt bei Union Berlin nach Diskriminierungsvorwürfen nieder
Fußball | Bundesliga
Jens Härtel nach Diskriminierungsvorwürfen und DFB-Strafe nicht mehr Unions U19-Trainer
Stand: 12.10.2026 20:16 Uhr
Jens Härtel hat sein Amt als U19-Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin niedergelegt. Der frühere Chefcoach des 1. FC Magdeburg, von Hansa Rostock und von Erzgebirge Aue zieht damit die Konsequenzen aus einem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses wegen diskriminierender Äußerungen im Trainingsbetrieb. Auch das DFB-Sportgericht hat inzwischen reagiert.
Jens Härtel ist nicht länger Trainer der U19-Mannschaft von Union Berlin. Laut einer Vereinsmitteilung vom Sonntag (11. Oktober 2026) habe der 57-Jährige den Verantwortlichen mitgeteilt, den Trainerberuf bis auf weiteres nicht weiter ausüben zu wollen. Stattdessen wolle er die Zeit für eine persönliche Aufarbeitung nutzen. Gegen Härtel hatte der DFB-Kontrollausschuss ein mehrwöchiges Betätigungsverbot beantragt. Auslöser waren Vorwürfe über diskriminierende Äußerungen im Trainingsalltag der Berliner U19.
Drei Monate Funktionsverbot
Inzwischen hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Jens Härtel wegen dreier Fälle diskriminierenden unsportlichen Verhaltens mit einem zwölfwöchigen Funktionsverbot belegt. Acht Wochen der Sperre muss er sofort verbüßen, die verbleibenden vier Wochen wurden für die Dauer eines Jahres zur Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus muss Härtel an einem Konflikt- und Deeskalationstraining teilnehmen und dem DFB bis zum 31. April 2027 einen entsprechenden Nachweis erbringen.
Härtel räumt Fehler ein
In einer Stellungnahme hatte Härtel eigenes Fehlverhalten bereits eingeräumt und dem Urteil nach DFB-Angaben zugestimmt. Er habe Fehler gemacht und sei seiner Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich nicht gerecht geworden. Dafür habe er sich bereits bei seiner Mannschaft sowie dem Trainer- und Betreuerteam entschuldigt. Zugleich betonte er, dass es nie seine Absicht gewesen sei, jemanden zu verletzen oder zu diskriminieren.
Vorwürfe durch anonymes Schreiben
Die Vorwürfe waren durch ein anonymes Schreiben an Union Berlin bekannt geworden. Der Klub leitete daraufhin mit externer Unterstützung einen internen Aufarbeitungsprozess ein. Nach Vereinsangaben habe es jedoch keine Meldung eines persönlich Betroffenen über die eingerichteten Anlaufstellen gegeben. Künftig sollen Schulungen und Präventionsmaßnahmen gegen diskriminierendes Verhalten fester Bestandteil der Trainerfortbildung bei Union werden.
Auszeit zwischen Härtel und Union
Unions Präsidiumsmitglied Lutz Munack erklärte, Härtel habe sich falsch verhalten und sei dafür bereits sanktioniert worden. Der Verein respektiere dessen Schritt und habe sich mit dem früheren Zweitliga-Coach auf eine Auszeit verständigt. Härtel hatte in seiner Trainerlaufbahn unter anderem den 1. FC Magdeburg, Hansa Rostock, Eintracht Braunschweig und zuletzt den FC Erzgebirge Aue betreut.
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SpiO/dpa