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Jetzt kommt das Drama von Buckelwal Timmy auf die Bühne

Unterhaltung

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Hamburg – Millionen Menschen verfolgten das Schicksal von Buckelwal Timmy. Nach mehreren Strandungen an der Ostseeküste schleppten Helfer den Meeressäuger in einer spektakulären Rettungsaktion in dänische Gewässer und ließen ihn frei. Nur wenige Tage später war Timmy (auch Hope genannt) tot. Bis heute bewegt die Geschichte viele. Jetzt bringt Regisseur Alexander Klessinger das Wal-Drama unter dem Titel „Hope stirbt zuletzt“ auf die Bühne. Für Klessinger wurde der Rummel um den Wal immer skurriler. „Da wusste ich: Jetzt wird das Theater“, sagt der 40-Jährige zu BILD. Seine Inszenierung ist am Samstag im Ernst-Deutsch-Theater Hamburg zu sehen. Timmy löste große Emotionen aus „Ich hatte das Gefühl, dass es irgendwann gar nicht mehr um den Wal ging. Timmy wurde zu einer Art Spiegel für die Dynamik von Medien, Politik, Emotionen und Aufmerksamkeit, die sich alle in diesem einen Wal konzentrierten.“ Als Demonstranten „Wir sind das Volk“ und „Freiheit für Hope“ riefen und wissenschaftliche Einschätzungen anzweifelten, habe er eine neue Dimension der Geschichte erkannt. „Der Ausruf ‚Wir sind das Volk‘ hat ja eine Geschichte. Ihn im Zusammenhang mit einem Wal zu verwenden, ist alles andere als bescheiden“, sagt Klessinger. Timmy sei zur Projektionsfläche geworden, auf die Menschen Hoffnungen, Ängste und politische Botschaften übertrugen. Den Regisseur faszinierte die Frage, warum ein einzelnes Tier eine so große Empathie auslösen kann. „Menschen waren bereit, Hunderte Kilometer anzureisen, an Zäunen zu rütteln und sich emotional völlig auf diesen Wal einzulassen“, sagt Klessinger. Gleichzeitig würden jeden Tag unzählige Tiere industriell getötet, ohne vergleichbare Reaktionen hervorzurufen. Genau dieser Widerspruch steht im Zentrum seiner Inszenierung – nicht als moralische Anklage, sondern als nüchterne Beobachtung. Und was passiert auf der Bühne? Das Stück folgt der Chronologie der Ereignisse : vom Auftauchen des Wals bis zum Rettungsversuch. Es ist als eine Art Messe inszeniert, spielt sich um einen Altar ab. Klessingers satirische Idee: Timmy wird wie ein Heiliger behandelt – „als wäre er gekommen, um uns wieder zu versöhnen und etwas über uns selbst zu erzählen“. Inhaltlich basiere die Inszenierung auf Zitaten aus Mediengesprächen, Interviews und Social-Media-Beiträgen. Der Wal selbst kommt auch zu Wort. Genauer gesagt: Er singt. In einem zwei Meter großen aufblasbaren Walkostüm tritt Timmy auf und kommentiert das Spektakel. Die Inszenierung fragt zugespitzt: „Was hätte Timmy wohl selbst dazu gesagt?“ Der letzte Akt wird eine Podiumsdiskussion mit dem Schwerpunkt Tierschutz sein. Der Regisseur: „Das wird kontrovers sein, da bin ich mir ganz sicher. Ich gehe davon aus, dass einige Leute den Saal verlassen.“ Als Gast wird unter anderem die Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies , die an Timmys Rettungsaktion beteiligt war, für verbalen Zündstoff sorgen. Einzelne Karten sind noch zu haben, kosten 20 Euro, ermäßigt 10 Euro.

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