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Jetzt spricht CDU-Politiker Thomas Bareiß erstmalig über seinen schweren Unfall

Nation

Wie geht es dem Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß (51), der am 12. Juli 2026 bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde? Bareiß hat lange geschwiegen. Jetzt gibt er der Schwäbischen Zeitung das erste Interview. Herr Bareiß, die wichtigste Frage vorweg: Wie geht es Ihnen? Herzlichen Dank. Den Umständen entsprechend ganz gut. Ich hatte einen großen Schutzengel, denn bis auf einige sehr schmerzhafte Rippenbrüche ist alles heil geblieben. So musste ich im Krankenhaus glücklicherweise auch nicht operiert werden. Ich bin einfach ungemein dankbar und demütig hier zu sein und dass es für alle Unfallbeteiligten glimpflich ausgegangen ist. Der Unfall war für mich schon ein Einschnitt, da macht man sich Gedanken. Die Bilder von der Unfallstelle sehen Sie oben im Video. Worüber haben Sie sich Gedanken gemacht? Worauf kommt es wirklich an im Leben? Was kann man selbst anders machen? Das Leben kann manchmal schneller vorbei sein, als man es für möglich hält. Es fühlt sich alles noch sehr frisch an, aber der Unfall hat bei mir schon dazu geführt, die ein oder andere Priorität im Leben anders zu setzen. Können Sie sich erinnern, wie es zu dem Autounfall kam? Nein, gar nicht. Ich habe noch das Bild im Hinterkopf, wie ich kopfüber den Feuerwehrmann sehe, der mich aus dem Auto rausgezogen hat. Mittlerweile habe ich auch einige Bilder aus der Presse gesehen, die mir Freunde und Bekannte zugeschickt haben. Ich war schon erstaunt, welch große Wellen der Autounfall geschlagen hat. Da war schon auch medial das ein oder andere dabei, was jetzt nicht so ganz gestimmt hat - mit der Not-OP zum Beispiel. Aber das Schönste und Wichtigste für mich in dieser schweren und schmerzhaften Zeit: all die vielen herzlichen Genesungswünsche, die mich erreicht haben. Warum? Das hat mir ungemein viel Kraft gegeben! All die vielen Nachrichten möchte und werde ich auch in den nächsten Tagen und Wochen peu à peu beantworten und mich persönlich für die vielen lieben Genesungswünsche bedanken - ohne mich jetzt gleich überarbeiten zu wollen. Mittlerweile bin ich ja auch wieder an die digitale Welt angebunden durch mein neues Handy. Mein altes ist bei dem Unfall leider in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie wurden Sie im Tübinger Krankenhaus betreut? Der Schock gerade am Anfang saß schon tief. Das war ein sehr einschneidendes Erlebnis für mich. Das wünsche ich niemandem und so ein schwerer Unfall ist auch nicht leicht zu verarbeiten. Es war mir enorm wichtig und hat mir sehr geholfen, dass sofort meine Frau und meine Familie an meiner Seite waren und mich unterstützt haben. Und die Ärzte und Pflegekräfte im Krankenhaus in Tübingen waren großartig! Ich möchte das auf keinen Fall noch einmal durchleben. Gleichzeitig ist es schon etwas sehr Besonderes am eigenen Körper zu erleben, wie schnell einem in einem Notfall geholfen wird. Das selbst erlebt zu haben, wie schnell Hilfe da ist und mit welcher Professionalität und Fürsorge die Menschen in unseren Krankenhäusern arbeiten, ist sehr prägend. Das ist eine Erfahrung, die ich als Mensch und auch als Politiker mitnehme. Wem möchten Sie besonders danken? (überlegt lange). Das ist gar nicht so leicht zu beantworten – wobei eigentlich doch schon: Mir fallen nicht genug Worte des Dankes an die Rettungskräfte und Ersthelfer ein, die so schnell vor Ort waren und mit ihrem Einsatz geholfen haben: Von Feuerwehr, Notärzten, der Polizei, den Kräften des Technischen Hilfswerks und natürlich den Helfern der Luftrettung - herzlichen Dank für euren schnellen und großartigen Einsatz! Und natürlich, wie gerade gesagt, herzlichen Dank dem Klinikpersonal in Tübingen: von der Pflegekraft bis zum Arzt - in solchen Momenten ist man dann einfach unfassbar dankbar, in professionellen Händen zu sein. Den Einsatz werde ich all den Helfern nie vergessen! Es ist auf jeden Fall etwas völlig anderes, so etwas am eigenen Leib zu erfahren: die Unterstützung all der Notfallhelfer und dem medizinischen Personal, diese enorme Bedeutung von kompetenten und top qualifizierten Experten in der Notfallrettung, bei den Blaulichtorganisationen, im Gesundheits- und Pflegewesen – wie wir es in Deutschland ja glücklicherweise haben. Das prägt. Ganz besonders möchte ich auch all den Ehrenamtlichen von Herzen danken, die sofort alles stehen und liegen gelassen haben - auch an einem Sonntag -, um mir, wie vielen anderen Menschen in Not, zu helfen in einer absoluten Extremsituation. Dieses Engagement ist außergewöhnlich und von enormer Bedeutung für unsere Gesellschaft und für jeden Einzelnen von uns und niemals selbstverständlich. Wann sind Sie wieder nach Hause gekommen? Das ging sehr, sehr schnell. Ich wurde am Mittwoch nach dem Unfall aus dem Krankenhaus entlassen und war dann wieder daheim. So konnte ich mich in der vertrauten Umgebung in Ruhe erholen. Ich bin auch meiner Frau und meiner Familie sehr dankbar, dass sie mich gerade zu Beginn in dieser schwierigen Situation abgeschirmt haben und mir die Zeit gaben, dass ich mich in den ersten Tagen nach dem Unfall in Ruhe erholen konnte. Wie lange dauert es, bis Sie vollständig genesen sind? Das ist aktuell noch schwierig zu sagen. Jeder, der schon mit Rippenbrüchen zu tun hatte, weiß: Das ist eine enorm schmerzhafte Angelegenheit. Können Sie durchschlafen? Meine Nächte sind weniger vom Schlaf geprägt, mehr vom Hin und Her Wälzen und vom Versuch, eine einigermaßen aushaltbare Liegeposition zu finden. Auch tagsüber: alles, was den Rippen- und Brustbereich berührt - wie beispielsweise auch Lachen oder Husten - ist sehr, sehr unangenehm. Das sind schon noch starke Einschränkungen, die ich spüre, und mir wurde von den Ärzten auch gesagt, dass es im Verlauf der Genesung immer wieder Rückschläge und Rückschritte geben kann. Also das wird auf jeden Fall noch einige Wochen andauern, bis ich wieder vollständig genesen und schmerzfrei bin. Ich versuche mich jetzt in den nächsten Wochen einfach weiter zu schonen und gut zu erholen. Mein Ziel ist, dass ich dann wieder mit Beginn der Sitzungswochen des Deutschen Bundestages im September mit voller Tatkraft meine Arbeit aufnehmen kann. Ich hoffe sehr, dass ich bis dahin wieder weitestgehend schmerzfrei bin. Denn die aktuellen politischen Aufgaben und Herausforderungen sind enorm: Die notwendigen Reformen dulden keinen Aufschub. Hoffentlich kann ich da sehr bald wieder in Berlin mitwirken bei den nun anstehenden Gesetzesvorhaben in den kommenden Wochen und Monaten. Wann wollen Sie ins Büro zurückkehren? Das war ich tatsächlich schon diese Woche. Denn wir hatten ja etwas unerwartet die Wahl unseres neuen Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei mitten in der sitzungsfreien Sommerzeit anstehen, den wir am Mittwoch mit großer Mehrheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt haben. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich die Strapazen der An- und Abreise nach Berlin auf mich nehmen soll. Schlussendlich habe ich mich entschieden, dass ich bei dieser wichtigen Fraktionssitzung - wenn irgendwie möglich - dabei sein will. Gerade in der aktuell politisch sehr schwierigen Zeit ist es mir einfach ein sehr großes Anliegen, hier meiner Verantwortung als Bundestagsabgeordneter nachzukommen. Glücklicherweise haben das meine Verletzungen zugelassen. Welches Thema möchten Sie nach Ihrer vollständigen Genesung zuerst anpacken? Es gibt so enorm viel zu tun. Und die Bürger erwarten zu Recht, dass wir Ihre Sorgen und Themen ernst nehmen und Schritt für Schritt die versprochenen Verbesserungen auch angehen. Viele Menschen haben kein Vertrauen mehr in bestehende Systeme. Deshalb müssen jetzt die Sozialsysteme von Rente über Gesundheit bis zur Pflege im Hinblick auf den demografischen Wandel zukunftsfest aufstellen, Deutschland modernisieren und wieder auf den Wachstumspfad bringen. Und vor allem endlich diese endlose und irrsinnige Bürokratie abbauen. Aber auch hier gilt – wie für meine Genesung: ein Schritt nach dem anderen. Die Dinge zu überstürzen, funktioniert nicht. Für mich persönlich als Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages stehen dann ab September die Haushaltsberatungen an. Das werden wieder sehr intensive und arbeitsreiche Wochen werden, wenn wir in die finalen Gespräche über den Haushalt 2027 einsteigen. Und auch aus der Erfahrung von mehr als 20 Jahren als Bundestagsabgeordneter: In der Politik kommt vieles unerwartet. Gerade wenn wir auf all die Schlagzeilen blicken: Die Welt dreht sich aktuell so schnell. Da prasseln ständig neue Herausforderungen auch auf uns als Politik ein, da hat das Tempo schon enorm zugenommen. Wie geht es mit der ursprünglich geplanten Sommertour weiter? Die Termine der diesjährigen 22. Sommertour durch den Zollernalbkreis und den Landkreis Sigmaringen wurden natürlich aufgrund des Unfalls von meinen Mitarbeitern abgesagt. Die Sommertour wurde zunächst ausgesetzt. Mein Bundestagsbüro wird in der nächsten Zeit auf die Kommunen und Organisatoren zugehen und Alternativtermine anbieten, sodass möglichst viele meiner geplanten Besuche und vor Ort im Bundestagswahlkreis Zollernalb-Sigmaringen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden können. Das ist mir ein sehr wichtiges Anliegen.

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