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Joël Le Scouarnec: Neue Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen bereits verurteilten Ex-Chirurgen

Welt

Wegen des Missbrauchs von knapp 300 Kindern sitzt der ehemalige Chirurg Joël Le Scouarnec bereits in Haft. Mehr als ein Jahr nach seiner Verurteilung sind nun neue Vorwürfe aufgetaucht. Dem 75-Jährigen würden weitere 40 sexuelle Übergriffe und zehn Vergewaltigungen vorgeworfen, teilte Staatsanwältin Laetitia Mirande in Lorient im Westen Frankreichs am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft leitete daher ein Ermittlungsverfahren ein.

Während des früheren Prozesses seien »Hinweise auf weitere Straftaten aufgetaucht oder bestätigt worden«. Außerdem habe die Staatsanwaltschaft »weitere Strafanzeigen« erhalten, erklärte Mirande weiter. Ihr zufolge ereigneten sich die Missbrauchstaten in den Jahren 1987 bis 2017 und »betreffen 48 Opfer«. Sie seien noch nicht verjährt.

Opfer waren im Schnitt elf Jahre alt

Ein Strafgericht in Morbihan hatte den heute 75-Jährigen im Mai 2025 zur Höchststrafe von 20 Jahren Haft verurteilt. In das Urteil flossen Vergewaltigungen und Übergriffe an knapp 300 Opfern in der Zeit zwischen 1989 und 2014 ein. Die meisten von ihnen waren minderjährige Patienten, die Le Scouarnec unter Narkose im Krankenhaus missbraucht hatte. Seine Opfer, zu denen Jungen wie Mädchen zählten, waren im Schnitt elf Jahre alt.

Der Chirurg hatte in rund zwölf verschiedenen Krankenhäusern im Westen Frankreichs gearbeitet. Obwohl manche seiner Chefs und Kollegen wussten, dass er bereits früher wegen Abbildungen sexueller Gewalt an Kindern verurteilt worden war, behinderte dies nicht seine Karriere. Der Prozess gegen ihn war der bislang größte Prozess um sexuellen Kindesmissbrauch in Frankreich.

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