Johann Lafer bei DHDL: Wunderdressing schmeckt - die Bewertung nicht
Stefano Suich kommt bei „Die Höhle der Löwen“ nicht allein. An seiner Seite steht kein Geringerer als Starkoch Johann Lafer. Der Food-Designer und Produktentwickler will Suich dabei helfen, mit seinem Wunderdressing den Salatmarkt aufzumischen. Und zunächst sieht es ganz danach aus, als könnte Lafer dabei ein ziemlich guter Joker sein. Denn geschmacklich sind die Löwen schnell überzeugt. Nur als Suich 200.000 Euro für 20 Prozent seines Unternehmens verlangt, wird der Ton plötzlich etwas saurer.
Eine „Geschmacksexplosion“ im Glas
Suich und Lafer verbindet seit Jahren eine Freundschaft und die gemeinsame Liebe zum guten Essen. Deshalb hilft Lafer schon bei der Vorbereitung und schaut auch in der Höhle vorbei. Dort kommt zunächst das Wichtigste auf den Tisch: Essen.
Die Löwen probieren einen Salat mit dem Wunderdressing und zeigen sich angetan. Das Prinzip dahinter ist ziemlich einfach. Essig und Öl befinden sich getrennt voneinander in der Flasche und werden erst kurz vor dem Verzehr miteinander vermischt. Dazu kommen ungewöhnliche Geschmackskombinationen wie Himbeere mit Basilikumöl, Gin Tonic mit Limoneöl, Calamansi Orange, Tomate-Basilikum mit Oreganoöl oder Dattel-Feige mit Rosmarinöl.
Die Basis besteht aus 70 Prozent Fruchtessig und 30 Prozent veredeltem Öl. Dagmar Wöhrl findet: „Es ist total lecker und hat eine leichte Süße.“ Frank Thelen wird noch enthusiastischer: „Das ist eine Geschmacksexplosion.“ Judith Williams fügt hinzu, „die Sachen haben fantastisch geschmeckt.“
Selbst beim Dessert darf das Dressing ran. Kulinarisch läuft es für Suich also ziemlich rund. Lafer sieht vor allem einen praktischen Vorteil: „Die Menschen zu Hause haben weniger Zeit. Das funktioniert mit dem Produkt.“
Dann wird aus Dressing plötzlich Business
Suich will 200.000 Euro und bietet dafür 20 Prozent seines Unternehmens. Er erzählt, eine Flasche soll später im Regal zwischen 6,90 und 8,90 Euro kosten. Die Herstellung liegt laut Pitch bei 2,99 Euro, allerdings erst bei einer Abnahmemenge von 500.000 Flaschen. Und das Produkt ist noch gar nicht auf dem Markt. Verkaufs- oder Umsatzzahlen kann Suich den Löwen deshalb nicht präsentieren.
Für Thelen ist das nichts. „Das ist nicht da, wo meine Kompetenz ist, ich kann dir da nicht viel helfen“, sagt er und steigt aus.
200.000 Euro sind den Löwen zu viel
Auch bei den anderen Investoren reicht die Begeisterung für den Geschmack nicht bis zum Scheck. Wöhrl stört vor allem: „Die Bewertung ist zu viel. Ich bin begeistert, aber es reicht nicht, sodass ich investiere. Ich bin raus.“ Ralf Dümmel hat ebenfalls Bedenken. „Das Dressinggeschäft ist ein schweres Geschäft“, sagt er. Außerdem habe er bereits in etwas Ähnliches investiert, „was so nicht geklappt hat“. Also ebenfalls raus. Williams macht die Marge einen Strich durch die Rechnung, deshalb „leider heute kein Investment.“
Carsten Maschmeyer findet das Produkt zwar durchaus verführerisch. „Mich macht die italienische Küche regelmäßig schwach“, gibt er zu. Für ein Investment reicht die kulinarische Schwäche allerdings nicht aus. Suich habe „zu wenig Erfolg bisher und zu hohe Bewertung“. Deshalb mache er „zu“ und sei „als Investor raus“.
Johann Lafer bleibt Fan
Die Löwen fanden das Dressing lecker, investieren wollte trotzdem keiner. Das ändert allerdings nichts an Lafers Begeisterung für das Produkt: „Das ist auf keinen Fall ein Flop.“ Mit den Löwen wäre der Weg zwar schneller gegangen, nun müsse Suich das Produkt eben „sukzessiv aufbauen“.
Wunderdressing ist online erhältlich
Seit dem DHDL-Auftritt hat sich bei Suich offenbar etwas getan. Das Wunderdressing ist inzwischen online im Shop bei world-of-wunder erhältlich. Aktuell gibt es fünf Sorten, darunter Gin Tonic mit Limonenöl, Himbeere mit Basilikumöl, Calamansi Orange sowie Tomate-Basilikum und Dattel-Feige. Die 200ml Flaschen kosten derzeit im Einführungspreis 9,95 Euro, regulär sollen sie 10,95 Euro kosten.