Johnson & Johnson: Konzern will 5,5-Milliarden-Vergleich in Babypuder-Prozessen
Johnson & Johnson hat im jahrelangen Rechtsstreit um angeblich krebserregende Talkumprodukte einem milliardenschweren Vergleich zugestimmt. Der US-Pharmakonzern will 5,5 Milliarden US-Dollar zur Beilegung der Klagen bereitstellen. Voraussetzung dafür ist, dass sich führende Klägerkanzleien auf Landes- und Bundesstaatenebene der Einigung anschließen. Mindestens 95 Prozent der verbleibenden Klagen wegen mutmaßlich durch Talk verursachten Eierstockkrebs müssen sich zudem am Vergleich beteiligen. Die vorgeschlagene Einigung stelle einen »effizienten Abschluss« der Klagewelle dar, hieß es von Johnson & Johnson. Mit der Einigung könnte ein Rechtsstreit beendet werden, der den Konzern seit mehr als 15 Jahren belastet. Die Klägerinnen werfen dem Hersteller vor, dass sein Babypuder und andere Talkumprodukte mit Asbest verunreinigt gewesen seien und Krebs verursacht hätten. Das Unternehmen wies die Vorwürfe stets zurück, stellte den Verkauf des talkumbasierten Babypuders jedoch 2020 zunächst in den USA und dann 2023 weltweit ein. Zuletzt war der Konzern mit rund 76.000 Klagen konfrontiert. Im Juni hatte Johnson & Johnson mitgeteilt, insgesamt 11 Milliarden US-Dollar für die Talkum-Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt zu haben. »Obwohl wir überzeugt sind, dass sich das Unternehmen bei einer Fortsetzung der Verfahren letztlich durchgesetzt hätte – wie bereits in der überwiegenden Mehrzahl der bislang verhandelten Fälle –, ermöglicht uns diese Einigung, das Thema hinter uns zu lassen und uns auf unsere Mission zu konzentrieren, Medikamente und Medizintechnik zu entwickeln, die Leben retten«, wird Erik Haas, Vizepräsident für Rechtsstreitigkeiten bei Johnson & Johnson, in einer Stellungnahme auf der Unternehmenswebsite zitiert. In Großbritannien gibt es eine ähnliche Sammelklage gegen den Konzern.