Jordan Bardella als Chef des Rassemblement National wiedergewählt
Laut französischen Medien bekam Bardella rund 99 Prozent der Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von nahezu 68 Prozent. Das Ergebnis ist allerdings keine Überraschung: Der 31-Jährige war der einzige Kandidat für den Posten, den er bereits seit 2022 innehat.
Nach der Wahl des RN-Vorsitzes soll am Sonntag eine große Wahlkampfveranstaltung von Marine Le Pen stattfinden. Die RN-Fraktionsvorsitzende und frühere Parteichefin tritt als Präsidentschaftskandidatin an, allerdings könnte sie dabei noch von ihrer im Juli bestätigten Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern eingeholt werden, gegen die sie Revision eingelegt hat. Der 58-Jährigen könnte dann mitten im Wahlkampf das Tragen einer Fußfessel drohen, sollte das Gericht gegen ihren Antrag entscheiden. Das könnte ein Nachteil für sie sein – oder sogar hilfreich .
Zu ihrer Kundgebung am Sosnntag um 15 Uhr werden rund 15.000 Teilnehmende erwartet.
Gegen die Parteiveranstaltung protestierten in Orléans am Samstagmittag nach Angaben der örtlichen Präfektur etwa 13.000 Menschen. Der Aufmarsch zog friedlich durch die südlich von Paris gelegene Stadt. Die Route wurde zuvor von den Behörden angepasst. Für Kinder und Jugendliche wurde derweil eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, wie der Bürgermeister der Stadt mitteilte. Dies solle Störungen der öffentlichen Ordnung verhindern und das Risiko von Ausschreitungen begrenzen.
Bardella rief die Partei in seiner Parteitagsrede zur »Einheit« auf, sie werde den Rassemblement National zum »Sieg« führen. Er warb für die Unterstützung der Parteimitglieder, »um Marine Le Pen in den Élysée-Palast zu bringen«.
Le Pen hat versprochen, Bardella zum Premierminister zu machen, sollte sie die Präsidentschaftswahl gewinnen. Bardella hatte 2021 zunächst übergangsweise die Führung des Rassemblement National übernommen, weil Marine Le Pen sich auf die Präsidentschaftswahl 2022 konzentrieren wollte. 2022 wurde er dann offiziell zum Parteivorsitzenden gewählt. Zuletzt geriet er durch Medienberichte über antisemitische Textnachrichten, die er vor mehr als zehn Jahren geschrieben haben soll, unter Druck.