Jörg Knör hört auf! „Ich langweile mich auf der Bühne über mich selbst“
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Hamburg – Fast 50 Jahre lang brachte er Millionen Deutsche zum Lachen. Jetzt sagt einer der größten Parodisten des Landes: Es reicht! Comedy-Legende Jörg Knör (67) hört auf. Nach 5700 Auftritten, 35 Bühnenprogrammen und einer Karriere voller TV-Hits steigt der Entertainer Ende 2026 endgültig von der Bühne. Nur noch siebenmal wird er auftreten. Am 28. Dezember verabschiedet er sich in Buchholz (Niedersachsen) von seinem Publikum. Jörg Knör: Darum höre ich jetzt auf „Ich erlebe nichts Neues mehr, wenn ich weitermache. Ich gehe auf die Bühne und langweile mich ein wenig über mich selbst“, sagt Knör exklusiv zu BILD. Der Gedanke ans Aufhören sei für ihn sogar befreiend. „Bei dem Gedanken an den Abschied fühle ich mich geradezu erlöst. Die Promi-Parodie kann jetzt mal weg von der Speisekarte.“ Nach Jahrzehnten im Rampenlicht will der Komiker zurückschalten. „In der Sanduhr ist nicht mehr so viel Sand“, sagt er. Das letzte Lebensdrittel wolle er bewusst mit seiner Frau Kerstin (61) verbringen. „Wir haben vor, gut gelaunt gemeinsam zu verwelken.“ 5700 Shows, Insolvenzen und zwei Scheidungen Hinter ihm liegen bewegte Jahrzehnte. Knör spricht über zwei Insolvenzen durch „unfaire Geschäftspartner“, zwei kräftezehrende Scheidungen und den Druck seines Berufs. Für jedes neue Bühnenprogramm zog er sich zwei Monate lang komplett zurück. „Ich habe mich in ein Hotelzimmer eingeschlossen, ohne Kontakt nach außen. Es ist erlösend, dass ich mir jetzt keine neuen Programme mehr ausdenken muss.“ Dabei begann alles schon in den 70er-Jahren. 1975 trat Knör erstmals im Fernsehen auf, 1977 wurde er mit nur 17 Jahren Europas jüngster Fernsehansager beim WDR. Später sahen bis zu sieben Millionen Zuschauer die „Jörg Knör Show“ im ZDF. Jetzt beginnt das Leben nach der Bühne Doch das frühere Leben passe heute nicht mehr zu ihm. „Es fühlt sich an wie ein zu enger Anzug, der zur Altkleidersammlung muss.“ Statt neuer Parodien warten jetzt andere Projekte auf ihn. Der Entertainer schreibt an seiner Biografie und widmet sich seinen „Knörikaturen“. Sein Fazit: „Ich habe mir selbst über so viele Jahre gefehlt. Jetzt bin ich dran. Und meine Liebsten.“ Ein Satz, der zeigt: Dieser Abschied kommt nicht aus Frust, sondern aus tiefster Überzeugung.