Jorge Martin (2.): Der Sieg in Silverstone war schon nach Kurve 1 futsch
Mit einem guten Gefühl lässt WM-Leader Jorge Martin das Silverstone-Wochenende hinter sich. Im Qualifying verbesserte der Aprilia-Pilot den Rundenrekord und eroberte die Pole-Position, wenig später holte er sich den Sprintsieg beim Aprilia-Dreifachtriumph vor Ai Ogura und Marco Bezzecchi. Damit hatte er die beste Ausgangslage für das 20-Runden-Rennen am Sonntag. Funkenflug in Abbey, Aufholjagd ohne Chance auf den Sieg Doch schon in Kurve 1 war die Siegchance im Rennen dahin. Martins hinteres Ride-Height-Device blieb in Kurve 1 aktiviert, unter dem Motorrad sprühten die Funken und der Polesetter wurde in Abbey nach außen gedrängt und durchgereicht. «Ich habe am Start einen kleinen Fehler gemacht. Das Device war aktiviert, deshalb haben mich alle Fahrer überholt», erklärte er später im Parc fermé. «Ich konnte mich zurückkämpfen, aber ich habe dort den Sieg verloren.» Ai Ogura erwischte es mit demselben Problem: Der Japaner fiel bis auf Rang 7 zurück und stürzte später. Während Raul Fernandez vorne enteilte, arbeitete sich Martin zurück: Erst an Marc Marquez vorbei, dann an Teamkollege Bezzecchi. Zeitweise war er der Einzige auf der Strecke, der 1:58er-Zeiten fuhr, doch der Rückstand war auf über vier Sekunden angewachsen. In der Schlussphase drückte er noch einmal aufs Tempo und nahm dem Führenden eine halbe Sekunde pro Runde ab, für einen finalen Angriff war es aber zu spät. «Ich bin am Ende mein Tempo gefahren und habe gehofft, dass Raul etwas nachlässt. Er fuhr beeindruckend», analysierte Martin und gratulierte Aprilia zu einem gelungenen Wochenende, an dem sowohl im Sprint als auch im Grand Prix nur Piloten mit einer RS-GP auf dem Podium standen. Jorge Martin baut WM-Führung aus und sammelt Selbstvertrauen Vor dem Wochenende hatte Martin gesagt, er fühle sich nicht wie ein WM-Leader. Das hat sich geändert: «Ich bin glücklich für das Team und für mich selbst. Das gibt uns einen großen Schub an Selbstvertrauen Richtung Saisonende. Es scheint, als hätten wir die Richtung gefunden, die wir im Moment einschlagen müssen.» In der Gesamtwertung hält Martin bei 240 Punkten. Sein Vorsprung wuchs von 17 auf 31 Zähler – gegenüber nun Marco Bezzecchi, der dank einer schmerzhaften Fahrt auf Rang 3 in Silverstone den zweiten WM-Platz von Ai Ogura übernahm. Der Rennsieg ging an Raul Fernandez, der damit die Silverstone-Serie fortsetzt: Er ist der zwölfte unterschiedliche Sieger seit zwölf MotoGP-Events in Mittelengland.