Jorge Martin erleidet Unterarmbruch: Aus für den Australien
Jorge Martin hat im Kampf um den MotoGP-Titel einen schweren Rückschlag erlitten. Der Aprilia-Werkspilot zog sich bei seinem Sturz im Sprint auf Phillip Island einen Bruch der Speiche zu. Die Röntgenuntersuchungen im Medical Center ergaben zudem den Verdacht auf einen Bruch der Elle nahe dem Handgelenk.
Weitere Untersuchungen sollen eine abschließende Beurteilung seiner Verletzungen ermöglichen. Bereits fest steht: Martin wurde für das Rennen am Sonntag als nicht startfähig erklärt. Ob er beim folgenden Rennwochenende in Sepang wieder antreten kann, ist noch offen.
Folgenschwerer Sturz nach spannendem Zweikampf mit Marquez
Der Spanier war in Runde 8 beim intensiven Duell um die Führung mit Weltmeister Marc Marquez (Ducati) gestürzt. Mehrfach hatten sich die beiden Titelrivalen zuvor überholt. In der schnellen Kurve 8 geriet Martin leicht neben die Ideallinie, rutschte von der Strecke und schlitterte ins Kiesbett. Anschließend musste er auf einer Trage abtransportiert werden.
Bis dahin hatte Martin die Chance, seinen Vorsprung in der Meisterschaft auszubauen. Von Startplatz 4 aus war er stark gestartet und hatte sich früh mit Marc Marquez vom Feld abgesetzt. Statt wichtiger WM-Punkte gab es dagegen eine weitere schmerzhafte Niederlage.
War das die WM-Vorentscheidung?
Marquez gewann den Sprint vor Bruder Alex (Gresini-Ducati) und Fabio di Giannantonio (VR46-Ducati). Damit übernahm der Ducati-Werkspilot die WM-Führung von Martin. Durch dessen bestätigten Ausfall am Sonntag bekommt der Titelverteidiger nun die Gelegenheit, seinen Vorsprung im Grand Prix weiter zu vergrößern, während sein Hauptrivale zuschauen muss.
Martin gab noch am Samstag ein Update zu seiner Situation: «Ich fühle mich gut soweit. Natürlich habe ich starke Schmerzen, weil es ein schlimmer Sturz war. Ich werde für weitere Untersuchungen nach Melbourne reisen. Dann werden wir besser verstehen, welche Verletzungen ich habe und wie ich das nächste Rennen angehen kann.»
«Ich bin am Leben, mir geht es gut – das ist das Wichtigste», hielt der Ex-Weltmeister fest und wirkte motiviert, noch nicht aufzugeben: «Es ist nichts Schlimmes passiert. Es sieht so aus, als ob es nur ein kleiner Knochen. Ich fühle mich gut.»
Für Aprilia trübt die Verletzung ein Wochenende, das mit einer starken Vorstellung begonnen hatte. Im trockenen Zeittraining am Freitag lagen vier RS-GP-Fahrer in den Top-5. Auch im Sprint zeigte Martin, dass er um den Sieg kämpfen konnte.
Wie schwer die Folgen für seinen WM-Endspurt ausfallen, hängt nun auch von den weiteren Untersuchungen und der notwendigen Behandlung ab. Eine verlässliche Prognose zur Dauer seiner Zwangspause liegt bislang nicht vor.