JP Kraemer: Nach Gewaltvorfall erhält Ehefrau Julia Meck Morddrohungen
In der vergangenen Woche hat sich die Lage für den Tuning-Unternehmer und Moderator Jean Pierre „JP“ Kraemer zugespitzt. Nur wenige Monate nach der Hochzeit hat der 45-Jährige jetzt in einem Statementvideo eingeräumt, gegenüber seiner Ehefrau, der Influencerin Julia Meck, gewalttätig geworden zu sein. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera, die von verschiedenen Medien veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Kraemer seiner Ehefrau auf einem Werkstattgelände Gewalt antut. Das Video soll im Jahr 2024 entstanden sein. Und der Gewaltausbruch war offenbar kein Einzelfall. Die Vorwürfe haben nicht nur für Kraemer juristische und berufliche Konsequenzen. Auch Julia Meck ist von den Folgen betroffen.
Auf ihrem Instagram-Account erhält die Influencerin in ihrem privaten Postfach Hass- und Drohnachrichten – mutmaßlich von Fans von Kraemer. Einige dieser Nachrichten liegen unserer Redaktion vor. Eine enthält den Hashtag „#AlleFürJP“, andere massive Beleidigungen und Todeswünsche. Mehrere Absender geben zudem Meck die Schuld: „Krank, was du dem Mann angetan hast“ oder „Hoffentlich wird dein neuer zukünftiger Mann dich kaputt schlagen“, heißt es in den Nachrichten.
Laut „Bild“ soll Kraemer zusätzlich zur Situation im Überwachungsvideo seiner Frau unter anderem eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Im Juli kam es demnach zu einem Polizeieinsatz. Kraemer bestätigte diese Angaben inzwischen in zwei Stellungnahmen, die er auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichte. „In dieser Wut habe ich dann diese Kette vom Hals gerissen. Das ist richtig. Und das war falsch. Und auch das mit der flachen Hand war falsch“, sagt er. Man schlage keine Frauen, betonte Kraemer. Sein Verhalten sei nicht wiedergutzumachen. „Ich habe es einfach nicht geschafft, mich unter Kontrolle zu halten.“
Insgesamt habe es wegen Streitigkeiten mit seiner knapp 20 Jahre jüngeren Ehefrau zwei Polizeieinsätze gegeben, sagte Kraemer. In der Ehe sei es immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen, hauptsächlich wegen Geldes. Bei vielen anderen Details zu den Streitigkeiten herrscht noch Unklarheit. Eine Anfrage unserer Redaktion ließ JP Kraemer unbeantwortet.
In seinem Video erhob Kraemer zugleich Vorwürfe gegen seine Ehefrau. Sie habe ihn ebenfalls geschlagen, behauptete er. Deshalb habe er sie angezeigt. Mecks Anwalt zeichnet unserer Redaktion gegenüber ein anderes Bild. „Meine Mandantin hat niemanden angegriffen. Vielmehr hat sie sich als körperliche klar unterlegene Person verzweifelt gegen einen Angriff zur Wehr gesetzt, und zwar indem sie, an die Wand gedrückt, ihren Arm aus einer Umklammerung befreit und ihm aus dieser Bewegung heraus auf den Brustkorb gehauen hat.“ Das Paar hat sich inzwischen getrennt und die Scheidung eingereicht. Für beide gilt nach Angaben Kraemers aus seinem YouTube-Video ein gegenseitiges Kontaktverbot.
Nach einem der Polizeieinsätze am Wohnhaus des Paares waren gegen Kraemer und Meck zunächst Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet worden. Beide Seiten verzichteten später auf Strafanträge; die Verfahren wurden daraufhin zunächst eingestellt. Inzwischen hat ein Anwalt von Julia Meck einen Strafantrag gegen Jean Pierre Kraemer gestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft unserer Redaktion. Das Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung sei nun wieder aufgenommen worden, heißt es.
Nach den Gewaltvorwürfen gegen ihn will Kraemer nun alle seine Unternehmen schließen. Das teilte der Tuning-Experte in einem der YouTube-Videos mit. „Ich denke, das wird das letzte Video sein, was ich aufnehmen werde. Ich möchte euch mitteilen, dass ich die Firma JP Performance nicht weiterführen werde“, erklärte er unter Tränen. Nach Angaben der „Bild“ sollen rund 80 Mitarbeiter vor dem Aus stehen und die Firmen leer räumen. Seit der Ankündigung hätten viele Beschäftigte keinen direkten Kontakt mehr zu ihrem Chef, heißt es weiter.
Auch Geschäftspartner reagieren auf die Berichte über häusliche Gewalt. Die Energydrink-Marke Gönrgy beendete laut einem Instagram-Post die Zusammenarbeit mit Kraemer. „Wir distanzieren uns deutlich von Gewalt gegen Frauen und generell von Gewalt in egal welcher Form“, heißt es in dem Beitrag. Hinter der Marke steht der Streamer MontanaBlack, der beruflich mehrfach mit Kraemer zusammengearbeitet hat. Auch Borussia Dortmund reagierte laut „Bild“. Demnach entfernte der Fußballverein eine gemeinsame Kollektion aus seinem Online-Shop.
Jean Pierre Kraemer ist in Dortmund fest verwurzelt und deutschlandweit bekannt. Jahrelang moderierte er beim Sender Sport1 die Doku-Serie „Die PS-Profis – Mehr Power aus dem Pott“. Auf seinem YouTube-Kanal „JP Performance“ folgen ihm rund 2,7 Millionen Menschen, auf seinem persönlichen Instagram-Account etwa 1,4 Millionen. Laut Handelsregister besitzt Kraemer ein Firmengeflecht aus mindestens 14 Unternehmen. Der 45-Jährige verkauft unter anderem Kleidung, Felgen und Pflegeprodukte für Autos. Außerdem betreibt er ein Automuseum und ein Restaurant im Stil eines klassischen US-Diners.