Judoka vom JC Leipzig verprügelt Gegner nach Bundesliga-Kampf
Stand: 06.09.2026 15:59 Uhr
Unglaubliche Szenen haben sich am Samstagabend in Leipzig abgespielt. Nach dem verlorenen Kampf schlug der Leipziger Judoka Akaki Japaridze seinen Gegner vom TSV Abensberg krankenhausreif. Der Judoclub Leipzig verurteilte den Angriff scharf.
von Sport im Osten
Es ging alles blitzschnell. Unmittelbar nach dem verlorenen Kampf ging Akaki Japaridze aus Georgien, der für den JC Leipzig kämpft, auf seinen Kontrahenten Timo Cavelius aus Bayern los. Er schlug drei Mal mit der Faust auf den völlig überraschten Cavelius - im Hauptjob Polizist - ein. Der Bayer, der zum Kader der deutschen Nationalmannschaft gehört, musste noch am Abend im Krankenhaus operiert werden. Die Diagnose: Doppelter Kieferbruch, aber anders als zunächst vermutet, keine verlorenen Zähne. Cavelius hofft, dass Krankenhaus spätestens am Montag verlassen zu können. Ihm drohen sechs bis acht Wochen Pause.
Japaridze verließ nach dem Vorfall die Halle - noch bevor die Polizei eintraf. Wie Präsident Uwe Bierey "SPORT IM OSTEN" bestätigte, war der Georgier spurlos verschwunden. Die Polizei bestätigte auf MDR-Anfrage, dass Ermittlungen wegen Körperverletzung laufen.
JC Leipzig "tief geschockt über das Geschehene"
"Auch einen Tag nach dem Vorfall sind wir als gesamter Verein, unsere Teams und das Präsidium weiterhin tief geschockt über das Geschehene", so Bierey. Man stehe im engen Austausch mit der Polizei sowie allen zuständigen und verantwortlichen Gremien, um den Vorfall umfassend aufzuklären, hieß es weiter. Gleichzeitig kündigte der Verein Konsequenzen an. "Wir nehmen die Aufarbeitung dieses Vorfalls sehr ernst und werden alles dafür tun, dass die notwendigen Konsequenzen gezogen werden."
Eine lange bis lebenslange Sperre des Georgiers ist zu erwarten, kann aber wohl nur vom Weltverband umgesetzt werden. Japaridze kämpft erst seit dieser Saison für die Sachsen. Er wurde im Bundesliga-Team bisher zweimal eingesetzt und kommt nur für den Kampfabend nach Leipzig. Auffällig sei er zuvor nicht gewesen, so der JCL. Es ist in der Bundesliga üblich, sich mit Gastkämpfern zu verstärken, um konkurrenzfähig zu sein.
Besonders bitter: Judo gilt als "sanfte Sportart", bei der es ausdrücklich darum geht, den Gegner nicht zu verletzen. "Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung", so der JCL in der Stellungnahme. Die Gewaltaktion von Japaridze wirft nun dunkle Schatten auf einen ansonsten so fairen Sport und stellte am Samstag auch die sportliche Leistung der Gastgeber, die den Staffelsieger Abensberg mit 8:6 besiegten, in den Hintergrund.