Jugendeinrichtung Weikersheim: Leiterin darf nicht mehr arbeiten
Auch drei Monate nachdem das Jugendamt vier Kinder aus einer Jugendhilfeeinrichtung in Weikersheim-Schäftersheim (Main-Tauber-Kreis) geholt hat, sind die Hintergründe weiter unklar. Unterdessen hat das Landesjugendamt weitere Schritte eingeleitet und nach SWR-Informationen der Leiterin der Einrichtung die Tätigkeit untersagt. Betreiber prüft Widerspruch gegen das Verbot Das Verbot sei schriftlich eingegangen, teilte die Betreiberin der Einrichtung, die Evangelische Jugendhilfe Würzburg, auf Anfrage mit. Vier Wochen habe man nun Zeit, Widerspruch einzulegen, sagte der Vorsitzende Gunter Adams. Seine Tochter leitet die Schäftersheimer Einrichtung. Ohne sie könne der Betrieb nicht weitergeführt werden und ruhe nun erst einmal, so Adams. Auch das geplante vier Millionen Euro teure Bauvorhaben in dem Weikersheimer Stadtteil liege derzeit auf Eis. Ursprünglich sollte die ehemalige Mühle weiter ausgebaut werden, um Platz für bis zu 30 Kinder und Jugendliche zu schaffen. Behörden verweisen auf Kindeswohlgefährdung Rund um Ostern hatte das Jugendamt vier von sechs Kindern aus einer Wohngruppe genommen und sie anderweitig untergebracht. Zu den Vorwürfen machten die Behörden bislang keine konkreten Angaben, verwiesen aber auf das Kindeswohl. Weikersheim 87 Seiten Akten zu möglichen Vorfällen Kinder aus Weikersheimer Jugendhilfeeinrichtung genommen: Träger reagiert auf Vorwürfe Das Jugendamt des Main-Tauber-Kreises hatte vier Kinder aus einer Wohngruppe in Weikersheim genommen. Für den Träger kam das überraschend. Er konnte sich nun die Akten ansehen. Laut Evangelischer Jugendhilfe reichen die Vorwürfe von freiheitsentziehenden Maßnahmen bis hin zu "verhängten Arbeitsstunden für die Kinder". Vorsitzender Adams sieht darin eine "reine Schmutzkampagne". Die Vorwürfe habe man "schriftlich widerlegt". Eine Antwort darauf habe es bislang nicht gegeben, stattdessen jetzt das Verbot für die Leiterin der Jugendhilfeeinrichtung.