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Jugendliche im Barnim gestorben: Polizei ermittelt gegen Autofahrer

Nation

Nach dem tödlichen Frontalzusammenstoß eines Autos mit drei Mopeds bei Biesenthal (Barnim) ermittelt die Polizei nach eigenen Angaben gegen den Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung. Die beteiligten Fahrzeuge wurden demnach für die Ermittlungen beschlagnahmt.

Der Brandenburger Verkehrsmininster Robert Crumbach (SPD) bestätigte am Freitagmorgen im Gespräch mit dem rbb, dass der tödliche Unfall jetzt von Gutachtern untersucht werde. Crumbach sagte im rbb24 Inforadio, der Landesbetrieb Straßenwesen habe die betroffene Landstraße nach dem Unglück inspiziert.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall am Mittwochabend, als ein 61 Jahre alter Autofahrer auf der Landesstraße 200 bei Biesenthal mehrere Fahrzeuge überholen wollte und dabei mit entgegenkommenden Mopeds zusammenstieß. Ein 14 Jahre altes Mädchen sowie zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren sowie ein 19-Jähriger starben dabei.

Die drei Fahrer der Kleinkrafträder sowie die Mitfahrerin erlitten laut Polizei bei der Kollision so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle starben. Der Fahrer eines vierten Mopeds konnte dem Wagen ausweichen und blieb unverletzt.

Weil zwei der vier Jugendlichen in Bernau zur Schule gingen, hat man sich dafür entschieden, die St. Marienkirche in der Stadt zu öffnen. Am Donnerstagabend fand dort ein Trauergottesdienst für die Opfer des Unfalls statt. In der Kirche versammelten sich mehr als 1.000 Menschen und suchten Trost. Auch vor dem Eingang standen noch viele Menschen. Eltern, Freunde und viele weitere Menschen gedachten der vier Teenager, die auf ihren Mopeds tödlich verunglückten. Der Wunsch nach einem gemeinsamen Ort der Trauer war und ist groß.

Vorne in der Kirche stehen Kerzen und Blumen, an einer Pinnwand können Menschen Worte für die verstorbenen Freunde, Mitschüler und Bekannten hinterlassen. Viele Angehörige, Schulklassen und Lehrer aus der Region waren gekommen.

Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) zeigte sich am Donnerstag entsetzt. Gerade im ländlichen Raum hätten viele junge Menschen die Mopeds der Marke Simson wiederentdeckt, sagte der Bürgermeister. Er habe selbst einen jugendlichen Sohn, der mit einem älteren Moped, einer Schwalbe, unterwegs sei. "Das geht einem sehr nah", sagte der Bürgermeister am Donnerstag. An der Unfallstelle legten seit Donnerstag viele Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Etliche junge Menschen kamen auch mit ihren Mopeds zur Unfallstelle.

Auch Bernaus Bürgermeister Andre Stahl und Vertreter anderer Kommunen aus der Region nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. "Natürlich ist eine starke Anteilnahme hier in der ganzen Stadt zu spüren und auch eine Betroffenheit", so Stahl am Freitag zu Antenne Brandenburg. Er habe selbst drei Kinder. "Da verspürt man schon ein sehr tiefes Mitgefühl und Anteilnahme. Das geht ganz vielen Menschen in der ganzen Region so", sagte Stahl weiter.

Es müsse sich um ein "riskantes Überholmanöver" gehandelt haben, so Bruch. Auf der Strecke sei eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde erlaubt. Es handele sich um eine gerade Strecke mit einer Senke, die eigentlich gut einzusehen sei. Laut Erkenntnissen des Verkehrsministeriums in Potsdam soll es sich bei der Unfallstelle auf der Landstraße 200 nicht um einen Unfallschwerpunkt handeln.

Für eine Bewertung des Unfallhergangs wartet die Polizei unter anderem auf die Untersuchung eines Gutachters. "Das wird ein paar Tage dauern", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. Auch Zeugen des Unfalls müssten noch gehört werden. Die Polizei ermittele mit Hochdruck und großer Sorgfalt, so der Sprecher. Dem Autofahrer wurde auch eine Blutprobe entnommen. Das Ergebnis steht noch aus.

Seit Mittwochabend sind Notfallseelsorger im Einsatz - auch am Freitag. Aus der Kirchengemeinde St. Marien wurden Pfarrerinnen und Pfarrer gebeten, den Schülerinnen und Schülern ein offenes Ohr zu bieten. "Dann wurden in den Schulen Räume geöffnet, wo die Jugendlichen hingehen konnten, wenn sie Gesprächsbedarf hatten und etwas loswerden wollten", sagte Pfarrerin Konstanze Werstat.

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